Steuersystem USA für Auswanderer: Der komplette Guide 2026

Die USA gelten als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – doch wie sieht es mit dem Steuersystem aus? Wenn du als Deutscher, Österreicher oder Schweizer mit dem Gedanken spielst, in die Vereinigten Staaten auszuwandern, solltest du dich intensiv mit dem amerikanischen Steuersystem auseinandersetzen. Denn die USA haben eines der komplexesten Steuersysteme weltweit – und einige Besonderheiten, die es nirgendwo sonst gibt.

US Steuern kennen und berechnen
US Steuern kennen und berechnen

Was macht das US-Steuersystem so besonders?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern besteuern die USA ihre Bürger nach dem Citizenship-Based Taxation Prinzip. Das bedeutet: Einmal US-Staatsbürger, immer steuerpflichtig – egal wo auf der Welt du lebst. Als Auswanderer mit Green Card oder temporärem Visum bist du zunächst nur als „Resident“ steuerpflichtig, was sich mit deinem Aufenthaltsstatus ändert.

Eine weitere Besonderheit: In den USA zahlst du nicht nur Steuern an die Bundesregierung (Federal Taxes), sondern je nach Wohnort auch an deinen Bundesstaat (State Taxes) und manchmal sogar an deine Stadt oder Gemeinde (Local Taxes). Die Gesamtsteuerbelastung kann sich dadurch erheblich unterscheiden – zwischen Florida ohne Einkommensteuer und Kalifornien mit bis zu 13,3 % Bundesstaatssteuer liegen Welten.

Für deutsche Auswanderer ist das US-Steuersystem häufig attraktiv, da die effektive Steuerbelastung bei mittleren und hohen Einkommen oft niedriger ausfällt als in Deutschland. Gleichzeitig musst du aber deutlich mehr Eigenverantwortung übernehmen – das amerikanische System ist kompliziert und fehleranfällig.

1. Steuerresidenz und Steuerpflicht in den USA

Wann bist du in den USA steuerpflichtig?

Die Steuerpflicht in den USA hängt von deinem Status ab. Du giltst als Resident Alien für Steuerzwecke, wenn du:

  1. Green Card besitzt – dann bist du ab dem Tag der Ausstellung steuerpflichtig
  2. Den Substantial Presence Test erfüllst – eine modifizierte 183-Tage-Regel

Der Substantial Presence Test funktioniert so: Du bist steuerpflichtig, wenn du

  • mindestens 31 Tage im aktuellen Jahr in den USA warst UND
  • in den letzten drei Jahren insgesamt mindestens 183 Tage anwesend warst (gewichtet: aktuelles Jahr = 100 %, Vorjahr = 1/3, vorletztes Jahr = 1/6)

Beispiel: Du warst 2025 für 120 Tage in den USA, 2024 für 180 Tage und 2023 für 90 Tage. Berechnung: 120 + (180/3) + (90/6) = 120 + 60 + 15 = 195 Tage. Du erfüllst den Test und bist steuerpflichtig.

Als Resident Alien musst du dein weltweites Einkommen in den USA versteuern – genau wie US-Bürger.

Doppelbesteuerungsabkommen

Die USA haben mit Deutschland, Österreich und der Schweiz Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen. Diese Abkommen regeln, welches Land welche Einkunftsart besteuern darf und wie eine doppelte Besteuerung vermieden wird.

Wichtige Punkte:

  • Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit werden meist im Tätigkeitsstaat besteuert
  • Renten werden häufig im Wohnsitzstaat besteuert (mit Ausnahmen)
  • Deutsche Beamtenpensionen bleiben in Deutschland steuerpflichtig
  • Gezahlte Steuern können über Foreign Tax Credit angerechnet werden

Wegzugsbesteuerung aus Deutschland

Wenn du Deutschland verlässt und mehr als 1 % an einer Kapitalgesellschaft hältst oder deine Beteiligung mehr als 500.000 Euro wert ist, kann die deutsche Wegzugsbesteuerung greifen. Dabei werden nicht realisierte Wertsteigerungen besteuert, als hättest du deine Anteile verkauft.

