Bern & Mittelland: Auswandern in das Herz der Schweiz

Die Schweiz gilt seit Jahrzehnten als eines der beliebtesten Auswanderungsziele für Deutsche – und das aus gutem Grund. Wer aber über einen Umzug in die Eidgenossenschaft nachdenkt, steht schnell vor der Frage: In welche Region? Bern und das Mittelland sind dabei eine Antwort, die für viele unterschiedliche Lebensmodelle passt. Die Bundeshauptstadt Bern verbindet politisches Gewicht mit überschaubarer Stadtgröße, während das Mittelland drumherum eine der dichtbesiedeltsten und wirtschaftlich produktivsten Zonen der Schweiz bildet – grün, gut vernetzt und erstaunlich vielseitig.

Thun in Bern, Schweiz
Thun in Bern, Schweiz

Was diese Region besonders macht, ist die Balance zwischen Urbanem und Ländlichem. Du findest hier erstklassige Infrastruktur, internationale Arbeitgeber, ausgezeichnete Schulen und trotzdem ein Lebenstempo, das weit entfernt ist vom Stress einer Großmetropole wie Zürich. Der öffentliche Verkehr gehört zu den besten Europas, die Sicherheit ist sprichwörtlich hoch, und die Nähe zu Berner Oberland, Schwarzwasser und Emmental macht die Region auch für Outdoor-Enthusiasten zum Dauererlebnis.

Dieser Artikel nimmt dich mit durch die wichtigsten Teilregionen zwischen Bern-Stadt und dem westlichen sowie östlichen Mittelland. Du erfährst, welche Gegend zu deiner Lebenssituation passt – ob du als Rentner Ruhe suchst, als Familie ein Nest aufbauen willst oder als Selbstständiger flexibel und gut angebunden sein musst. Außerdem bekommst du konkrete Infos zu Visum, Steuern, Krankenkasse und Lebenshaltungskosten.

Die wichtigsten Teilregionen

Bern-Stadt

Die Bundeshauptstadt ist eine der gemütlichsten Hauptstädte Europas – überschaubar mit rund 140.000 Einwohnern, aber mit einem Infrastrukturangebot, das weit über diese Größe hinausgeht. Die mittelalterliche Altstadt ist UNESCO-Welterbe, die Ladenzeilen unter den Laubengängen prägen das Stadtbild, und internationale Institutionen wie Botschaften und Bundesbehörden sorgen für ein kosmopolitisches Flair.

Für wen geeignet: Berufstätige in Politik, Verwaltung, NGOs, Bildung und Gesundheitswesen sowie Menschen, die städtisches Leben in menschlichem Maßstab schätzen.

Besonderheit: Bern hat eine ausgesprochen niedrige Fluktuation – wer einmal hier wohnt, bleibt oft jahrzehntelang. Das spricht für die Lebensqualität, bedeutet aber auch, dass der Wohnungsmarkt besonders eng ist.

Berner Agglomeration (Köniz, Ostermundigen, Muri bei Bern)

Der Gürtel rund um die Bundesstadt bietet viele Vorteile der Hauptstadt ohne deren Mietpreise. Gemeinden wie Köniz, Ostermundigen oder Muri bei Bern sind familiär geprägt, haben gute Schulen und sind per Tram oder Bus schnell in der City. Gleichzeitig gibt es hier mehr Grünfläche, ruhigere Wohnviertel und ein stärkeres Nachbarschaftsgefühl.

Für wen geeignet: Familien mit Kindern, Doppelverdiener-Paare, die ein Eigenheim oder größere Mietwohnung suchen, ohne in die Stadtmieten zu zahlen.

Besonderheit: Köniz ist mit rund 41.000 Einwohnern eine der größten Agglomerationsgemeinden der Schweiz – fast eine Stadt für sich, aber mit einem Dorfflair in den einzelnen Quartieren.

