Ein Einkauf im Supermarkt sollte eigentlich die einfachste Alltagsaufgabe sein. Doch wer frisch in ein neues Land ausgewandert ist, merkt schnell: Zwischen den Regalen lauern Kulturschock, Sprachbarrieren und die schleichende Erkenntnis, dass selbst Kleinigkeiten im Ausland plötzlich zur Herausforderung werden. Genau das zeigt PULS 4 in Staffel 4, Folge 5 von „Die Auswanderer – Für immer fort?„, ausgestrahlt am 19. April 2026. Mit dabei: die altbekannte Familie Wachter aus Florida, die Steirer Carina & Patrick Kuzmicki aus Thailand sowie der Tiroler Stefan Hummel und seine Partnerin Makio, die ihr Leben in Schweden aufbauen. Dazu kämpft Sängerin Salena weiter um ihren Platz in London.
Wer ist in Folge 5 zu sehen?
Familie Wachter – Florida, USA
Angela und Helmut Wachter aus Niederösterreich sind die wohl bekanntesten Gesichter der Doku-Reihe. Seit Staffel 1 begleitet PULS 4 die fünfköpfige Familie mit den drei Söhnen Lenny, Kevin und Liam in Florida. Was als Autorestaurierungs-Business begann, hat sich über die Jahre zu einem echten Familienbetrieb mit Restaurant und Ferienwohnungsplänen ausgewachsen. In Staffel 4 steht ein neues Lizenzprojekt im Mittelpunkt — doch der Druck ist enorm. Mehr zu ihrer Geschichte findest du im ausführlichen Porträt von Familie Wachter.
Carina & Patrick Kuzmicki – Koh Samui, Thailand
Die Steirer Carina und Patrick Kuzmicki haben ihren Traum von der Strandbar aufgeben müssen — stattdessen führen sie ein Café auf Koh Samui (Thailand), das jedoch hinter den Erwartungen zurückbleibt. Neue gesetzliche Regelungen zur Selbstständigkeit für Ausländer machen es ihnen zusätzlich schwer. Trotzdem lassen die beiden nicht locker und schmieden bereits neue Pläne. Alles über den Thailand-Weg der Kuzmickis erfährst du im Protagonisten-Porträt.
Stefan Hummel & Makio – Schweden
Stefan aus dem Tiroler Innsbruck-Land und seine Partnerin Makio (in früheren Staffeln auch als „Kio“ bezeichnet) haben sich für Schweden entschieden. Ihr Plan: Ferienwohnungen vermieten und damit langfristig finanziell unabhängig zu sein. In Staffel 4 befinden sie sich mitten in der Aufbauphase — und merken dabei, wie viel Bürokratie, Behördengänge und kulturelle Anpassung ein Neustart im hohen Norden mit sich bringt. Den vollständigen Hintergrund gibt es im Porträt von Stefan & Makio.
Salena – London, Großbritannien
Die österreichische Sängerin Salena wagt in Staffel 4 einen Karrieresprung nach London (England). Zwischen Visum-Chaos, Wohnungssuche in einer der teuersten Städte der Welt und dem Aufbau eines Musiknetzwerks zeigt sich rasch, dass der internationale Durchbruch kein Selbstläufer ist.
Was passiert in Folge 5?
Der Folgentitel „Der Supermarkt wird zum Irrgarten“ bringt es auf den Punkt: Wer glaubt, nach einigen Wochen im Ausland sei der Alltag eingespielt, wird eines Besseren belehrt. In dieser Episode dreht sich viel um die kleinen, aber zermürbenden Alltagsprobleme, die Auswanderer erst dann wirklich treffen, wenn der erste Aufregungsboost vorbei ist.
Bei Stefan und Makio in Schweden steht der tägliche Einkauf symbolisch für all das, was noch nicht funktioniert: unbekannte Produktmarken, andere Verpackungsgrößen, ein Kassensystem, das anders läuft als zuhause — und das alles auf Schwedisch. Was in Österreich automatisch funktioniert, erfordert in der neuen Heimat plötzlich volle Konzentration. Die beiden müssen dabei feststellen, dass Integration auch im Supermarktregal beginnt.
Familie Wachter kämpft in Florida weiter an mehreren Fronten gleichzeitig. Das Lizenzprojekt, das die Wende bringen soll, hängt an einem seidenen Faden. Helmut und Angela zeigen einmal mehr, wie viel Nerven und Durchhaltevermögen es braucht, wenn man in einem fremden Rechtssystem ein Business aufbaut — und gleichzeitig die Familie zusammenhalten muss.
Carina und Patrick in Thailand sind mit der Realität des Café-Alltags konfrontiert: Lieferanten, die nicht pünktlich kommen, lokale Behörden, die neue Auflagen stellen, und die permanente Frage, ob das alles wirklich den Aufwand wert ist. Dennoch zeigen die beiden, dass Neuanfänge manchmal mehr mit Sturheit als mit Talent zu tun haben.
