Goodbye Deutschland Folge 8 – 26.01.2026: Dessous, Luxus und Minigolf in Nordafrika

Am 26. Januar 2026 strahlte VOX die achte Folge der Goodbye-Deutschland-Staffel 2026 aus. Unter dem Titel „Dessous, Luxus und Minigolf in Nordafrika“ begleitete die zweistündige Doku-Soap gleich drei Auswanderergeschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch alle dasselbe Ziel eint: ein neues Leben jenseits der deutschen Grenzen, mit allem Mut und allen Risiken, die das mit sich bringt.

Worum geht es in Folge 8?

Folge 8 der Goodbye-Deutschland-Staffel 2026 trägt den Titel „Dessous, Luxus und Minigolf in Nordafrika“ und wurde am 26. Januar 2026 um 20:15 Uhr auf VOX ausgestrahlt. Sie zeigt drei Auswanderergeschichten aus Ägypten und Tunesien: Familie Burandt-Martin/Alves plant eine Eisdiele in Hurghada, Monika baut in Sahl Hasheesh ein Immobilienunternehmen auf, und Markus und Gisela Schütz wagen mit einer Minigolfanlage in Mahdia/Tunesien einen Neustart.

Familie Burandt-Martin/Alves: Eisdiele und Dessous in Hurghada

Martina Burandt-Martin und Michael Alves wagen gemeinsam mit ihren beiden jüngsten Söhnen Ike (17) und Steve (14) den Sprung nach Ägypten. Der Auslöser war ein Urlaub in Hurghada: Das gute Wetter, die hohe Lebensqualität und eine wachsende Unzufriedenheit mit der deutschen Politik ließen den lange gehegten Auswandertraum zur konkreten Entscheidung werden.

Ihr Geschäftsmodell: eine eigene Eisdiele mit selbstgemachtem Eis. Michael gibt sich dabei kämpferisch optimistisch. In Bad Bodenteich lassen sie ihren Getränkefachhandel und Martinas Dessousladen zurück – um die Geschäfte und das Haus soll sich Tochter Jasmin kümmern. Schon beim Abschied wird klar: Hier wird nicht leichtfertig entschieden. Die Familie setzt echte Existenzgrundlagen aufs Spiel.

Martinas langfristiger Traum geht noch weiter: Sobald die Eisdiele steht, möchte sie auch in Hurghada einen Dessousladen eröffnen – gewissermaßen ein Import des eigenen Lebenswerks nach Ägypten. Das wäre tatsächlich ein Novum am Roten Meer, denn ein solches Geschäft gibt es in Hurghada bislang nicht.

Doch der Start verläuft holprig. Die geplante Wohnung ist zum Einzugstermin noch nicht fertig, sodass die Familie zunächst mit einer Übergangslösung leben muss. Ein klassisches Szenario für Nordafrika-Auswanderer: Zeitpläne sind dort eher als grobe Orientierung zu verstehen, nicht als verbindliche Zusagen.

Was die Folge nicht zeigt – aber wichtig ist

Wer nach Ägypten auswandert und dort ein Gewerbe betreiben will, sollte wissen: Die Unternehmensgründung als Ausländer in Ägypten ist bürokratisch aufwändig. Du brauchst in der Regel einen ägyptischen Geschäftspartner oder gründest über spezielle Investitionszonen. Hurghada gilt zwar als tourismusfreundlich, aber Fremdwährungskonten, Gewinnrepatriierung und Importgenehmigungen bleiben Stolpersteine. Auch das Thema Lizenzen für Lebensmittelbetriebe erfordert Geduld und lokale Unterstützung.

Monika: Neustart in Sahl Hasheesh nach gescheiterter Ehe

Monikas Geschichte beginnt mit einem Einschnitt: Nach dem Ende ihrer Ehe beschloss sie, ihr Leben grundlegend neu zu gestalten. In ihrer niederbayerischen Heimat fühlte sie sich unter Menschen, die ihr keinen Erfolg gönnten, schon lange nicht mehr wohl. Also zog sie die Konsequenz und wanderte nach Sahl Hasheesh aus – einem kleinen Luxusresort an einer zwölf Kilometer langen Küste nahe Hurghada, wo sich auf ehemaligem Wüstensand ein mondänes Ferienziel entwickelt.

Dort hat Monika inzwischen ein eigenes Unternehmen aufgebaut: Sie verwaltet, vermietet und verkauft Apartments, die sie selbst einrichtet. Ihre aktuelle Kundin ist ein russischer Bauunternehmer, für den sie drei Wohnungen in einem engen Zeitfenster ausstatten muss.

Monikas Geschichte ist insofern besonders, weil sie nicht mit einem fertigen Plan ankam, sondern sich vor Ort eine neue Existenz erarbeitete. Sahl Hasheesh ist kein typisches Auswandererziel – es ist ein künstlich geschaffenes Luxussegment, das auf zahlungskräftige internationale Käufer ausgerichtet ist. Wer dort im Immobilienbereich arbeitet, bewegt sich in einem dynamischen Markt, der jedoch stark von Investitionsschwankungen und der politischen Stabilität Ägyptens abhängt.

Markus und Gisela Schütz: Minigolf in Tunesien – ein Traum trifft auf Bürokratie

Markus (40) und Gisela Schütz (49) aus Neuss geben ihre sicheren Jobs und ihr geregeltes Leben auf, um in ihrem Traumland Tunesien zu starten. In der Touristenstadt Mahdia sehen sie eine Marktlücke und investieren rund 40.000 Euro in eine Minigolfanlage – obwohl sie selbst keine leidenschaftlichen Minigolfspieler sind.

