Sendedatum: 8. Mai 2026 | Sender: VOX | Uhrzeit: 20:15 Uhr
In der 31. Folge der aktuellen „Goodbye Deutschland“-Staffel 2026 stehen zwei sehr unterschiedliche Auswanderergeschichten im Mittelpunkt: Kai Kron (60) kämpft in Kenia gemeinsam mit seiner Frau Emily um ihren Kinderwunsch – während Jenny Amann auf Sansibar seit Jahren eine Wildtier-Auffangstation betreibt und dabei zunehmend an ihre Grenzen stößt. Beide Geschichten zeigen auf ihre Art, was Auswandern wirklich bedeutet: nicht nur Traumstrand und Abenteuerlust, sondern auch harte Kompromisse, unerwartete Hürden und den langen Atem, den ein Leben im Ausland erfordert.
Wer ist Kai Kron – und warum wanderte er nach Kenia aus?
Kai Kron ist gelernter Koch und Gastronom aus Remscheid. Vor rund vier Jahren entschied er sich, Deutschland den Rücken zu kehren – aus Liebe. Seine heutige Frau Emily Otieno (32), eine selbstbewusste kenianische Bankkauffrau, war der Grund für seinen Aufbruch nach Ostafrika. 2022 heirateten die beiden vor den VOX-Kameras.
Was damals viele Zuschauer skeptisch stimmte: Emily ist etwa halb so alt wie Kai, und er hatte durch jahrelanges Arbeiten sowie eine Erbschaft ein ordentliches Vermögen angehäuft. Die Kommentarspalten auf Social Media füllten sich schnell mit Unterstellungen – die Kenianerin wolle nur sein Geld. Emily konterte das schon damals klarsichtig: Sie habe sich bewusst einen älteren, gereiften Mann gesucht, weil der wisse, was er wolle. Und wenn Kai arm wäre? „Dann würden wir anders planen“, sagte sie trocken – und wies darauf hin, dass sie ihre Rechnungen auch allein bezahlen könne.
Von Nairobi nach Malindi: Landkauf, Hausbau, Baustress
Das Paar zog zunächst nach Nairobi, wechselte dann aber in die Küstenregion Malindi, wo Kai mehrere Hektar Land kaufte und ein Haus bauen ließ. Die Bauarbeiten gingen schleppend voran – kurz vor dem geplanten Einzug fehlte noch der Wasseranschluss, und auch sonst lag einiges im Argen. Während Kai angesichts der trägen Handwerker immer wieder an die Decke gehen wollte, brachte die ruhige Emily ihn schnell wieder auf den Boden: Was bringt es, wütend zu sein? Mit Freundlichkeit kommt man in Kenia weiter als mit Druck.
Das ist eine Lektion, die viele Auswanderer – gerade aus dem deutschsprachigen Raum – erst mühsam lernen müssen.
Das nächste Projekt: Hotel mit Restaurant
Nachdem das Haus steht, hat Kai einen neuen Plan: Ein Hotel mitsamt Restaurant soll auf seinem Grundstück entstehen. Der gelernte Koch will sein gastronomisches Know-how also auch in Kenia einsetzen – ein durchaus nachvollziehbarer Schritt für jemanden, der sein ganzes Berufsleben in der Gastronomie verbracht hat. Ob das in der kenianischen Küstenregion funktioniert, ist eine andere Frage: Der Tourismusmarkt in Malindi ist gut entwickelt, aber auch kompetitiv.
Der Kinderwunsch – medizinisch, emotional, teuer
Emily hat einen zehnjährigen Sohn aus erster Ehe. Die noch junge Frau wünscht sich mindestens ein weiteres Kind – am liebsten Zwillinge. Das Problem: Kai ließ sich schon als junger Mann sterilisieren, als er bereits vierfacher Vater war.
Um Emilys Wunsch dennoch zu erfüllen, besuchten beide eine Kinderwunschklinik in Klagenfurt, Österreich. Die Kosten: knapp 13.000 Euro – für eine Behandlung, deren Erfolg niemand garantieren kann. Die Ärztin riet Emily zudem davon ab, sich gleich zwei befruchtete Eizellen einsetzen zu lassen, da ihre Kaiserschnittnarbe bei Mehrlingschwangerschaft ein erhöhtes Risiko darstelle.
Kai fasste seinen Wunsch vor laufender Kamera so zusammen: „Gesundheit! So lange es funktioniert und dass ich mit meiner neuen Familie hier glücklich bleiben kann.“ Emily ergänzte schlicht: „Mein Wunsch ist einfach, in Frieden zu leben, mit meinem Mann und meinen Kindern.“
Zuschauer-Reaktionen: Skepsis, Respekt und nachdenkliche Kommentare
Das Kenia-Kapitel löste bei den Zuschauern gemischte, aber lebhafte Reaktionen aus. Die anfänglichen Unterstellungen gegenüber Emily schienen nach dieser Folge für viele entkräftet. Wer eine Frau erwartet hatte, die nur auf Kais Ersparnisse aus ist, sah stattdessen eine selbstständige, berufstätige Kenianerin, die ihren Mann liebevoll, aber klar führt.
