Goodbye Deutschland Folge 9 – Tina Palumbo in Wyoming (26.01.2026)

Worum geht es in der Folge?

Tina Palumbo (39) wagt den Schritt und wandert aus. Ihr Ziel ist die kleine Stadt Laramie im US-Bundesstaat Wyoming. Es ist bereits ihr zweiter Versuch, gemeinsam mit ihrem amerikanischen Mann Jason (44) dort ein glückliches Leben aufzubauen. Nur für ihn verlässt Tina mit dem gemeinsamen Sohn Benni (8) ihre Heimat und ihre Freunde – denn Jason möchte in seiner Heimatstadt eine bayerische Bar eröffnen. Die Folge wurde am 26. Januar 2026 auf VOX ausgestrahlt und trägt den Untertitel „Für die Liebe ins Ausland! Und wieder zurück?“

Wohin ist Familie Palumbo ausgewandert?

Das Ziel der Familie ist Laramie in Wyoming, USA – eine kleine Universitätsstadt, bekannt für weite Landschaften, raue Winter und eine eher überschaubare Infrastruktur für Europäer. Laramie liegt auf einer Höhe von rund 2.200 Metern, hat etwa 32.000 Einwohner und ist Heimat der University of Wyoming. Das Leben dort ist vergleichsweise günstig, aber auch deutlich entschleunigter als in deutschen Städten – ein Kontrast, der Tina bereits beim ersten Versuch zu schaffen machte.

Die Geschichte dahinter – Liebe auf den zweiten Blick

Die eigentliche Geschichte der Palumbos begann in Trenton, der Hauptstadt von New Jersey, wo Tina als Friseurin arbeitete. Gegenüber in einem Coffeeshop lernte sie Jason Palumbo kennen, den Manager des Ladens, der regelmäßig in ihren Salon kam. Die Romanze entwickelte sich schnell: Kaum drei Monate nach dem Kennenlernen trug Tina seinen Namen. Die Hochzeit fand noch in New Jersey statt, bevor das frisch verheiratete Paar nach Laramie in Wyoming zog. Tina arbeitete dort als Friseurin, Jason betrieb eine Disco und Bar.

Der erste Wyoming-Aufenthalt hielt jedoch nicht lange. 2003 wollte Tina unbedingt zurück nach Deutschland – starkes Heimweh und die Isolation in Wyoming machten ihr so sehr zu schaffen, dass ihre Mutter ihr half, in der fränkischen Heimat einen Friseursalon zu übernehmen. Zunächst kehrte sie alleine zurück; Jason wickelte noch alles in Laramie ab und folgte ihr später. In den folgenden Jahren wurde der gemeinsame Sohn Benni geboren. Jetzt, mehr als zehn Jahre später, zieht es Jason wieder zurück in seine Heimat – und Tina muss entscheiden, ob sie diesmal mitziehen kann und will.

Jasons Traumprojekt – eine bayerische Bar in Wyoming

Jasons Geschäftsidee ist so ungewöhnlich wie er selbst: Als Betreiber eines deutsch thematisierten Lokals namens „Shocktoberfest“ in Laramie wusste er von Anfang an, dass nicht alle von der Idee eines deutschen Biergartens in Wyoming begeistert sein würden. Er beschrieb es selbst als ein Konzept, das die Leute entweder lieben oder hassen.

Das Lokal in der Third Street in Laramie wurde jedoch von Behörden mit einer umfangreichen Liste an Auflagen konfrontiert – eine kombinierte Gesundheits- und Feuerschutzinspektion förderte mehrere Mängel zutage, und Jason befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Deutschland. Die finanziellen und logistischen Hürden erwiesen sich als erheblich. Das zeigt exemplarisch, wie unterschätzt bürokratische Anforderungen bei einer Gastronomiegründung in den USA sein können – selbst für jemanden mit US-Staatsbürgerschaft.

Die Herausforderungen der Auswanderung

Für Tina Palumbo ist diese Auswanderung keine abstrakte Idee, sondern eine emotionale Herausforderung mit konkreter Vorgeschichte.

