Goodbye Deutschland Folge 16 – Drei Paare auf Gran Canaria (16.02.2026)

Sendedatum: 16. Februar 2026 | Sender: VOX | Sendezeit: 22:20 Uhr

Was macht Gran Canaria so attraktiv für deutsche Auswanderer – und warum scheitern dort so viele? Folge 16 der Goodbye Deutschland-Staffel 2026, ausgestrahlt am 16. Februar 2026, begleitet drei Paare mit drei grundverschiedenen Geschäftsideen auf den Kanaren. Ein Bettenladen, eine Erotikbar und Wandertouren mit Windhunden – alle drei Konzepte klingen auf dem Papier originell. Doch die Kanaren sind ein hartes Pflaster, und nicht alle Geschichten nehmen ein Happy End.

Worum geht es in Folge 16?

Die Folge zeigt drei Auswanderer-Geschichten, die eines gemeinsam haben: die Suche nach der richtigen Marktlücke, um in der neuen Heimat wirtschaftlich überleben zu können. Zwei der Paare leben auf Gran Canaria, das dritte hat es auf die Nachbarinsel La Palma verschlagen. Allen Protagonisten ist gemein, dass sie sich von Deutschland verabschiedet haben – und nun vor der harten Realität des Auswandereralltags stehen.

Yvonne Härtel und Olaf Bikker – Betten verkaufen auf Gran Canaria

Wohin ausgewandert: Gran Canaria (Kanarische Inseln, Spanien)

Die Geschäftsidee: Yvonne Härtel und Olaf Bikker haben ihre Auswanderungsentscheidung auf einem ungewöhnlichen Erlebnis aufgebaut: Als sie das letzte Mal auf Gran Canaria Urlaub machten, ärgerten sie sich dermaßen über die schlecht bestückten Hotelbetten, dass sie darin eine Geschäftsidee sahen. Zurück in Deutschland stand der Entschluss fest – sie wollen auf der Insel Matratzen und Betten verkaufen.

Die Herausforderung: Der Gedankensprung vom unbequemen Hotelbett zum profitablen Bettenfachhandel ist groß. Gran Canaria lebt vom Massentourismus – die meisten Besucher denken an Strand und Sonne, nicht daran, sich mit einer neuen Matratze einzudecken. Die Zielgruppe für hochwertige Schlafprodukte ist auf einer Urlaubsinsel naturgemäß begrenzt. Das Paar muss sich vor Ort also überwiegend an Expats, Langzeitaufenthalter und die einheimische Bevölkerung richten – ein deutlich kleinerer Markt als zunächst erhofft.

Hinzu kommen die klassischen Hürden des Auswanderns auf den Kanaren: spanische Bürokratie, Sprachbarrieren, Standortfragen und ein lokaler Wettbewerb, der die Verhältnisse auf der Insel bereits kennt. Spätere Berichte zeigen, dass das Paar auf Gran Canaria geblieben ist und das Konzept mehrfach angepasst hat – unter anderem soll Yvonne zeitweise einen kleinen Tante-Emma-Laden mit deutschen Lebensmitteln für Urlauber betrieben haben, ein Modell, das auf der Insel etwas näher an der touristischen Nachfrage liegt.

Meine Einschätzung: Die Idee, aus einem persönlichen Urlaubserlebnis heraus ein Geschäftsmodell abzuleiten, ist menschlich nachvollziehbar – aber riskant. Was für einen deutschen Konsumenten selbstverständlich ist, nämlich in ein Fachgeschäft für Schlafprodukte zu gehen, ist auf Gran Canaria kein etabliertes Kaufverhalten. Wer auf den Kanaren auswandert und ein Ladengeschäft eröffnen will, sollte den Markt vorab gründlich analysieren – am besten vor Ort, nicht aus dem Urlaub heraus.