Salena in London schlägt sich mit dem Dschungel der britischen Musikindustrie herum — und merkt, dass Talent allein in einer Stadt wie London nicht ausreicht, wenn man kein Netzwerk hat.
Zuschauermeinungen
Das österreichische Publikum reagiert auf Social Media gewohnt engagiert — und gespalten.
Rund um Stefan & Makio ist die Reaktion besonders lebhaft: Viele Kommentare finden sich auf der PULS 4-Facebook-Seite und auf TikTok, wo Zuschauer die Schweden-Story als die „authentischste“ der Staffel bezeichnen. Die ehrlichen Momente der Überforderung — darunter eben auch der Supermarkt-Kulturschock — kommen beim Publikum gut an. „Endlich mal jemand, der nicht so tut, als wäre alles perfekt“, schreibt ein User sinngemäß unter einem PULS 4-Post.
Bei den Wachters ist die Fangemeinde nach wie vor groß. Viele feuern Helmut und Angela an, manche äußern aber auch Skepsis, ob das Lizenzprojekt wirklich die erhoffte Rettung sein kann. Die Kommentare schwanken zwischen „Respekt, dass ihr nicht aufgebt!“ und „Wann kommt der Moment, wo man sagt: Genug ist genug?“
Carina und Patrick polarisieren wie gewohnt. Ein Teil des Publikums bewundert ihre Hartnäckigkeit, ein anderer fragt sich, warum die beiden nicht längst einen radikaleren Schnitt machen. „Thailand ist schön, aber irgendwann muss auch mal was funktionieren“, bringt es ein Kommentar auf den Punkt.
Salena zieht vor allem jüngere Zuschauer an, die selbst von einem Leben im Ausland träumen — und in ihrer Geschichte sowohl Inspiration als auch eine nüchterne Warnung sehen.
Was Auswanderer aus dieser Folge lernen können
1. Der Alltag ist das eigentliche Einleben. Der erste Umzug, das erste Apartment, der erste Behördengang — das fühlt sich noch nach Abenteuer an. Aber erst wenn man wochenlang im Supermarkt steht und nicht weiß, welches Mehl das richtige ist oder welche Kasse Self-Checkout hat, beginnt das echte Ankommen. Wer das einplant, ist mental besser vorbereitet.
2. Bürokratie endet nicht nach dem Einreisedatum. Ob in Schweden, Florida oder Thailand: Behörden, Lizenzen und lokale Gesetze sind kein einmaliges Hindernis, sondern ein dauerhafter Begleiter. Regelmäßige Beratung durch lokale Experten — Steuerberater, Anwälte, Buchhalter — ist keine Option, sondern Pflicht.
3. Rückschläge gehören zum Plan. Carina und Patrick haben inzwischen Plan A (Strandbar) und Plan B (Café) hinter sich und arbeiten bereits an neuen Ideen. Das zeigt: Wer auswandert, braucht nicht nur einen Plan, sondern die Bereitschaft, diesen immer wieder anzupassen.
4. Netzwerke müssen aktiv aufgebaut werden. Salenas Erfahrung in London zeigt, dass weder Talent noch Entschlossenheit allein ausreichen. Lokale Kontakte, Branchennetzwerke und Community-Einbindung sind gerade in neuen Märkten der entscheidende Unterschied.
Autorenkommentar
Ich kenne dieses Gefühl im Supermarkt aus eigener Erfahrung — auf vier Kontinenten war es jedes Mal dasselbe: Diese eine Szene, in der man vor dem Regal steht und schlicht nicht weiß, was man da gerade in der Hand hält. Was von außen banal klingt, ist in Wirklichkeit ein Gradmesser dafür, wie weit die Integration wirklich fortgeschritten ist. Was mich bei Staffel 4 besonders beschäftigt, ist die Frage, die alle drei Kernprotagonisten-Stränge durchzieht: Wann ist Beharrlichkeit eine Tugend — und wann wird sie zum Festhalten um des Festhaltens willen? Eine Antwort gibt die Sendung nicht, und das ist gut so.
— Jan Harmening, Expat seit 2005
Alle Folgen Staffel 4 im Überblick
Die Auswanderer – Für immer fort? läuft sonntags um 20:15 Uhr auf PULS 4 und auf Joyn. Die vollständige Staffelübersicht der Staffel 4 findest du auf auswandern-info.com.
- Folge 1 – Totalschaden vor dem Ziel (22.03.2026)
- Folge 2 – Eine folgenschwere Absage (29.03.2026)
- Folge 3 – Abenteuer in Namibia (05.04.2026)
- Folge 4 – Ein Festival im Dschungel (12.04.2026)
- Folge 5 – Der Supermarkt wird zum Irrgarten (19.04.2026) ← aktuelle Folge
- Folge 6 – (26.04.2026) – demnächst
- Folge 7 – (03.05.2026) – demnächst
- Folge 8 – (10.05.2026) – demnächst