Sie bereiten das Gelände eigenhändig vor, stecken die Bahnen ab und heben Erde aus. Die Anlage wird aus Deutschland geliefert, doch Probleme mit dem tunesischen Zoll, zusätzliche Gebühren und blockierte Geldfreigaben bringen das Paar an seine nervlichen Grenzen. Nach sechs Wochen Aufbau stehen alle 18 Bahnen – nun warten Markus und Gisela gespannt auf die ersten zahlenden Gäste.

Das klingt nach einem Happy End, ist aber erst der Anfang. Wer in Tunesien ein Tourismusgeschäft aufbaut, steht vor strukturellen Herausforderungen: Die Touristenzahlen schwanken je nach politischer Lage und Sicherheitswahrnehmung in Europa erheblich. Mahdia ist weniger bekannt als Sousse oder Djerba – was einerseits günstigere Einstiegskonditionen bedeutet, andererseits aber auch weniger Laufkundschaft. Dazu kommt: Minigolf ist in Tunesien kulturell kein etabliertes Freizeitformat. Das Konzept richtet sich also fast ausschließlich an europäische Urlauber, was die Saison stark einschränkt.

Reaktionen und Meinungen der Zuschauer

Die Folge löste in der Community gemischte, aber lebhafte Reaktionen aus. Besonders die Geschichte von Markus und Gisela polarisierte: Viele Zuschauer zeigten sich beeindruckt vom handwerklichen Einsatz des Paares, fragten aber kritisch, ob 40.000 Euro für eine Minigolfanlage in einem unsicheren Tourismusmarkt wirklich gut angelegt sind. Die Sorge um mangelnde Branchenerfahrung war dabei ein wiederkehrendes Thema.

Martina und Michaels Eisdiele in Hurghada stieß auf breites Wohlwollen, allerdings auch auf nüchterne Stimmen: Hurghada sei bereits von deutschen Auswanderern gut erschlossen, der Markt für kleine Gastronomiekonzepte hart umkämpft. Martinas Vision eines Dessousladens dagegen wurde von vielen als kreativ und mutig eingestuft – eine echte Nische in einem konservativen Land, die aber auch kulturell heikel sein kann.

Monika erhielt durchgehend positive Reaktionen. Ihr Weg – nach persönlichem Tiefpunkt ins Ausland, ohne vorgefertigten Plan, und trotzdem erfolgreich – wirkte auf viele Zuschauer authentischer als klassische Familiengeschichten mit fertigem Businessplan. Mehrfach wurde kommentiert, dass sie die stärkste Persönlichkeit der Folge sei.

Was du aus dieser Folge für deine eigene Auswanderung mitnehmen kannst

Alle drei Geschichten dieser Folge zeigen: Nordafrika ist keine Auswandererdestination für Unentschlossene. Ägypten und Tunesien bieten niedrige Lebenshaltungskosten, Sonne und Wärme – aber auch bürokratische Hürden, rechtliche Unsicherheiten für Selbstständige und eine Abhängigkeit vom Tourismus, die Geschäftsmodelle schnell ins Wanken bringen kann.

Wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, nach Ägypten oder Tunesien auszuwandern, sollte sich im Vorfeld intensiv mit den dortigen Aufenthaltsregelungen, der steuerlichen Situation und den Möglichkeiten zur legalen Unternehmensführung als Ausländer auseinandersetzen. Ein Urlaubsgefühl ist kein Businessplan – das zeigt Folge 8 von Goodbye Deutschland deutlicher als so manche andere Episode.

Alles für deinen sorglosen Umzug ins Ausland

Jan Harmening
Jan Harmening
Autor

„Nordafrika als Auswandererziel – das ist nichts für jemanden, der einfach nur dem deutschen Winter entfliehen will. Ägypten und Tunesien haben mich über die Jahre immer wieder beschäftigt, nicht als Wohnsitz, aber als Beobachter des Auswanderergeschehens. Was mich an dieser Folge wirklich packt, ist die Kombination aus echtem Mut und einer gewissen Naivität, die bei allen drei Geschichten durchschimmert – und zwar auf eine Art, die ich gut kenne. Wer auswandert, unterschätzt fast zwangsläufig die bürokratischen Realitäten des Ziellandes. Zoll, Lizenzen, blockierte Geldfreigaben – das sind keine seltenen Ausnahmen in Nordafrika, das ist der Alltag. Markus und Gisela haben das am härtesten zu spüren bekommen, und ich kann nur sagen: Sechs Wochen Aufbau unter diesen Bedingungen ist eine Leistung, die Respekt verdient, egal wie die Geschichte weitergeht.

Was mich bei Monika am meisten anspricht, ist das Fehlen eines vorgestanzten Plans. Sie kam nicht mit einem Fünfjahreskonzept und einem Businessplan aus der Unternehmensberatung – sie kam mit dem Willen, etwas aus einer schwierigen Lebenssituation zu machen. Genau das ist es, was Auswanderung in ihrer ehrlichsten Form ausmacht. Hurghada und Sahl Hasheesh sind Märkte, die ich für anspruchsvoller halte als sie im Fernsehen wirken – aber wer dort trotzdem Fuß fasst, hat bewiesen, dass er es ernst meint. Bei Martinas Dessous-Traum bin ich gespannt, wie das kulturell aufgenommen wird. Das ist ein Konzept, das ich in dieser Region schlicht noch nicht gesehen habe – und das ist in meiner Erfahrung entweder ein sehr gutes oder ein sehr schlechtes Zeichen.

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