Wigand Hensler und Branda Krohn – Erotikbar und berufliche Sackgasse

Wohin ausgewandert: Playa del Inglés, Gran Canaria (Kanarische Inseln, Spanien)

Die Geschäftsidee: Branda Krohn und Wigand Hensler sind bereits seit mehreren Jahren auf Gran Canaria – die Folge zeigt eine Bestandsaufnahme nach sechs Jahren auf der Insel. Die gelernte Kosmetikerin Branda hat in Playa del Inglés eine Erotikbar eröffnet, die sich großer Beliebtheit erfreut und gut läuft. Ihr Partner Wigand dagegen kommt beruflich einfach nicht auf die Beine. Der 62-Jährige, früher Werbegrafiker, hat unter anderem eine deutsche Wochenzeitung für die Expat-Community auf Gran Canaria herausgegeben – wirtschaftlich ein Flop, der durchgehend rote Zahlen schreibt.

Die Herausforderungen: Das Kernproblem des Paares ist kein klassisches Auswandererproblem, sondern eine tiefe Asymmetrie: Sie ist erfolgreich, er nicht. Wigand ist unglücklich, denkt laut über eine Rückkehr nach Leipzig nach – was das Ende der Beziehung bedeuten würde, denn Branda denkt nicht daran, ihre gut laufende Bar aufzugeben. Die Frage, ob Wigand in Brandas Erotikbar mitarbeiten könnte, steht im Raum. Zunächst lehnt er das kategorisch ab – bis ein Überfall auf Branda alles verändert. Als Türsteher beginnt er, sich mit dem Gedanken anzufreunden, seiner Partnerin zumindest in dieser Rolle zur Seite zu stehen.

Spätere Auftritte des Paares in der Sendung zeigen, dass Branda und Wigand auf Gran Canaria zusammengeblieben sind. Bei der Wiedereröffnung der umgebauten Bar soll Wigand künftig in den Stoßzeiten mithelfen – ob das die Lösung für sein Unglück auf der Insel ist, bleibt offen.

Meine Einschätzung: Die Geschichte von Branda und Wigand ist ein besonders ehrliches Porträt davon, was passiert, wenn Auswandern die beruflichen Ungleichgewichte eines Paares nicht löst, sondern verstärkt. Gran Canaria bietet im Süden rund um Playa del Inglés tatsächlich ein spezielles Nischen-Umfeld für Konzepte wie Brandas Bar – der Massentourismus und die FKK-Kultur dort schaffen eine ungewöhnliche Nachfrage. Wer aber wie Wigand in einem klassischen Berufsfeld keine Nische findet, sitzt schnell in der Falle zwischen persönlichem Misserfolg und Bindung an den Ort der Partnerin.

Petra Schmid und Lothar – Windhunde, La Palma und ein Liebescomeback

Wohin ausgewandert: La Palma (Kanarische Inseln, Spanien)

Die Geschäftsidee: Die 53-jährige Bayerin Petra Schmid will auf La Palma Wandertouren mit Windhunden anbieten – eine Nischenidee, die auf Naturtourismus und das Image der „grünen Insel“ setzt. La Palma ist die waldreichste und niederschlagsreichste der Kanarischen Inseln und zieht Naturliebhaber an, die nicht nur Strand suchen. Wandern gehört zum touristischen Hauptangebot der Insel.

Die persönliche Geschichte: Petra hat sich kurz vor der Auswanderung von ihrem Mann getrennt. Die Ehe war ihr zu langweilig, der deutsche Alltag zu grau. Auf La Palma wartet bereits Lothar – ihr Exfreund, zwischen dem und Petra 18 Jahre lang kein Kontakt bestanden hatte. Lothar ist das genaue Gegenteil eines deutschen Normallebens: Er wohnt in einem Tipi und lebt als Abenteurer. Ob nach so langer Funkstille ein Liebescomeback gelingt, ist offen.

Die Herausforderungen: Wandertouren auf La Palma anzubieten klingt vielversprechend, ist aber kein einfaches Geschäft. Der Inselrundweg – der GR 131 – ist bei Wanderern bekannt, aber der Markt für geführte Touren mit Tieren ist schmal. Genehmigungen, Haftpflicht, Tierhaltung im kanarischen Klima und die nötige Infrastruktur für einen professionellen Touranbieter sind nicht zu unterschätzen. Dazu kommt die emotionale Ungewissheit: Petra baut ihr neues Leben auf einer Insel auf, auf der sie gleichzeitig eine alte Liebesgeschichte neu schreiben will. Zwei riskante Projekte auf einmal.

