Goodbye Deutschland Folge 15 (16.02.2026): Bratwürste für China und ein Angelteich in Dänemark

Sendetermin: Montag, 16. Februar 2026, 20:15 Uhr auf VOX Länge: 125 Minuten Folge: 134 (Staffel 70 / Staffel 2026, Episode 15)

In dieser Doppelfolge begleitet „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ zwei sehr unterschiedliche Auswanderergeschichten: Steffen Roeder und seine chinesische Frau Hong Yao wagen den Sprung in die Gastronomie in China, während Familie Thiel aus Duisburg alles auf einen Angelteich in Dänemark setzt. Beide Geschichten haben eines gemeinsam: Sie zeigen, wie dünn der Grat zwischen Mut und Scheitern beim Auswandern sein kann.

Steffen Roeder und Hong Yao: Sächsische Bratwurst im Reich der Mitte

Wohin sind sie ausgewandert?

Steffen Roeder und seine Frau Hong Yao wollten in China mit einem deutschen Cateringservice groß durchstarten — die sächsische Bratwurst sollte die Chinesen kulinarisch überzeugen. Nachdem die beiden zunächst ihr Glück in Peking versucht hatten, dort jedoch beide ihre Jobs verloren, zog es sie in den Heimatort von Hong Yao, wo der Neustart gelingen sollte.

Der gebürtige Sachse Steffen brachte eine klare kulinarische Idee mit: Wer in einem Land mit über 1,4 Milliarden Menschen eine Nische für deftige deutsche Wurst besetzt, könnte damit richtig gut verdienen. Der Plan klang verlockend — die Umsetzung stellte das Paar aber schnell vor erhebliche Probleme.

Welche Herausforderungen hatten sie?

Der Standplatzvermieter tauchte gar nicht erst auf und das Besorgen der Zutaten gestaltete sich schwierig. Dazu kommt, dass Steffen die Sprache seiner neuen Heimat überhaupt nicht spricht. Das macht jeden einzelnen Einkauf, jede Verhandlung und jeden Behördengang zum kleinen Abenteuer — im negativen Sinne.

Bis das Geschäft richtig anlief, wohnte das Paar bei der Mutter von Hong Yao. Doch auch hier kam es immer wieder zu Reibereien, da die Zweizimmerwohnung schlicht zu klein war.

China dürfte dem deutschen Essen nicht gerade aufgeschlossen gegenüberstehen. Allein schon die Etablierung bringt Schwierigkeiten mit sich, ebenso das Zusammenleben mit der Schwiegermutter, das zu einer erheblichen Belastung wurde.

Sprachbarriere, fehlende Infrastruktur, kulturelle Skepsis gegenüber dem Produkt und beengte Wohnverhältnisse — das Quartett an Problemen, das Steffen und Hong Yao gleichzeitig bewältigen müssen, ist für viele Zuschauer schmerzhaft bekannt. Wer schon einmal in einem Land ohne Sprachkenntnisse etwas aufbauen wollte, weiß: Selbst einfache Aufgaben kosten dann das Dreifache an Nerven und Zeit.

Hintergrund und Einordnung

Es ist wichtig zu wissen, dass diese Geschichte von Steffen Roeder und Hong Yao keine brandneue Episode aus dem Jahr 2026 ist — VOX zeigt hier Material, das ursprünglich bereits 2017 ausgestrahlt wurde. Das ist bei Goodbye Deutschland gängige Praxis: Ältere Geschichten werden unter neuem Titel wieder ins Programm gehoben, oft ohne für den flüchtigen Zuschauer erkennbare Kennzeichnung. Das erklärt auch, warum Steffen damals als 54-Jähriger beschrieben wird — die Geschichte spielt einige Jahre zurück.

Für dich als Zuschauer bedeutet das: Was du siehst, ist nicht der aktuelle Stand der Auswanderung, sondern ein Blick in die Vergangenheit. Wie es Steffen und Hong Yao heute wirklich geht, bleibt offen — VOX schließt solche Wiederholungsfolgen selten mit einem aktuellen Update.