Biel/Bienne

Biel liegt an der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch – und das merkt man im Alltag. Die Stadt ist offiziell zweisprachig, was ihr eine besondere Atmosphäre gibt: lebendiger, jünger, etwas rauer als Bern, aber mit wachsendem kreativem Potenzial. Die Uhrenindustrie hat hier tiefe Wurzeln (Swatch Group, Rolex-Standort), und der Bielersee vor der Haustür ist ein echtes Lebensqualitäts-Plus.

Für wen geeignet: Berufstätige in der Industrie oder im Technologiesektor, Kreative, Menschen mit Interesse an zweisprachigem Leben, Wasserliebhaber.

Besonderheit: Die Mietpreise liegen deutlich unter dem Berner Niveau, was Biel zu einer ernsthaften Alternative für Budgetbewusste macht.

Solothurn & Bucheggberg

Solothurn ist eine der schönsten Barockstädte der Schweiz und erstaunlich wenig auf dem internationalen Auswanderer-Radar. Die Altstadt, die Aare, das Jura-Vorland und eine entspannte Stadtgröße von rund 17.000 Einwohnern machen sie zu einer stillen Entdeckung. Das Umland im Bucheggberg ist hügelig, landwirtschaftlich geprägt und ideal für alle, die echtes Landleben wollen, aber trotzdem schnell auf der Autobahn oder im Zug nach Bern oder Zürich sein möchten.

Für wen geeignet: Rentner, ruhesuchende Paare, Selbstständige mit mobilem Arbeitsmodell, Heimwerkerprojekte und Landleben-Fans.

Besonderheit: Solothurn hat per Tradition enge Bande zur Diplomatie – historisch war es Sitz der französischen Botschaft in der Eidgenossenschaft, was dem Stadtbild bis heute anzumerken ist.

Emmental

Das Emmental ist mehr als nur Käse – die Region ist das Inbegriff des ländlichen Mittellands: sanfte Hügel, Bauernhöfe, kleine Dörfer, Holzbrücken. Wer aus der Hektik des deutschen Stadtlebens ausbricht und wirklich zur Ruhe kommen will, findet hier das richtige Umfeld. Burgdorf als Regionszentrum bietet das Nötigste an Infrastruktur, die Bahn bringt dich in 30 Minuten nach Bern.

Für wen geeignet: Rentner, Familien mit Naturbezug, Landwirte oder Menschen mit Landwirtschaftsprojekten, Fernarbeiter.

Besonderheit: Die Bausubstanz im Emmental ist bemerkenswert – viele alte Bauernhäuser mit Charme, allerdings auch mit Renovierungsbedarf und höherem Unterhaltungsaufwand.

Thun & Thunersee

Thun ist der südliche Anker des Mittellands und gleichzeitig Tor zum Berner Oberland. Die Stadt selbst hat rund 44.000 Einwohner, eine lebendige Altstadt, eine starke Militärpräsenz und liegt direkt am Thunersee mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Kombination aus alpiner Kulisse, gutem Freizeitangebot und direkter Bahnverbindung nach Bern macht Thun zu einem der meistgesuchten Wohnorte der Region.

Für wen geeignet: Aktive Menschen jeden Alters, Familien mit Outdoor-Affinität, Berufspendler nach Bern, Senioren mit Sinn für Schönheit und gute Infrastruktur.

Besonderheit: Thun hat eine eigene städtische Identität jenseits von Bern – weniger international, aber herzlicher und mit einer engen lokalen Gemeinschaft.

Freiburg/Fribourg (Mittellandanteil)

Freiburg liegt genau an der Sprachgrenze und hat als Universitätsstadt ein junges, dynamisches Profil. Die Altstadt thront auf einem Felssporn über der Saane, das Stadtviertel-Angebot ist urban und lebendig. Der Mittellandanteil des Kantons Freiburg – Seebezirk, Sense – ist dagegen ruhiger, landwirtschaftlich und für Auswanderer interessant, die günstigere Wohnkosten mit guter Bern-Anbindung kombinieren wollen.

Für wen geeignet: Akademiker, Studierende, Selbstständige, Familien mit Interesse an zweisprachiger Erziehung.