Gleichzeitig blieben kritische Stimmen: Der Altersunterschied von rund 30 Jahren, das finanzielle Gefälle und der enorme emotionale und medizinische Aufwand für einen Kinderwunsch beim 60-jährigen Mann – das alles rief Fragen auf. Manche Kommentare fragten, ob ein Kind in dieser Konstellation fair sei – gegenüber dem Kind wie gegenüber Emily.
Was viele Zuschauer hingegen ausdrücklich lobten: die Offenheit des Paares, die Ruhe Emilys und Kais Bereitschaft, sich für seine Frau wirklich zu strecken – auch medizinisch und finanziell.
Jenny Amann und „Cheetahs Rock“ – ein Leben für Afrikas Wildtiere
Die zweite Geschichte dieser Folge führt nach Sansibar, der Insel vor der Küste Tansanias. Jenny Amann lebt seit 2012 in ihrer neuen Heimat, wo die Tierfreundin eine Auffangstation für gefährdete wilde Tiere gegründet hat. Die schwäbische Auswanderin begann schon als Kind damit, Tiere zu retten, und ließ diesen Antrieb nie los.
2012 wanderte Jenny nach Sansibar aus und baute „Cheetahs Rock“ auf. Bis zu 60 Löwen, Tiger, Hyänen, aber auch Schildkröten, Otter und Buschbabys werden hier von Jenny und ihrem Team betreut. Finanziert wird die Anlage durch Spenden und Eintrittsgelder. Viermal die Woche führt Jenny Besucher durch die Station.
Staatliche Unterstützung von der tansanischen Regierung gibt es nicht. Die Tiere werden weder ruhiggestellt noch betäubt, ihre Krallen und Zähne werden nicht entfernt – alles läuft auf Basis von Respekt und gewaltfreier Interaktion.
Die Konflikte: Einbrüche, Einheimische und Grenzen des Ehrenamts
Die Widerstände gegen Jennys Arbeit seitens der Einheimischen sind groß. Immer wieder kommt es zu Konflikten, schon mehrmals wurde in „Cheetahs Rock“ eingebrochen.
In der Folge wird deutlich: Jennys Einsatz wird über die Jahre nicht leichter, sondern aufreibender. Es kommt sogar zu Übergriffen auf „Cheetahs Rock“.
Jenny ist auf freiwillige Helfer angewiesen. In der Sendung ist das die 50-jährige Jeannette, die ein Praktikum bei Jenny macht – und beim Umgang mit den Wildtieren bald an ihre eigenen Grenzen stößt. Der Umgang mit Löwen, Tigern und Hyänen ist kein Hobby für Anfänger, und das zeigt die Sendung ungeschönt.
Zuschauer-Reaktionen: Bewunderung, aber auch Sorgen
Jenny Amann ist seit Jahren eine der beliebtesten Protagonistinnen bei „Goodbye Deutschland“ – und das aus gutem Grund. Ihre Geschichte polarisiert kaum, sie inspiriert. Die meisten Zuschauer zeigen sich tief bewegt von ihrem jahrelangen, weitgehend finanziell unsicheren Einsatz für Tiere, die niemand sonst haben will.
Kritischer Blick einiger Zuschauer: Wie nachhaltig ist ein Modell, das komplett von Spenden und Touristengeldern abhängt? Was passiert mit den bis zu 60 Tieren, wenn der Betrieb einmal nicht mehr läuft? Diese Fragen bleiben offen – und verdienen sie auch zu bleiben, denn Jenny selbst hat keine einfachen Antworten darauf.
Was du als Auswanderer aus dieser Folge lernen kannst
Partnerschaft und Kompromiss: Die Geschichte von Kai und Emily zeigt eindrücklich, dass eine internationale Partnerschaft mit großem Altersunterschied funktionieren kann – aber nur, wenn beide Seiten klar kommunizieren, realistisch bleiben und bereit sind, füreinander wirklich etwas auf sich zu nehmen. Misstrauen von außen lässt sich am besten durch gelebte Realität entkräften.
Geduld mit lokalen Arbeitsweisen: Wer in Kenia – oder generell in Ostafrika – baut oder investiert, muss seinen Erwartungshorizont grundlegend anpassen. Zeitpläne sind Richtwerte, Handwerker kommen und gehen, Bürokratie kostet Nerven. Emilys Haltung – Freundlichkeit statt Druck – ist dabei keine Schwäche, sondern kulturelle Intelligenz.
Finanzielle Planung ist alles: Kai hat Ersparnisse und eine Erbschaft in sein Kenia-Abenteuer investiert – Land, Hausbau, Kinderwunschbehandlung für knapp 13.000 Euro. Wer ohne finanzielles Polster auswandert, wird es in diesem Umfeld sehr schwer haben.