Gut zu wissen: Bei Umzug in die USA (als EU-/EWR-Drittstaat) kannst du eine Stundung der Wegzugssteuer beantragen – diese wird dann erst bei tatsächlichem Verkauf fällig.

2. Einkommensteuer in den USA

Allgemeine Struktur der Bundeseinkommensteuer

Die US-Bundeseinkommensteuer ist progressiv gestaltet mit sieben Steuerstufen. Die Steuersätze für 2025 liegen zwischen 10 % und 37 %. Entscheidend ist dein Filing Status:

Single (Alleinstehende) – Tax Brackets 2025:

  • 10 % auf die ersten $11,925
  • 12 % von $11,926 bis $48,475
  • 22 % von $48,476 bis $103,350
  • 24 % von $103,351 bis $197,300
  • 32 % von $197,301 bis $250,525
  • 35 % von $250,526 bis $626,350
  • 37 % über $626,350

Married Filing Jointly (Verheiratete, gemeinsame Veranlagung):

  • 10 % auf die ersten $23,850
  • 12 % von $23,851 bis $96,950
  • 22 % von $96,951 bis $206,700
  • 24 % von $206,701 bis $394,600
  • 32 % von $394,601 bis $501,050
  • 35 % von $501,051 bis $751,600
  • 37 % über $751,600

Standard Deduction 2025:

  • Single: $15,000
  • Married Filing Jointly: $30,000
  • Head of Household: $22,500

Die Standard Deduction ist ein Freibetrag, der automatisch von deinem Einkommen abgezogen wird. Alternativ kannst du auch einzelne Ausgaben als Itemized Deductions absetzen, wenn diese höher ausfallen.

Wichtig: Das US-Steuerjahr entspricht dem Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember). Die Steuererklärung ist bis zum 15. April des Folgejahres fällig.

Einkommensteuer für Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer in den USA wird deine Lohnsteuer direkt vom Gehalt einbehalten (Tax Withholding). Dein Arbeitgeber überweist die Beträge ans IRS (Internal Revenue Service). Die Höhe richtet sich nach deinen Angaben im Form W-4, das du bei Jobantritt ausfüllst.

Sozialversicherungsbeiträge (FICA Taxes):

  • Social Security Tax: 6,2 % (du) + 6,2 % (Arbeitgeber) bis zur Beitragsbemessungsgrenze von $176,100 (2025)
  • Medicare Tax: 1,45 % (du) + 1,45 % (Arbeitgeber) ohne Obergrenze
  • Additional Medicare Tax: 0,9 % auf Einkommen über $200,000 (Single) bzw. $250,000 (Married)

Die Gesamtbelastung durch FICA beträgt also 7,65 % für dich als Arbeitnehmer (bis zur Beitragsbemessungsgrenze).

Absetzbare Werbungskosten:

Im US-System sind Werbungskosten deutlich eingeschränkter als in Deutschland. Seit der Steuerreform 2018 können die meisten Arbeitnehmerkosten nicht mehr abgesetzt werden. Möglich sind noch:

  • Umzugskosten für Militärangehörige
  • Nicht erstattete Geschäftsausgaben für bestimmte Berufsgruppen (Lehrer, Künstler)
  • Home Office bei selbstständiger Nebentätigkeit

Die klassische Pendlerpauschale wie in Deutschland existiert nicht. Fahrtkosten zur Arbeit sind grundsätzlich nicht absetzbar.

Beispielrechnung Arbeitnehmer:

Jahresgehalt: $80,000 (Single, Kalifornien)

  • Standard Deduction: -$15,000
  • Taxable Income: $65,000

Federal Tax:

  • 10 % auf $11,925 = $1,193
  • 12 % auf $36,550 = $4,386
  • 22 % auf $16,525 = $3,636
  • Gesamt Federal: $9,215 (11,5 %)

FICA Taxes: $6,120 (7,65 %)

California State Tax: ca. $3,400 (effektiv 4,25 %)

Gesamtsteuerbelastung: ca. 23,4 %

Zum Vergleich: In Deutschland läge die Gesamtbelastung bei diesem Gehalt bei etwa 35 bis 38 % (inklusive Sozialversicherung).