Das Heimweh, das Tina beim ersten Mal aus Wyoming trieb, war kein vorübergehendes Gefühl – es war ein grundlegendes Problem der Entwurzelung. Laramie ist kein klassisches Auswandererziel für Deutsche: Es gibt keine nennenswerte deutschsprachige Community, keine kurzen Wege nach Hause und keine gewohnte Infrastruktur.

Als gelernte Friseurin braucht Tina in den USA eine staatliche Lizenz, um ihren Beruf ausüben zu dürfen. Jeder US-Bundesstaat hat eigene Anforderungen – in Wyoming sind je nach Lizenzart mehrere hundert Unterrichtsstunden und eine Prüfung erforderlich. Wer in Deutschland seinen Abschluss gemacht hat, muss trotzdem von vorne anfangen.

Da Jason US-Amerikaner ist, hat Tina als Ehepartnerin grundsätzlich die Möglichkeit, eine Green Card zu beantragen. Der Prozess dauert jedoch oft ein bis zwei Jahre, ist mit erheblichen Kosten und Behördengängen verbunden und schränkt die Erwerbsmöglichkeiten in der Zwischenzeit stark ein.

Für den achtjährigen Benni bedeutet die Auswanderung einen kompletten Umbruch: neue Sprache, neues Schulsystem, neue Freunde. Kinder in dem Alter lernen zwar schnell Englisch, aber der soziale Stress eines Neuanfangs ist trotzdem real.

Hinzu kommt das Klima: Wyoming ist kein Sonnenstaat. Laramie liegt auf über 2.200 Metern Höhe, die Winter sind kalt und lang, Schneestürme keine Seltenheit. Wer aus dem fränkischen Schnaittach kommt und sich mehr Sonne erhofft, wird in Wyoming oft enttäuscht.

Reaktionen und Meinungen der Zuschauer

Tina Palumbos Geschichte polarisiert das Publikum – und das ist nachvollziehbar. Verständnis und Mitgefühl bekam Tina vor allem dafür, dass sie für ihre Ehe bereit ist, einen erneuten Anlauf zu wagen, obwohl der erste Versuch gescheitert ist. Viele Zuschauer schätzten ihre Offenheit, die eigene Ambivalenz nicht zu verbergen. Das macht ihre Geschichte greifbarer als viele andere Auswandererporträts der Sendung, die durchgehend positive Aufbruchsstimmung inszenieren.

Skepsis gab es hingegen an Jasons Plan, in einer Kleinstadt wie Laramie erneut ein gastronomisches Konzept mit deutschem Flair zu starten – zumal das Projekt bereits früher in ernste Schwierigkeiten geraten war. Zuschauer mit Kenntnis des US-Gastronomiemarkts wiesen darauf hin, dass Themenrestaurants in Universitätsstädten zwar Potenzial haben, aber auch extrem wettbewerbs- und regulierungsanfällig sind.

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt war die klassische Rollenverteilung: Tina folgt Jason, gibt ihre Heimat, ihren Beruf und ihr soziales Umfeld auf – während Jason in seiner eigenen Heimat ankommt und seinen Traum verwirklichen will. Diese Asymmetrie blieb bei vielen Zuschauern nicht unbemerkt.

Was macht Laramie als Auswanderungsziel aus?

Wyoming ist für Europäer kein typisches Ziel – und genau das macht die Geschichte von Familie Palumbo so interessant. Wyoming ist der am dünnsten besiedelte US-Bundesstaat mit rund 580.000 Einwohnern auf einer Fläche größer als Deutschland.

Auf der Habenseite stehen moderate Lebenshaltungskosten im US-Vergleich, keine staatliche Einkommensteuer (Wyoming erhebt keine ’state income tax‘), spektakuläre Natur und die Nähe zum Yellowstone National Park. Wer Weite, Stille und Outdoor-Leben schätzt, findet hier ein sehr eigenständiges Lebensgefühl.

Auf der anderen Seite bedeutet die Abgeschiedenheit lange Wege zu Spezialisten, Behörden oder deutschsprachigen Gemeinschaften. Internationale Flugverbindungen sind nur über Denver oder Salt Lake City erreichbar. Wer soziale Anschlüsse oder einen lebhaften Kulturkalender gewohnt ist, stößt in Laramie schnell an Grenzen.