Nachhaltigkeit des Projekts mitdenken: Jennys „Cheetahs Rock“ ist ein leuchtendes Beispiel für Leidenschaft und Durchhaltevermögen – aber auch ein Mahnmal dafür, wie fragil rein spendenfinanzierte Projekte sein können. Als Auswanderer, der im Ausland ein soziales oder tierschützerisches Projekt aufbaut, solltest du von Anfang an Einnahmequellen diversifizieren.
Kulturelle Integration braucht Zeit: Jennys Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung nach über einem Jahrzehnt auf Sansibar zeigen: Akzeptanz entsteht nicht automatisch. Wer langfristig in einer fremden Community lebt und arbeitet, muss aktiv Brücken bauen – und manchmal auch unbequeme Kompromisse eingehen.
Kenia und Sansibar als Auswandererziele – ein kurzer Überblick
Kenia ist für Auswanderer vor allem wegen des vergleichsweise günstigen Lebensstandards, des warmen Klimas und der wachsenden Infrastruktur in Küstenstädten wie Malindi oder Mombasa interessant. Herausforderungen sind die eingeschränkte Planungssicherheit, bürokratische Hürden beim Grundstückskauf und ein Gesundheitssystem, das im Ernstfall schnell an Grenzen stößt.
Sansibar (Tansania) zieht vor allem Auswanderer an, die Natur, Ruhe und ein authentisches afrikanisches Leben suchen. Die Insel lebt stark vom Tourismus, was für Gastronomen, Tierliebhaber und kreative Selbstständige Chancen bietet – aber auch Abhängigkeiten schafft. Behördliche Hürden, kulturelle Unterschiede und die Frage der Aufenthaltsgenehmigungen sind reale Themen, die vor der Auswanderung gründlich recherchiert werden sollten.
Autorenkommentar
Zwei Auswanderer, zwei Kontinente, eine Gemeinsamkeit: Beide haben sich etwas vorgenommen, das die meisten Menschen in Deutschland nie wagen würden – und zahlen dafür einen Preis, der im Fernsehen nur ansatzweise sichtbar wird. Kai und Emily rühren mich nicht wegen ihrer Liebesgeschichte, sondern wegen ihrer Nüchternheit. Da ist keine Romantik-Blase, kein Africa-Dream-Kitsch – sondern zwei Menschen, die pragmatisch zusammenarbeiten und dabei zufällig glücklich sind.
Jenny Amanns Geschichte kenne ich als langjährigen Expat gut: Man fängt klein an, mit Herzblut statt Businessplan, und irgendwann sitzt man mittendrin in einem Projekt, das größer ist als man selbst. Das ist kein Fehler – aber man sollte die Augen offen halten.
Jan Harmening, Expat seit 2005
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Alle Berichte zu den Goodbye Deutschland 2026 Protagonisten und Folgen
- Goodbye Deutschland! Die Auswanderer: 1. Folge im Januar 2026
- GD Folge 2: Kalifornien & Mallorca – Liebe, Neuanfang und bittere Realität
- GD Folge 3: Sansibar & Mallorca – Vier Schicksale zwischen Traum und Realität
- GD Folge 4 „Große Entscheidungen“: Liebe, Opfer und das Leben auf der Insel
- Goodbye Deutschland Folge 5 – 16.01.2026: Krise in Thailand
- Goodbye Deutschland Folge 6 – 19.01.2026: Kanada
- Goodbye Deutschland Folge 7 – 23.01.2026: Türkei & Irland
- Goodbye Deutschland Folge 8 2026: Dessous, Luxus, Minigolf in Nordafrika
- Goodbye Deutschland Folge 9 in 2026: Tina Palumbo in Wyoming
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 10: „Alles riskiert für die Liebe“
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 11: Die Bilanz
- Goodbye Deutschland Folge 12: „Magie in Vegas, Tauchschule in Afrika“
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 13: Schweden & Florida – Die Bilanz
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 14: Fernehe & Neustart
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 15: China und Dänemark
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 16: Drei Paare auf Gran Canaria
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 17: Brasilien & Peru
- Goodbye Deutschland Folge 18 – „Oksanas Welt: Popstar-Träume platzen“
- Goodbye Deutschland Folge 19: Huskyfarm in Lappland und Neustart in Dänemark
- Goodbye Deutschland 2026 Folge 20: Chaos im Modeladen
- Goodbye Deutschland Folge 21: Birgit steigt wieder ins Berufsleben ein
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- Goodbye Deutschland 2026 Folge 24: „Einmal Schweden und zurück?“
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- Goodbye Deutschland 2026 Folge 26: Nici Töpperwien im Playboy
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- Goodbye Deutschland Folge 30 – Auswanderer-Kids: Jetzt reden wir! (2)
- Goodbye Deutschland Folge 31: Kai in Kenia und Jenny auf Sansibar
- Goodbye Deutschland Folge 32: Kanaren – Neue Geschäftsmodelle
- Goodbye Deutschland Folge 33: Mallorca – Dubai