Familie Thiel: Raus aus Hartz IV, rein in den dänischen Angelteich

Wohin sind sie ausgewandert?

Doreen Thiel (33) und ihr Mann Andreas (36) hatten einen klaren Plan: Raus aus der Arbeitslosigkeit in Duisburg, rein in die Selbstständigkeit in Dänemark. Begleitet von den Kameras pachtete die Familie einen Fischteich samt Ferienhaus. Andreas, ein passionierter Angler, wollte damit den Lebensunterhalt sichern.

Die Geschäftsidee dahinter war denkbar einfach: Hobbyangler sollten gegen eine Gebühr an dem gepachteten Teich fischen dürfen. Doreen wollte parallel dazu mit einem kleinen Kiosk für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Dänemark als Zielland liegt für viele Deutsche nahe, gilt als stabil und sauber — und genau diese Nähe und vermeintliche Einfachheit verführt oft dazu, die reellen Hürden einer Selbstständigkeit im Ausland zu unterschätzen.

Welche Herausforderungen hatten sie?

Mit im Gepäck: 5.000 Euro Erspartes, jedoch ohne nennenswerte Sprachkenntnisse. Trotz großer Träume stellte sich der erhoffte Erfolg nicht ein. Der große Ansturm auf den Teich blieb aus — und dementsprechend auch der auf den Kiosk. Die Fixkosten, insbesondere die monatliche Pacht von 2.500 Euro, verschlangen die Ersparnisse schnell, und die Einnahmen blieben weit hinter den Erwartungen zurück.

Doreen selbst hatte mit Fischen wenig am Hut und machte den Schritt hauptsächlich ihrem Mann zuliebe. Das ist ein klassisches Muster, das sich in vielen Goodbye-Deutschland-Auswanderungen wiederholt: Einer trägt die Idee und die Begeisterung, der andere folgt — und wenn es dann holprig wird, fehlt der zweiten Person oft die innere Überzeugung, die man in schwierigen Phasen so dringend braucht.

Währenddessen zog ein nahegelegener Konkurrenz-Teich deutlich mehr Kunden an, und die Besucherzahlen blieben bei Familie Thiel hinter den Erwartungen zurück. Das ist ein Problem, das viele Selbstständige im Ausland unterschätzen: Die Konkurrenz kennt den lokalen Markt, spricht die Sprache und hat das Vertrauen der einheimischen Kundschaft. Ein zugezogenes deutsches Pärchen mit fünftausend Euro Startkapital und null Dänischkenntnissen hat es da strukturell schwer.

Hintergrund und Einordnung

Auch die Geschichte von Familie Thiel ist kein Inhalt aus dem Jahr 2026 — im Jahr 2011 wagte Familie Thiel das große Abenteuer. VOX zeigt diese Episode mehr als ein Jahrzehnt später erneut. Für Zuschauer, die die Sendung regelmäßig verfolgen, kann das verwirrend sein — für Neuzuschauer wirkt es wie eine aktuelle Geschichte.

Reaktionen und Meinungen der Zuschauer

Beide Geschichten treffen bei den Zuschauern auf unterschiedliche Reaktionen, die sich in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten regelmäßig wiederholen.

Bei Steffen und Hong Yao bewundert ein Teil der Zuschauer den Mut, mit einer so bodenständigen Idee in einem so fremden Land anzufangen. Gleichzeitig ist die Kritik laut: Wer ohne jegliche Sprachkenntnisse in ein Land wie China auswandert und dort eine Geschäftsidee umsetzen will, stellt die Geduld seiner chinesischen Partnerin auf eine harte Probe — und bürdet ihr faktisch die gesamte Kommunikation auf. Viele Kommentatoren fragen sich, wie nachhaltig eine solche Aufgabenverteilung in einer Beziehung ist.