Einkommensteuer für Digitale Nomaden

Als digitaler Nomade in den USA gelten besondere Regelungen. Grundsätzlich musst du als Resident dein weltweites Einkommen versteuern – auch Einkünfte aus deutschen, österreichischen oder Schweizer Quellen.

Home Office und Remote Work:

Die USA haben sehr großzügige Regelungen für Home Office, seit Corona wurde vieles flexibilisiert. Du kannst Home-Office-Kosten als selbstständiger Digitaler Nomade (1099-Contractor) vollständig absetzen:

  • Anteilige Miete/Nebenkosten nach Quadratmeterfläche
  • Internet und Telefon (geschäftlicher Anteil)
  • Büromöbel und Arbeitsmittel
  • Computer und Software

Wichtig: Diese Absetzbarkeit gilt nur, wenn du als selbstständiger Contractor (Form 1099-NEC) arbeitest, nicht als regulärer Arbeitnehmer (W-2).

Relevante Visa für Digitale Nomaden:

  • O-1 Visum: Für „außergewöhnliche Fähigkeiten“ – gut für erfolgreiche Freelancer
  • E-2 Visum: Investorenvisum – du gründest eine US-Firma
  • H-1B Visum: Für hochqualifizierte Arbeitnehmer (schwer zu bekommen)
  • B-1 Visum: Nur für Geschäftsreisen, keine dauerhafte Arbeit erlaubt

Besteuerung ausländischer Einkünfte:

Wenn du für deutsche Kunden arbeitest, aber in den USA lebst, bist du voll in den USA steuerpflichtig. Die Foreign Earned Income Exclusion (FEIE) gilt nur, wenn du im Ausland lebst, hilft dir also in den USA nicht.

Du kannst aber ausländische Steuern über den Foreign Tax Credit anrechnen lassen. Wenn du also in Deutschland 19 % Einkommensteuer zahlst und in den USA 24 % zahlen müsstest, zahlst du nur die Differenz von 5 % nach.

Einkommensteuer für Selbstständige und Unternehmer

Als Selbstständiger (Self-Employed) in den USA hast du deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten – aber auch mehr Pflichten.

Sole Proprietorship (Einzelunternehmen):

Die einfachste Form. Du bist automatisch Sole Proprietor, wenn du ohne Firmengründung selbstständig tätig wirst. Deine Gewinne werden direkt als persönliches Einkommen versteuert (Pass-Through Taxation).

Nachteile:

  • Unbeschränkte persönliche Haftung
  • Höhere Selbstständigen-Steuern (Self-Employment Tax)

Self-Employment Tax: Als Selbstständiger zahlst du die vollen 15,3 % Sozialversicherungsbeiträge (Social Security + Medicare), da du sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberanteil trägst. Davon kannst du allerdings 50 % als Betriebsausgabe absetzen.

LLC (Limited Liability Company):

Die beliebteste Rechtsform für kleine und mittlere Unternehmen. Eine LLC bietet:

  • Beschränkte Haftung (nur das Firmenvermögen haftet)
  • Flexible Besteuerung (Pass-Through oder Corporation)
  • Relativ einfache Verwaltung
  • Keine Mindestkapitalanforderungen

Als Single-Member LLC wirst du steuerlich wie ein Sole Proprietor behandelt (es sei denn, du wählst Corporation Status). Bei Multi-Member LLCs erfolgt die Besteuerung wie bei einer Partnership.

Corporation (C-Corp und S-Corp):

C-Corporation: Separate Besteuerung der Firma (21 % Federal Corporate Tax) und der Ausschüttungen an Gesellschafter (Dividendensteuer). Das führt zur berüchtigten Doppelbesteuerung.