Meine Einschätzung: Von den drei Geschichten ist Petras die fraglichste aus unternehmerischer Sicht. La Palma hat nach dem Vulkanausbruch des Cumbre Vieja 2021 mehrere schwierige Jahre hinter sich, in denen der Tourismus erheblich gelitten hat. Wer dort heute eine touristische Dienstleistung aufbaut, braucht langen Atem. Die Insel erholt sich, aber der Weg zurück zur touristischen Normallast ist noch nicht abgeschlossen.

Gran Canaria und La Palma als Auswandererziele – was du wissen solltest

Die Kanarischen Inseln gehören zu den beliebtesten Zielen für deutsche Auswanderer in Europa. Gran Canaria und La Palma bieten dabei sehr unterschiedliche Lebenswelten.

Gran Canaria lockt vor allem mit seinem Südteil rund um Maspalomas und Playa del Inglés: mildes Klima das ganze Jahr, eine gut ausgebaute Infrastruktur für Expats, eine große deutschsprachige Community und zahlreiche Nischen im touristischen Dienstleistungsbereich. Wer ein Geschäft eröffnen will, konkurriert aber mit vielen anderen, die dieselbe Idee hatten. Der Markt ist in vielen Segmenten gesättigt.

La Palma ist das Gegenteil: ruhiger, grüner, weniger touristisch überlaufen. Hier lässt sich günstiger leben als auf Gran Canaria oder Teneriffa – wer aber vom Tourismus leben will, muss mit geringeren Besucherzahlen kalkulieren. Die Insel eignet sich eher für Menschen, die bewusst ein entschleunigtes Leben suchen und nicht auf eine breite Kundenbasis angewiesen sind.

Wichtige Rahmenbedingungen für beide Inseln: Die Kanaren gehören zur EU, aber als Sonderwirtschaftszone gelten dort besondere Steuerregeln. Der allgemeine IGIC (Impuesto General Indirecto Canario) liegt bei nur 7 Prozent statt der üblichen 21 Prozent Mehrwertsteuer auf dem spanischen Festland. Für Unternehmensgründungen gibt es mit der Zona Especial Canaria (ZEC) zudem Möglichkeiten, stark vergünstigte Körperschaftsteuersätze zu nutzen. Das macht die Inseln steuerlich attraktiv – verändert aber nichts an den Marktrisiken.

Zuschauerreaktionen und Meinungen

Die drei Geschichten dieser Folge haben bei den Zuschauern sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Brandas Erotikbar ist seit ihrem ersten Auftritt in der Sendung eines der meistdiskutierten Konzepte überhaupt. Viele Zuschauer zeigen sich von ihrer Unternehmermentalität durchaus angetan – sie hat ein Nischenprodukt gefunden, das funktioniert, und zieht es durch. Wigands Situation hingegen spaltet die Meinungen: Während manche Sympathie für einen Mann haben, der in der Fremde keinen Fuß fasst, kritisieren andere, dass er nach Jahren noch immer keine tragfähige Alternative entwickelt hat. Der Gedanke, als Türsteher in der Bar der Partnerin zu arbeiten, wird von einem Teil der Zuschauer als pragmatisch, von anderen als beschämend wahrgenommen – eine Diskussion, die viel über gesellschaftliche Rollenbilder aussagt.

Yvonne und Olaf gelten in der Wahrnehmung vieler Zuschauer als klassisches Beispiel für eine Geschäftsidee, die mehr aus einem Bauchgefühl als aus einer echten Marktanalyse entstanden ist. Der Bettenladen auf Gran Canaria klingt witzig, aber die Skepsis ist berechtigt – und viele Kommentatoren haben genau das von Beginn an angemerkt.

Petra und Lothar sind die emotionale Geschichte der Folge. Das Comeback nach 18 Jahren Funkstille, der Exfreund im Tipi, die Bayerin mit den Windhunden – das ist Goodbye Deutschland in Reinform. Zuschauer mögen solche Geschichten, weil sie zeigen, dass Auswandern oft mehr als nur ein wirtschaftliches Projekt ist. Es ist ein Versuch, das eigene Leben neu zu erfinden.

Autorenkommentar: Die Kanaren sind kein Selbstläufer

Ich kenne Gran Canaria gut, und ich kenne den Sog, den die Insel auf Deutsche ausübt. Das Klima ist verlockend, die Community ist groß, und nach zwei Wochen Urlaub in Playa del Inglés denkt man leicht, man wisse, wie das Leben dort funktioniert. Das ist ein Trugschluss.