Bei Familie Thiel dominiert ein Mix aus Mitgefühl und Kopfschütteln. Das Mitgefühl gilt Doreen, die den Schritt vor allem wegen Andreas unternommen hat. Das Kopfschütteln gilt der Kalkulation: 5.000 Euro Erspartes bei einer Monatsmiete von 2.500 Euro ergibt rein rechnerisch eine Sicherheitsreserve von zwei Monaten — ohne Lebenshaltungskosten, ohne Fischbesatz, ohne Anlaufzeit für das Geschäft. Viele Kommentatoren sehen darin keinen Plan, sondern einen Sprung ins kalte Wasser — wörtlich genommen.

Immer wieder taucht in den Diskussionen um Folgen wie diese auch die Frage auf, ob VOX-Wiederholungen als solche klarer gekennzeichnet werden sollten. Das Sender-Modell, alte Geschichten neu aufzuwärmen, stößt bei einem wachsenden Teil der Stammzuschauer auf Kritik — gerade wenn keine Hinweise auf den aktuellen Stand der gezeigten Personen folgen.

Was du daraus für deine eigene Auswanderung mitnehmen kannst

Beide Geschichten aus dieser Folge sind lehrreich — nicht weil sie zeigen, wie es geht, sondern weil sie deutlich machen, woran es oft mangelt.

Sprachkenntnisse sind kein Nice-to-have. Wer wie Steffen Roeder in einem nicht-europäischen Land eine eigene Geschäftsidee umsetzen will, ohne auch nur ein Wort der Landessprache zu sprechen, delegiert seine Handlungsfähigkeit vollständig an den Partner. Das funktioniert im Alltag, kostet aber in schwierigen Situationen enorm viel Kraft — auf beiden Seiten.

Startkapital muss die Anlaufzeit abdecken. Ein bewirtschafteter Angelteich mit monatlichen Fixkosten von 2.500 Euro braucht Zeit, bis er sich trägt. Wer mit 5.000 Euro startet, hat buchstäblich keine Puffer für Überraschungen — und beim Auswandern gibt es immer Überraschungen.

Beide Partner müssen hinter der Idee stehen. Wenn einer den Traum trägt und der andere einfach mitkommt, fehlt in der Krisenphase oft die gemeinsame Motivation zum Durchhalten. Das sehen Zuschauer bei Goodbye Deutschland in regelmäßigen Abständen — und Familie Thiel ist ein klassisches Beispiel dafür.

Marktanalyse vor Ort ist unersetzlich. Ob ein Angelteich in der Region überhaupt Bedarf deckt oder ob direkte Konkurrenz schon gut etabliert ist, lässt sich nicht vom deutschen Wohnzimmer aus recherchieren. Ein Vorortbesuch vor der Entscheidung ist in solchen Fällen keine Option, sondern Pflicht.

Fazit zu Folge 15 vom 16.02.2026

„Bratwürste für China und ein Angelteich in Dänemark“ ist eine Doppelfolge, die zwei sehr menschliche Geschichten zeigt: Menschen, die das Beste wollen und dabei strukturell schlecht vorbereitet sind. Steffen und Hong Yao kämpfen mit Sprachbarrieren, kulturellen Missverständnissen und beengten Verhältnissen. Familie Thiel kämpft mit falschen Erwartungen, zu wenig Kapital und einem ungleich verteilten Enthusiasmus.

Dass beide Geschichten ursprünglich aus deutlich früheren Jahren stammen und hier als neue Folge verpackt werden, schmälert ihren dokumentarischen Wert nicht — aber es zeigt, dass bei VOX das Repertoire an echten Neugeschichten offenbar nicht immer ausreicht, um den Sendeplatz zu füllen. Für dich als Zuschauer und potenziellen Auswanderer sind beide Episoden dennoch wertvoller Lehrstoff: Sie zeigen, dass der Traum vom selbstbestimmten Leben im Ausland nur dann trägt, wenn er auf einem soliden Fundament aus Planung, Sprachkompetenz und realistischer Finanzplanung steht.