Besonderheit: Zweisprachigkeit ist hier kein Bonus, sondern Alltag – wer Französischkenntnisse mitbringt oder aufbauen will, ist in Freiburg ideal aufgehoben.

Langenthal & Oberaargau

Langenthal ist das Zentrum des Oberaargaus und steht für bodenständiges Mittelland ohne Schnörkel. Gute Verkehrsanbindung, mittelständische Wirtschaft, solide Schulen – alles ist vorhanden, ohne dass Preise oder Mieten in Berner Dimensionen spielen. Die Region ist industriell geprägt, aber auch von der Landwirtschaft durchzogen.

Für wen geeignet: Handwerker, Industrie-Fachkräfte, Familien mit pragmatischem Ansatz, alle die Wert auf Preis-Leistung legen.

Besonderheit: Langenthal ist eine von wenigen Mittelland-Städten, die trotz zentraler Lage nie in den Fokus der urbanen Nachfragewelle geraten sind – was Wohnraum noch vergleichsweise zugänglich macht.

Klima & Naturrisiken

Das Mittelland liegt im gemäßigten Klimagürtel und kennt alle vier Jahreszeiten in ausgeprägt unterschiedlicher Form. Sommer sind warm bis heiß, mit Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad – Hitzeperioden häufen sich in den letzten Jahren. Herbste sind mild und oft sonnig, besonders September und Oktober gelten als angenehme Monate. Winter bringen im Flachland selten stabilen Schnee, dafür häufig Nebel und Hochnebel, der das Mittelland über Wochen einhüllen kann, während die Berglagen sonnig bleiben. Frühling kommt früh und ist feucht-grün.

Naturrisiken halten sich im schweizweiten Vergleich im Mittelland in Grenzen. Erdbebengefahr besteht in der Schweiz grundsätzlich, ist im Mittelland aber moderat – das Wallis und Basel sind geologisch aktiver. Hochwasserrisiken existieren entlang von Aare und Emme, lokal können Starkregen-Ereignisse zu Überschwemmungen führen. Lawinen sind im flachen Mittelland kein Thema, Waldbrände nehmen in trockenen Sommern an Häufigkeit zu, bleiben aber bisher beherrschbar. Stürme vom Typ Bise (Kaltluftwind aus dem Nordosten) können im Winter empfindlich sein.

Visum & Aufenthalt

Für Deutsche ist die Schweiz dank des Freizügigkeitsabkommens der EU mit der Schweiz kein fremdes Terrain – du genießt als EU-Bürger das Recht auf Einreise, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit. Die Formalitäten sind überschaubar, aber nicht trivial.

Als Arbeitnehmer oder Selbstständiger mit gesichertem Einkommen meldest du dich innerhalb von 14 Tagen nach Einreise bei der Einwohnerkontrolle der Wohngemeinde an. Du erhältst zunächst eine Aufenthaltsbewilligung B (befristet auf fünf Jahre, verlängerbar). Nach fünf Jahren ununterbrochenen Aufenthalts und Erfüllung der Voraussetzungen (geordnete Finanzen, kein Sozialhilfebezug) kannst du die Niederlassungsbewilligung C beantragen – das ist der Daueraufenthalt ohne Befristung.

Für Rentner gilt: Du kannst als EU-Bürger auch ohne Arbeit in die Schweiz ziehen, wenn du nachweisen kannst, dass du über ausreichende finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung in der Schweiz verfügst. Die Hürde ist real – die Behörden prüfen das ernsthaft. Eine minimale monatliche Rente reicht nicht aus, wenn der Betrag unter dem Existenzminimum liegt. Wer gut versorgt ist – ob durch Betriebsrente, Privatvermögen oder Kapitalerträge – hat aber reale Chancen auf Zulassung. Eine Einbürgerung ist frühestens nach zehn Jahren möglich.

Steuern

Die Schweiz ist steuerlich attraktiv, aber nicht für jeden gleich stark. Das Besondere: Steuern werden auf drei Ebenen erhoben – Bund, Kanton und Gemeinde. Deshalb unterscheiden sich die effektiven Steuerbelastungen je nach Wohnort erheblich, selbst innerhalb des Kantons Bern.