Was Branda und Wigand, Yvonne und Olaf sowie Petra und Lothar zeigen: Auswandern auf die Kanaren ist kein Urlaub auf Lebenszeit. Es ist harte Arbeit, Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, Pläne mehrfach zu verwerfen. Wer eine Geschäftsidee mitbringt, die auf einer einzigen Beobachtung aus dem Urlaub basiert – unbequeme Matratze, fehlende Marktlücke –, riskiert viel. Wer dagegen wie Branda einen kühlen Kopf bewahrt, den lokalen Markt versteht und den eigenen Plan konsequent umsetzt, kann auch auf einer touristischen Insel erfolgreich sein.

Die Geschichte von Petra auf La Palma erinnert mich daran, warum Menschen überhaupt auswandern: nicht immer wegen eines Businessplans, sondern weil sie ihr Leben verändern wollen. Das ist legitim – aber auch diese Art der Auswanderung braucht eine realistische Grundlage. Ein Tipi und ein Exfreund sind kein Geschäftsmodell.

Hilfen für einen sorglosen Umzug auf die Kanaren

Nachfolgend findest du alle Hilfen für deine sorglose Auswanderung auf die Kanarischen Inseln, vom ersten Schritt bis zur erfolgreichen Integration. Die Links führen zu den jeweiligen Angeboten, Hilfen und Dienstleistungen.

Häufig gestellte Fragen zu Folge 16 – Drei Paare auf Gran Canaria

Was ist die Folge 16 von Goodbye Deutschland 2026?
Folge 16 der Goodbye Deutschland-Staffel 2026 trägt den Titel „Drei Paare auf Gran Canaria“ und wurde am 16. Februar 2026 um 22:20 Uhr auf VOX ausgestrahlt. Die Folge begleitet drei Paare mit unterschiedlichen Geschäftsideen auf den Kanarischen Inseln: Yvonne Härtel und Olaf Bikker (Bettenladen Gran Canaria), Branda Krohn und Wigand Hensler (Erotikbar Gran Canaria) sowie Petra Schmid und Lothar (Wandertouren mit Windhunden auf La Palma).

Sind Branda und Wigand noch auf Gran Canaria?
Ja, Branda Krohn und Wigand Hensler sind auf Gran Canaria geblieben. Brandas Erotikbar in Playa del Inglés läuft erfolgreich. Wigand hat über die Jahre verschiedene berufliche Wege versucht, darunter eine eigene deutsche Wochenzeitung auf der Insel, die allerdings wirtschaftlich nicht tragfähig war.

Was macht Yvonne Härtel heute auf Gran Canaria?
Yvonne Härtel ist nach ihren ersten Auftritten bei Goodbye Deutschland auf Gran Canaria geblieben und hat ihr Konzept mehrfach angepasst. Neben dem ursprünglichen Bettenhandel soll sie zeitweise auch einen Laden mit deutschen Produkten für Urlauber betrieben haben.

Lohnt sich Gran Canaria als Auswandererziel?
Gran Canaria bietet deutschen Auswanderern ein mildes Klima, eine große Expat-Community und steuerliche Vorteile durch den Sonderstatus der Kanarischen Inseln innerhalb der EU (u. a. nur 7 % IGIC statt 21 % Mehrwertsteuer). Der Markt für tourismusnahe Dienstleistungen ist jedoch in vielen Segmenten gesättigt. Eine gründliche Marktanalyse vor der Auswanderung ist unbedingt empfehlenswert.

Welche Steuervorteile haben die Kanarischen Inseln für Auswanderer?
Die Kanaren sind eine Sonderwirtschaftszone der EU. Der lokale Verbrauchsteuersatz IGIC beträgt nur 7 Prozent (statt 21 % auf dem spanischen Festland). Für Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen gibt es mit der Zona Especial Canaria (ZEC) die Möglichkeit eines stark reduzierten Körperschaftsteuersatzes von nur 4 Prozent. Zudem gilt auf den Inseln eine besondere Zollregelung.

Alle Berichte zu den Goodbye Deutschland 2026 Protagonisten und Folgen