S-Corporation: Pass-Through Taxation wie bei LLC, aber mit Möglichkeit zur Steueroptimierung durch Aufteilung in Gehalt und Dividenden. Voraussetzungen:

  • Maximal 100 Gesellschafter
  • Nur US-Bürger oder Residents als Gesellschafter
  • Nur eine Aktiengattung

Vorteil S-Corp: Du kannst dir selbst ein „angemessenes“ Gehalt zahlen (auf das Self-Employment Tax anfällt) und den Rest als Distribution auszahlen (ohne Self-Employment Tax).

Beispiel: Gewinn $150,000

  • Als Sole Proprietor: $150,000 × 15,3 % SE-Tax = $22,950
  • Als S-Corp: Gehalt $80,000 × 15,3 % = $12,240 + Distribution $70,000 × 0 % = $12,240
  • Ersparnis: $10,710

Achtung: Das IRS prüft genau, ob dein Gehalt „reasonable“ ist. Zu niedrige Gehälter werden nicht akzeptiert.

Gewerbesteuer:

Eine bundesweite Gewerbesteuer wie in Deutschland gibt es nicht. Allerdings können Bundesstaaten und Kommunen eigene Business Taxes erheben:

  • Gross Receipts Tax (auf Umsatz, z.B. in Washington)
  • Franchise Tax (Mindeststeuer in Kalifornien, Texas)
  • Business License Fees (jährliche Gebühren)

Absetzbare Betriebsausgaben:

Das US-System ist hier sehr großzügig. Absetzbar sind praktisch alle Kosten, die „ordinary and necessary“ für dein Business sind:

  • Bürokosten und Miete
  • Geschäftsreisen (inkl. 50 % der Verpflegung)
  • Fahrzeugkosten (tatsächliche Kosten oder Pauschale von $0,70 pro Meile für 2025)
  • Marketing und Werbung
  • Software und Lizenzen
  • Fortbildungen und Fachliteratur
  • Berufshaftpflicht und Versicherungen
  • Personalkosten
  • Abschreibungen (Depreciation) für Anlagegüter

Section 179 Deduction: Du kannst Investitionen in Ausrüstung bis zu $1,220,000 (2025) sofort vollständig abschreiben, statt über Jahre abzuschreiben.

Buchführungspflichten:

Eine gesetzliche Buchführungspflicht wie in Deutschland existiert nicht. Du musst aber alle Einnahmen und Ausgaben nachweisen können. Empfohlen wird:

  • Separate Geschäftskonten
  • Software wie QuickBooks oder FreshBooks
  • Aufbewahrung aller Belege (mindestens 3 Jahre, besser 7 Jahre)

Einkommensteuer für Finanziell Unabhängige und Investoren

Wenn du von deinen Investments lebst, profitierst du in den USA von vergleichsweise niedrigen Kapitalertragssteuern.

Kapitalertragssteuer (Capital Gains Tax):

Kurzfristige Gewinne (Short-Term Capital Gains): Aktien, die weniger als 1 Jahr gehalten wurden, werden wie normales Einkommen versteuert (10 bis 37 %).

Langfristige Gewinne (Long-Term Capital Gains): Aktien, die länger als 1 Jahr gehalten wurden, profitieren von reduzierten Steuersätzen:

  • 0 % bis $47,025 (Single) / $94,050 (Married) taxable income
  • 15 % von $47,026 bis $518,900 (Single) / $583,750 (Married)
  • 20 % über $518,900 (Single) / $583,750 (Married)

Hinzu kommt bei hohen Einkommen der Net Investment Income Tax von 3,8 % auf Investment-Einkommen über $200,000 (Single) bzw. $250,000 (Married).

Qualified Dividends werden wie langfristige Kapitalgewinne besteuert. Non-Qualified Dividends wie normales Einkommen.

Beispielrechnung Investor:

Jahreseinkommen: $100,000 aus langfristigen Kapitalgewinnen (Single)

  • Standard Deduction: -$15,000
  • Taxable Income: $85,000
  • Davon $47,025 mit 0 % = $0
  • Davon $37,975 mit 15 % = $5,696
  • Effektive Steuerbelastung: 5,7 %

Zum Vergleich: In Deutschland würdest du 25 % Abgeltungsteuer zahlen = $25,000.