Kanton Bern gehört im schweizweiten Vergleich nicht zu den günstigsten Kantonen – Kantone wie Zug, Schwyz oder Nidwalden liegen deutlich darunter. Trotzdem ist die Gesamtbelastung für die meisten Einkommensstufen niedriger als in Deutschland. Die Einkommenssteuer wird auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene erhoben, wobei die Gemeindesteuer stark variiert – Wohngemeinde wählen lohnt sich also.

Zwischen Deutschland und der Schweiz besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Es regelt, welchem Staat das Besteuerungsrecht für verschiedene Einkunftsarten zusteht. Deutsche Rentner, die ihre gesetzliche Rente aus Deutschland beziehen, zahlen darauf in der Regel weiterhin in Deutschland Steuern – nicht in der Schweiz. Private Renten und Kapitalerträge können anders behandelt werden. Das DBA schützt vor einer Doppelbesteuerung, bedeutet aber nicht automatisch, dass alles in der Schweiz besteuert wird.

Selbstständige und Unternehmer können durch die Wahl einer steuergünstigen Gemeinde oder ggf. eines anderen Kantons erheblich sparen. Kantonale Pauschalbesteuerung (Aufwandbesteuerung) steht in der Schweiz Ausländern ohne Erwerbstätigkeit unter Umständen offen – im Kanton Bern ist das Modell möglich, aber nicht so günstig wie in anderen Kantonen. Steuerberatung durch einen lokal versierten Treuhänder ist bei komplexen Situationen unbedingt zu empfehlen.

Krankenversicherung

In der Schweiz besteht Versicherungspflicht – wer seinen Wohnsitz in der Schweiz anmeldet, muss sich innerhalb von drei Monaten bei einer Schweizer Krankenversicherung anmelden. Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung gilt in der Schweiz nicht. Das gilt ohne Ausnahme, auch für Rentner.

Das Schweizer System basiert auf privaten Grundversicherungen, die durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) geregelt sind. Jeder Versicherungsanbieter muss denselben Grundleistungskatalog anbieten, Prämien können aber variieren. Du kannst die Prämie über eine höhere Franchise (Selbstbehalt) senken – sinnvoll für Gesunde, die wenig Arztkosten haben.

Die Kosten sind einer der markantesten Schockmomente beim Schweiz-Umzug. Eine Einzelperson zahlt je nach Alter, Kanton und Modell zwischen 350 und 600 Franken pro Monat für die Grundversicherung. Für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern können das schnell 1.200 bis 1.800 Franken monatlich sein. Zusatzversicherungen (Zahnersatz, Komplementärmedizin, Spitalwahl) kommen oben drauf. Kanton Bern liegt bei den Prämien im oberen Mittelfeld.

Wer aus Deutschland Rentenleistungen bezieht und in die Schweiz zieht, sollte prüfen, ob er über das Formular S1 (ehemals E106/E109) Zugang zur deutschen Krankenkasse im Wohnland behält – das ist ein EU-Sonderweg, der unter bestimmten Voraussetzungen anwendbar sein kann. Das sollte individuell mit der deutschen Krankenkasse und einem Experten für grenzüberschreitende Sozialversicherung geklärt werden.

Lebenshaltungskosten

Die Schweiz ist teuer – das ist kein Mythos. Aber die Unterschiede innerhalb der Region Bern & Mittelland sind real und können bei der Wohnortwahl Tausende Franken pro Jahr ausmachen.

Mieten sind in Bern-Stadt am höchsten: Eine 3,5-Zimmer-Wohnung (Schweizer Standard entspricht ungefähr 2,5 deutschen Zimmern plus Kochnische) kostet in der Stadt ab 2.000 Franken aufwärts, in guten Lagen 2.500 bis 3.500 Franken. In der Agglomeration oder in Biel liegt die vergleichbare Wohnung bei 1.400 bis 2.000 Franken. Im Emmental oder Oberaargau findest du für 1.200 bis 1.600 Franken bereits anständige Flächen.