Was kann man aus Tinas Geschichte lernen?

Tinas Fall illustriert eine der häufigsten Fallen bei bikulturellen Auswanderungen: Die Entscheidung wird vom Partner mit der stärkeren Ortsbindung dominiert, während der andere die eigentliche Anpassungsarbeit leisten muss. Das bedeutet nicht, dass solche Auswanderungen zum Scheitern verurteilt sind – aber es zeigt, wie wichtig es ist, vor dem Aufbruch konkrete Antworten auf konkrete Fragen zu haben: Wie kann ich meinen Beruf ausüben? Was passiert, wenn das gemeinsame Geschäftsprojekt nicht funktioniert? Was ist der Plan B?

Wer aus Liebesgründen in eine weniger bekannte Region auswandern möchte, sollte Tinas Geschichte als Denkanstoß nehmen – nicht als Abschreckung, sondern als realistisches Bild davon, was emotionale Vorbereitung und ein eigenes berufliches Standbein wert sind.

Häufig gestellte Fragen zu Tina Palumbo bei Goodbye Deutschland

Wohin ist Tina Palumbo ausgewandert?

Tina Palumbo ist nach Laramie im US-Bundesstaat Wyoming ausgewandert, zusammen mit ihrem amerikanischen Ehemann Jason (44) und dem gemeinsamen Sohn Benni (8). Es handelt sich um ihren zweiten Auswanderungsversuch – beim ersten Anlauf Anfang der 2000er Jahre kehrte sie wegen starken Heimwehs nach Deutschland zurück.

Was plant Jason Palumbo in Wyoming?

Jason Palumbo möchte in Laramie eine bayerisch geprägte Bar eröffnen. Er hat in der Vergangenheit bereits ein ähnliches Konzept unter dem Namen „Shocktoberfest“ betrieben, das jedoch aufgrund behördlicher Auflagen und finanzieller Hürden in Schwierigkeiten geriet.

Wann wurde die Folge ausgestrahlt?

Die Folge „Tina Palumbo, Wyoming“ ist die 9. Episode der 2026er Staffel von „Goodbye Deutschland – Die Auswanderer“ und wurde am 26. Januar 2026 ab 22:15 Uhr auf VOX ausgestrahlt.

Warum hat Tina Palumbo Wyoming beim ersten Mal verlassen?

Tina lebte mit Jason bereits Anfang der 2000er Jahre in Laramie, kehrte aber nach zwei Jahren wegen starken Heimwehs nach Deutschland zurück. Die Isolation in Wyoming und die fehlende Nähe zu Familie und Freunden machten ihr so sehr zu schaffen, dass sie den Schritt zurück wagte.

Alles für deinen sorglosen Umzug ins Ausland

Jan Harmening
Jan Harmening
Autor

„Laramie, Wyoming – das ist kein Ort, den man einfach so wählt. Wer dorthin auswandert, tut es aus einem sehr konkreten Grund, meistens aus Liebe. Tinas Geschichte kenne ich in dieser Grundstruktur aus vielen Gesprächen mit Auswanderern: Der eine Partner will zurück in seine Heimat, der andere zieht mit – und trägt dabei die deutlich schwerere Last. Ich habe selbst erlebt, wie unterschiedlich es sich anfühlt, in ein Land zu ziehen, das man sich ausgesucht hat, verglichen mit einem Land, in das man der Beziehung zuliebe geht. Das ist kein Urteil über Tina oder Jason, sondern schlicht eine Realität, die man vor dem Aufbruch ehrlich durchdenken sollte.

Was mich an dieser Folge besonders beschäftigt, ist die Frage nach dem Plan B – sowohl beruflich als auch persönlich. Als Friseurin in einem fremden Bundesstaat neu zu lizenzieren, während der Mann sein Gastronomieprojekt aufbaut und man selbst kaum soziale Anknüpfungspunkte hat: Das ist ein schmaler Grat. Wyoming ist kein einfaches Pflaster für jemanden, der städtisches Leben und ein gewachsenes Netzwerk gewohnt ist. Wer trotzdem diesen Schritt wagt, braucht mehr als Liebe – er braucht einen eigenen Anker im neuen Land.

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