Alles für deinen sorglosen Umzug ins Ausland

Häufige Fragen zu Goodbye Deutschland Folge 15 (2026)

Was passiert in Goodbye Deutschland Folge 15 vom 16. Februar 2026?
In Folge 15 der Staffel 2026 werden zwei Auswanderergeschichten gezeigt: Steffen Roeder und seine chinesische Frau Hong Yao versuchen, mit einem deutschen Cateringservice und sächsischer Bratwurst in China Fuß zu fassen. Parallel dazu pachet Familie Thiel aus Duisburg einen Angelteich in Dänemark, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen.

Wer ist Steffen Roeder bei Goodbye Deutschland?
Steffen Roeder ist ein gebürtiger Sachse, der gemeinsam mit seiner chinesischen Frau Hong Yao nach China ausgewandert ist. Ihr Geschäftskonzept: ein Cateringservice mit sächsischer Bratwurst. Die Geschichte wurde ursprünglich 2017 bei VOX ausgestrahlt.

Wer ist Familie Thiel bei Goodbye Deutschland?
Familie Thiel besteht aus Doreen (33) und Andreas Thiel (36) sowie ihrer Tochter. Das Paar zog von Duisburg nach Dänemark, um einen gepachteten Angelteich zu bewirtschaften und sich eine neue Existenz aufzubauen.

Warum scheiterte Familie Thiel mit dem Angelteich in Dänemark?
Die Familie startete mit nur 5.000 Euro Erspartem bei einer monatlichen Pacht von 2.500 Euro. Der erhoffte Zulauf an Anglern blieb aus, während ein Konkurrenz-Teich in der Nähe besser lief. Fehlende Sprachkenntnisse und zu geringes Startkapital erwiesen sich als zentrale Probleme.

Sind die Geschichten in Goodbye Deutschland Staffel 2026 neu?
Nicht immer. Folge 15 vom 16.02.2026 zeigt Wiederholungen älterer Episoden: Die Geschichte von Steffen Roeder und Hong Yao stammt ursprünglich aus dem Jahr 2017, die von Familie Thiel aus dem Jahr 2011. VOX wiederholt ältere Beiträge regelmäßig, kennzeichnet sie aber nicht immer eindeutig als Wiederholungen.

Jan Harmening
Jan Harmening
Autor

„Zwei Geschichten, zwei Länder, ein gemeinsamer Nenner: Der Wille zum Aufbruch war da — die Vorbereitung nicht.

Steffen Roeder in China ist für mich das Paradebeispiel eines Auswanderers, der sich vollständig auf seine Frau als Brücke zur neuen Heimat verlässt. Hong Yao dolmetscht, verhandelt, erklärt und navigiert — und trägt dabei das emotionale Gewicht für zwei. Ich kenne solche Konstellationen aus eigener Erfahrung: Sie funktionieren, solange alles läuft. Sobald es knirscht, wird die ungleiche Lastverteilung zum echten Risikofaktor für die Beziehung.

Bei Familie Thiel trifft mich vor allem die Kalkulation. Zwei Monate Pufferkapital bei einem riskanten Selbstständigkeitsprojekt in einem fremden Land — das ist kein Plan, das ist Hoffnung. Und Doreen, die den Schritt ihrem Mann zuliebe gemacht hat, ohne selbst vom Angeln irgendwas zu halten: Das kenne ich auch. Wer nicht aus innerer Überzeugung auswandert, sondern aus Loyalität, hat in der ersten echten Krise schlicht keinen eigenen Anker.

Dass VOX beide Geschichten als Folge 2026 verpackt, obwohl sie aus 2017 und 2011 stammen, ist eine Praxis, die ich für zunehmend unehrlich halte. Die Zuschauer verdienen wenigstens einen kurzen Einblendungshinweis — kein Update, keine Einordnung, nur ein „Das lief damals so“ reicht nicht.

Trotzdem: Als Lehrbeispiel für das, was beim Auswandern schiefläuft, sind beide Geschichten zeitlos gültig. Genau deshalb schauen wir ja.

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