Lebensmittel sind im Vergleich zu deutschen Preisen deutlich teurer – schätzungsweise 40 bis 60 Prozent mehr. Frische Produkte, Fleisch und Markenware sind am stärksten betroffen. Viele Grenzgänger fahren für Großeinkäufe nach Deutschland – das lohnt sich bei größeren Haushalten erheblich, ist aber mit der Schweizer Zollfreigrenze zu koordinieren.

Mobilität ist bei Nutzung des öffentlichen Verkehrs teuer (Halbtax-Abo empfohlen, rund 185 Franken pro Jahr, halbiert die Einzelticketpreise), bei eigenem Auto kommen Steuern, Versicherung und hohe Spritpreise hinzu. Kinderbetreuung ist ein massiver Kostenfaktor – Kita-Plätze kosten in Bern je nach Einkommen zwischen 50 und 150 Franken pro Tag.

Im Vergleich zu deutschen Großstädten wie München oder Frankfurt liegt das Preisniveau in der Schweiz um 30 bis 60 Prozent höher – je nach Lebensbereich. Die gute Nachricht: Gehälter und Renten haben in der Schweiz entsprechend höhere Kaufkraft, sodass Berufstätige den Mehrpreis oft kompensieren.

Deutschsprachige Community

Bern und das Mittelland sind das deutschsprachige Kernland der Schweiz – und damit zunächst ein vertrauter Raum für deutsche Auswanderer. Das Schweizerdeutsch (Berndeutsch insbesondere) ist jedoch deutlich weiter vom Hochdeutschen entfernt als viele erwarten. Im Alltag, beim Bäcker, in der Schule, im Verein – überall hörst du Dialekt. Schriftlich läuft der Kontakt auf Hochdeutsch, mündlich aber auf Mundart. Das braucht Gewöhnung.

Die deutschsprachige Expat-Community im engeren Sinn – also Deutsche, die in der Schweiz leben – ist im Mittelland präsent, aber weniger konzentriert als in Zürich oder Basel. In Bern gibt es deutschsprachige Stammtische, Facebook-Gruppen für Deutsche in Bern, und über den Deutschen Verein in Bern e.V. bzw. ähnliche Organisationen gibt es informelle Vernetzungsmöglichkeiten. Kirchengemeinden, internationale Schulen und Sportvereine sind klassische Eintrittspunkte ins soziale Leben.

Wer gezielt eine deutschsprachige Community sucht, wird sie finden – aber eher über Eigeninitiative als über ein gut organisiertes Expat-Netzwerk wie in manchen anderen Ländern. Die Schweizer selbst sind nicht abweisend, aber reserviert – gute Nachbarschaft baut sich langsam auf. Wer Geduld mitbringt, wird langfristig ein stabiles soziales Netz aufbauen.

Autorenkommentar

Bern ist eine der wenigen Hauptstädte der Welt, in der das Leben auf menschlichem Maßstab tatsächlich funktioniert – das sage ich nach 20 Jahren auf vier Kontinenten nicht leichtfertig. Was mich direkt angesprochen hat: Du musst in Bern und dem Mittelland nicht wählen zwischen Lebensqualität und Infrastruktur. Beides ist da. Der Haken ist der Preis – und der trifft besonders am Anfang hart, wenn du noch in Schweizer Franken denkst, aber in deutschen Gehaltsdimensionen planst.

Was ich dir konkret mitgeben will: Unterschätze den Wohnortfaktor nicht. Ob du in Bern-Stadt, in Köniz, in Thun oder in Langenthal wohnst, macht steuerlich, mietkostenseitig und für dein Alltagsleben einen erheblichen Unterschied – mehr als in Deutschland. Nimm dir die Zeit, verschiedene Gemeinden zu vergleichen, bevor du dich festlegst. Das zahlt sich langfristig aus.

Jan Harmening, Expat seit 2005

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