Kryptowährungen:

Krypto-Gewinne werden in den USA wie normale Kapitalgewinne behandelt. Auch hier gilt die 1-Jahres-Regel für langfristige vs. kurzfristige Gewinne.

Besonderheit: Jede Transaktion ist ein steuerpflichtiger Vorgang, auch Krypto-zu-Krypto-Tausch. Du musst alle Transaktionen dokumentieren (schwierig bei vielen Trades).

Ausländische Depots:

Wenn du Konten oder Depots außerhalb der USA hast, gelten strenge Meldepflichten:

FBAR (Foreign Bank Account Report): Meldepflicht, wenn deine ausländischen Konten zusammen mehr als $10,000 im Jahresverlauf aufweisen. Frist: 15. April (verlängerbar bis 15. Oktober).

FATCA (Form 8938): Zusätzliche Meldepflicht für ausländische Finanzanlagen über bestimmten Schwellenwerten (z.B. $50,000 für Singles in den USA).

Strafen bei Nichtmeldung sind drastisch: Bis zu 50 % des Kontowerts pro Jahr bei FBAR-Verletzungen.

Einkommensteuer für Rentner

Als Rentner in den USA profitierst du von einigen Steuervergünstigungen – aber die Besteuerung deutscher, österreichischer oder Schweizer Renten ist komplex.

Besteuerung deutscher Renten:

Nach dem DBA zwischen Deutschland und USA gilt:

  • Gesetzliche Renten werden grundsätzlich im Wohnsitzland besteuert (also USA)
  • Betriebsrenten ebenfalls im Wohnsitzland
  • Beamtenpensionen bleiben in Deutschland steuerpflichtig

In den USA wird bei ausländischen Renten nur der Ertragsanteil versteuert, nicht die gesamte Rente. Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren liegt der steuerfreie Anteil bei etwa 70 %, nur 30 % sind steuerpflichtig.

US Social Security Benefits:

Wenn du in den USA gearbeitet und in das Social Security System eingezahlt hast, können deine Benefits teilweise steuerfrei sein:

  • Bei niedrigen Gesamteinkommen: bis zu 100 % steuerfrei
  • Bei mittleren Einkommen: 50 % steuerpflichtig
  • Bei hohen Einkommen: bis zu 85 % steuerpflichtig

Die Schwellenwerte für Singles liegen bei $25,000 bzw. $34,000 Combined Income (Adjusted Gross Income + Nontaxable Interest + 50 % der Social Security).

Österreichische Renten:

Das DBA Österreich-USA ähnelt dem deutschen: Renten werden im Wohnsitzland besteuert, Pensionen österreichischer Beamter in Österreich.

Schweizer Renten:

Das DBA Schweiz-USA sieht vor, dass AHV/IV-Renten im Wohnsitzland besteuert werden. Pensionskassenleistungen ebenfalls, wobei die Schweiz ein Quellenbesteuerungsrecht von maximal 15 % behält.

Standard Deduction für Senioren:

Ab 65 Jahren erhältst du eine erhöhte Standard Deduction:

  • Single: +$1,950 (total $16,950)
  • Married Filing Jointly: +$1,550 pro Person (total $33,100 für beide über 65)

Beispielrechnung Rentnerehepaar:

Deutsche Renten: $50,000 pro Jahr (brutto)

  • Steuerpflichtiger Anteil (30 %): $15,000
  • Standard Deduction: -$33,100
  • Taxable Income: $0
  • Federal Tax: $0

Zusätzlich eventuell State Tax je nach Bundesstaat (viele Staaten besteuern Renten nicht oder nur teilweise).

3. Vermögensteuer

Die gute Nachricht: Es gibt keine bundesweite Vermögensteuer in den USA.

Die USA erheben keine Steuer auf das reine Vermögen (Net Worth). Weder Bund noch die meisten Bundesstaaten besteuern dein Vermögen jährlich.

