Goodbye Deutschland Folge 25 – Chanelle Wyrsch auf Mallorca: Alles auf eine Karte

Sendedatum: 06. April 2026 | Sender: VOX | Protagonistin: Chanelle Wyrsch | Zielland: Mallorca, Spanien

In Folge 25 der VOX-Dokusoap „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ steht eine Frau im Mittelpunkt, die schon seit ihrer Kindheit von einem Ort träumt: Mallorca. Die Schweizer Sängerin Chanelle Wyrsch verfolgt das Ziel, sich auf der Baleareninsel ein neues Leben aufzubauen und dort als Partyschlager-Sängerin durchzustarten. Ihre Auswanderer-Geschichte ist dabei untrennbar mit ihrer Karriere verknüpft – und alles hängt an einem einzigen Abend.

Wer ist Chanelle Wyrsch?

Chanelle Wyrsch wurde 2017 durch ihre Teilnahme an „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) bekannt, wo sie das Halbfinale erreichte. Sie war zudem die Bachelorette der Schweizer Version im Jahr 2020 und nahm an weiteren Reality-TV-Formaten teil. Auch Auftritte bei „Immer wieder sonntags“ gehören zu ihrer TV-Geschichte, die sie schon als Teenager begann.

Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war die gebürtige Schweizerin 26 Jahre alt und lebte in Köln. Musikalisch bezeichnet sie sich auf ihren Social-Media-Kanälen selbst als „Party Schlager Artist“ – ein Genre, das auf Mallorca naturgemäß seinen größten Absatzmarkt hat.

Privat hat Chanelle in den Jahren vor den Dreharbeiten eine persönliche Transformation durchgemacht: Sie hat eine Gewichtsabnahme von 23 Kilogramm hinter sich und sucht nach eigenen Angaben seit Jahren nach der großen Liebe. Laut eigenen Aussagen ist sie seit sechs Jahren Single.

Warum Mallorca? Die Verbindung zur Insel

Seit ihrer Kindheit verbringt Chanelle fast jeden Sommer auf den Balearen und schwärmt von der Vielfalt und Lebensqualität der Insel. In der Sendung bringt sie es selbst auf den Punkt: „Es ist echt ein Ort, an dem man jeden Tag was Anderes machen kann.“

In dieser Folge von „Goodbye Deutschland“ möchte die Single-Frau nicht nur für sich selbst ein neues Kapitel beginnen – auch ihre Familie will sie eines Tages nach Mallorca holen und dort vereinen. Parallel zu ihren Auftrittsvorbereitungen beginnt sie auf der Insel die Wohnungssuche, idealerweise mit genug Platz, damit ihre Familie sie häufiger besuchen kann und ihre Mutter mittelfristig sogar einen Zweitwohnsitz findet.

Der Megapark-Auftritt: Alles auf eine Karte

Das dramaturgische Herzstück der Folge ist Chanelles Auftritt beim Saison-Opening im Megapark in El Arenal. Die Ballermann-Bühne gilt als härteste Bewährungsprobe für Newcomer – nur wer es schafft, das Publikum auf Anhieb mitzureißen, besteht. Sonst scheitert man gnadenlos.

Rund 30 Minuten Programm muss sie alleine füllen. Die Gage liegt laut Off-Stimme nur im dreistelligen Bereich. Der finanzielle Anreiz ist also minimal – der Karrierewert aber potenziell enorm. Ein eigens produzierter Song soll ihr dabei helfen, ihren Traum vom Leben unter mallorquinischer Sonne wahr werden zu lassen.

Unterstützt wird Chanelle nicht nur von ihrer Mutter und ihrer Schwester, sondern auch von Manager, Produzent und vielen Freunden. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass ihre Schwester Jasmin ihre eigene Schlagerkarriere vor Jahren zugunsten der Familie aufgegeben hat – was Chanelle zusätzlich motiviert, ihren Traum konsequent zu verfolgen.

Die Ernüchterung auf der Bühne

Beim entscheidenden Ballermann-Auftritt läuft nicht alles nach Plan: Trotz ihres vollen Einsatzes verhallt Chanelles „Tinder-Song“ im Publikum, das wenig Interesse an der Newcomerin zeigt. Ihr Song geht zwischen den feiernden Massen unter, das Publikum schenkt ihr kaum Beachtung. „Das Publikum war knallhart“, resümieren Mama und Schwester Jasmin offen vor laufender Kamera.

Doch Chanelle lässt sich nicht entmutigen: „Die Auswanderer-Pläne sind auf jeden Fall nicht gestrichen“, betont sie am Ende der Folge vor laufender Kamera.

Herausforderungen des Auswanderns nach Mallorca

Chanelles Geschichte zeigt exemplarisch, womit viele Auswanderer konfrontiert werden, die auf Mallorca – oder generell in einer touristisch geprägten Branche – Fuß fassen wollen:

Karrierestart ohne Netzwerk: Der Ballermann-Kosmos ist hart umkämpft. Etablierte Namen wie Lorenz Büffel, Ikke Hüftgold oder Mia Julia haben über Jahre hinweg ein Publikum aufgebaut. Als Newcomerin gegen diese Präsenz anzukämpfen, ist eine reale Herausforderung, die über TV-Aufmerksamkeit hinausgeht.

Finanzielle Unsicherheit am Anfang: Eine Gage im dreistelligen Bereich reicht auf Mallorca für kaum mehr als ein Abendessen. Wer auf der Insel dauerhaft leben will, braucht ein realistisches Einkommenskonzept – gerade in der Nebensaison, wenn die Touristen ausbleiben.

Wohnungssuche auf einer gefragten Insel: Mallorca ist nicht günstig. Die Mietpreise in Palma und Umgebung haben in den letzten Jahren erheblich angezogen. Für Berufsanfänger in der Unterhaltungsbranche ist der Wohnungsmarkt eine ernste Hürde.

Saisonalität des Ballermann-Geschäfts: Die Ballermann-Saison dauert grob von April bis Oktober. Der Rest des Jahres ist für Partyschlager-Künstler auf der Insel deutlich ruhiger – wer dauerhaft leben will, braucht entweder Rücklagen oder Einnahmequellen, die ganzjährig funktionieren.

Reaktionen der Zuschauer

Die Folge löste in den sozialen Netzwerken durchaus geteilte Reaktionen aus. Viele Zuschauer zeigten Sympathie für Chanelles Mut und Offenheit. Die Tatsache, dass sie ihren Rückschlag auf der Bühne nicht versteckt, sondern klar kommuniziert, kam bei einem Teil des Publikums gut an.

Gleichzeitig meldeten sich skeptische Stimmen: Kritiker fragten, ob eine Auswanderung, die so stark an einem einzigen Bühnenauftritt hängt, wirklich strategisch durchdacht ist. Der Vorwurf, dass TV-Aufmerksamkeit und eine nachhaltige Karriere in der Schlagerbranche zwei verschiedene Paar Schuhe sind, tauchte in Kommentarspalten wiederholt auf.

Einige Zuschauer zeigten sich beeindruckt von der familiären Unterstützung – insbesondere die Geschichte der Schwester Jasmin, die ihre eigenen Ambitionen zurückgestellt hat, berührte offenbar mehrere Menschen.

Was wurde aus Chanelle nach der Sendung?

Chanelle ist in der deutschsprachigen Medienlandschaft inzwischen eine echte TV-Persönlichkeit. So war sie bei „Beauty & The Nerd“ an Sebastians Seite zu sehen – allerdings mussten die beiden schon nach zwei Folgen ausscheiden. Seit Juni 2025 steht sie außerdem regelmäßig für RTL vor der Kamera: Bei „Köln 50667″ spielt sie die Rolle der Bella.

Musikalisch hat sie ihren neuen Song „Malle Heimweh“ veröffentlicht und rührt die Werbetrommel dafür. Ob sie Mallorca tatsächlich zu ihrem Hauptwohnsitz gemacht hat, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend sagen.

Mallorca als Auswanderungsziel: Was du wissen solltest

Mallorca ist für viele deutschsprachige Auswanderer ein attraktives Ziel – und das aus gutem Grund. Die Insel bietet ein mildes Klima, eine gut ausgebaute Infrastruktur, eine große deutschsprachige Community und im Sommer ein breites Arbeitskräfteangebot im Tourismus- und Gastronomiesektor.

Wer den Sprung wagt, sollte sich jedoch über einige Rahmenbedingungen im Klaren sein:

EU-Bürger (Deutsche, Österreicher) können ohne Visum einreisen und sich niederlassen, müssen sich aber nach drei Monaten beim Einwohnermeldeamt (Padrón) anmelden. Schweizer Staatsbürgerinnen wie Chanelle genießen dank des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der EU ebenfalls vereinfachten Zugang zum spanischen Arbeitsmarkt.

Steuern: Als steuerlicher Resident in Spanien gelten Personen, die mehr als 183 Tage pro Jahr dort leben. Einkommensteuer, Sozialversicherung und die spanische Gesundheitsversorgung müssen einkalkuliert werden. Wer als Selbstständiger oder Freelancer arbeitet, meldet sich als Autónomo an – was mit monatlichen Sozialversicherungsbeiträgen verbunden ist.

Sprache: In den touristischen Hochburgen wie El Arenal kommt man mit Deutsch gut durch – wer aber dauerhaft leben und arbeiten will, tut gut daran, zumindest grundlegendes Spanisch zu lernen.

Autorenkommentar

Mallorca als Auswanderungsziel kennt zwei Geschwindigkeiten: den Sommerboom, in dem nahezu jeder einen Job findet, und die ruhigen Monate danach, in denen sich zeigt, ob das Konzept wirklich trägt. Chanelles Entscheidung, alles an einen Bühnenauftritt zu knüpfen, ist mutig – und zeigt gleichzeitig, wie viel in einer solchen Auswanderungsgeschichte von einem einzigen Moment abhängen kann.

Was mich an ihrer Geschichte nachdenklich stimmt: Die Verbindung zwischen TV-Prominenz und tatsächlichem Karriereerfolg in der Schlagerszene ist fragiler, als sie von außen wirkt. Ein Auftritt im Megapark öffnet Türen – aber eben nur, wenn das Publikum mitmacht. Wer langfristig auf Mallorca Fuß fassen will, braucht mehr als eine gute Folge Sendeminuten. Chanelle scheint das zu wissen – und genau das macht ihre Geschichte sehenswert.

Jan Harmening, Expat seit 2005

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