Allerdings gab und gibt es in einigen Bundesstaaten begrenzte Vermögensteuern:

  • Washington State: Capital Gains Tax auf sehr hohe Kapitalgewinne (über $250,000 pro Jahr) mit 7 % – dies ist keine klassische Vermögensteuer, aber wird oft so diskutiert

Die meisten Versuche einzelner Bundesstaaten, Vermögensteuern einzuführen, sind gescheitert oder wurden zurückgenommen.

Was du aber zahlen musst:

  • Property Tax auf Immobilien (siehe Kapitel 5)
  • Steuern auf Vermögenserträge (Zinsen, Dividenden, Kapitalgewinne)

4. Kapitalertragssteuer im Detail

Wir haben die Grundlagen schon behandelt, hier die Details:

Steuersätze nach Anlageform:

Aktien und ETFs:

  • Short-Term (unter 1 Jahr): 10 bis 37 % (wie Einkommen)
  • Long-Term (über 1 Jahr): 0 %, 15 % oder 20 %

Anleihen:

  • Zinsen aus Unternehmensanleihen: wie Einkommen (10 bis 37 %)
  • Zinsen aus US-Staatsanleihen: Federal Tax, aber meist State-Tax-free
  • Zinsen aus Municipal Bonds: oft komplett steuerfrei

Immobilien-Investments (REITs):

  • Dividenden werden wie normales Einkommen versteuert
  • Qualifizierte REIT-Dividenden können für 20 % QBI-Deduction qualifizieren

Quellensteuer (Withholding Tax):

Bei US-Dividenden und Zinsen gibt es normalerweise keine Quellensteuer für Residents. Bei ausländischen Dividenden wurde oft im Ausland Quellensteuer einbehalten (z.B. 15 % in Deutschland gemäß DBA).

Diese ausländische Quellensteuer kannst du in den USA über den Foreign Tax Credit anrechnen lassen:

  • Entweder als Itemized Deduction (Abzug vom Einkommen)
  • Oder als Tax Credit (direkte Verrechnung mit Steuerschuld) – meist günstiger

Anrechnung ausländischer Quellensteuer Beispiel:

Deutsche Dividende: $10,000

  • Deutsche Quellensteuer (15 % gemäß DBA): $1,500
  • Ausgezahlt: $8,500

In den USA:

  • Zu versteuern: $10,000
  • US-Steuer darauf (angenommen 15 % Long-Term): $1,500
  • Foreign Tax Credit: -$1,500
  • Nachzahlung USA: $0

Meldepflichten:

Form 1099-DIV und 1099-INT: Deine US-Banken und Broker senden dir und dem IRS automatisch diese Formulare mit deinen Dividenden und Zinsen.

Form 1099-B: Für Verkäufe von Wertpapieren.

Bei ausländischen Depots musst du alle Transaktionen selbst tracken und in deiner Steuererklärung angeben (Schedule D und Form 8949).

Steueroptimierung:

Tax-Loss Harvesting: Du kannst Verluste aus Wertpapierverkäufen mit Gewinnen verrechnen. Überschüssige Verluste können bis zu $3,000 pro Jahr vom normalen Einkommen abgezogen werden, darüber hinausgehende Verluste werden vorgetragen.

Wash Sale Rule: Wenn du eine Aktie mit Verlust verkaufst und innerhalb von 30 Tagen (vor oder nach Verkauf) dieselbe oder eine „substantially identical“ Aktie zurückkaufst, wird der Verlust nicht anerkannt.

5. Immobiliensteuer (Property Tax und mehr)

Grundsteuer (Property Tax)

Die Property Tax ist eine jährliche Steuer auf Immobilien und wird von Kommunen und Counties erhoben. Die Höhe variiert extrem je nach Standort:

Beispiele (effektive Steuersätze 2025):

  • Hawaii: 0,28 % (niedrigster)
  • Alabama: 0,42 %
  • Tennessee: 0,64 %
  • Texas: 1,73 %
  • New Jersey: 2,47 % (höchster)

Die Property Tax wird auf den assessed value (geschätzten Wert) der Immobilie erhoben. Dieser wird regelmäßig von lokalen Behörden neu bewertet.

Beispielrechnung: Haus in Austin, Texas, Wert $500,000

  • Property Tax Rate: 1,81 %
  • Jährliche Property Tax: $9,050

Viele Bundesstaaten bieten Homestead Exemptions für selbstgenutzte Erstwohnsitze an, die den steuerpflichtigen Wert reduzieren. In Texas z.B. $100,000 Exemption für School Taxes.

Absetzbarkeit: Property Tax bis zu $10,000 pro Jahr ist als Itemized Deduction bundesweit absetzbar (zusammen mit State Income Tax, begrenzt durch SALT Cap).

Grunderwerbsteuer (Transfer Tax)

Beim Kauf einer Immobilie fällt je nach Bundesstaat und County eine Transfer Tax oder Recording Fee an. Diese ist deutlich niedriger als die deutsche Grunderwerbsteuer:

Beispiele:

  • Texas: keine Transfer Tax
  • Florida: $0,70 pro $100 Kaufpreis (0,7 %)
  • Kalifornien: $1,10 pro $1,000 Kaufpreis (0,11 %)
  • New York City: bis zu 2,075 % (für Käufer) + 1 bis 2,5 % (für Verkäufer)

Capital Gains bei Immobilienverkauf

Beim Verkauf deines selbstgenutzten Hauptwohnsitzes kannst du erhebliche Steuervergünstigungen nutzen:

Primary Residence Exclusion:

  • $250,000 steuerfrei (Single)
  • $500,000 steuerfrei (Married Filing Jointly)

Voraussetzungen:

  • Du hast die Immobilie mindestens 2 der letzten 5 Jahre selbst bewohnt
  • Du hast diese Vergünstigung nicht in den letzten 2 Jahren genutzt

Beispiel: Kaufpreis: $300,000 Verkaufspreis: $700,000 Gewinn: $400,000

Als verheiratetes Paar komplett steuerfrei (unter $500,000 Grenze).

Bei Anlageimmobilien gilt diese Vergünstigung nicht. Stattdessen:

  • Gewinne werden als Capital Gains versteuert (meist 15 bis 20 %)
  • Depreciation Recapture: Die über die Jahre abgeschriebene Abnutzung wird mit 25 % nachversteuert

Section 1031 Exchange: Du kannst den Verkauf einer Anlageimmobilie steuerfrei gestalten, wenn du innerhalb bestimmter Fristen in eine gleichwertige oder höherwertige Immobilie reinvestierst.

Mieteinnahmen

Mieteinnahmen werden als normales Einkommen versteuert. Du kannst aber umfangreiche Kosten absetzen:

  • Depreciation: Du kannst Wohnimmobilien über 27,5 Jahre abschreiben (Gewerbe 39 Jahre)
  • Zinsen auf die Hypothek
  • Property Tax
  • Versicherungen
  • Reparaturen und Instandhaltung
  • Hausverwaltung
  • Reisekosten zur Immobilie

Durch die Depreciation können Mieteinnahmen oft sogar zu einem steuerlichen Verlust führen, der mit anderem Einkommen verrechnet werden kann (begrenzt auf $25,000 pro Jahr bei aktiver Vermietung und Einkommen unter $100,000).

6. Erbschafts- und Schenkungssteuer

Die USA haben eine kombinierte Erbschafts- und Schenkungssteuer (Estate and Gift Tax), die jedoch nur sehr hohe Vermögen betrifft.

Freibeträge 2025

Lebenslanger Freibetrag: $13,99 Millionen pro Person (indexiert)

Dieser Freibetrag gilt kombiniert für:

  • Schenkungen zu Lebzeiten (über die jährlichen Freibeträge hinaus)
  • Nachlass bei Tod

Das bedeutet: Du kannst zu Lebzeiten bis zu $13,99 Millionen verschenken, ohne Steuern zu zahlen. Erst darüber hinaus fällt Schenkungssteuer an.

Jährlicher Freibetrag: $19,000 pro Person und Empfänger (2025)

Du kannst jeder beliebigen Person jährlich bis zu $19,000 schenken, ohne dass dies auf deinen lebenslangen Freibetrag angerechnet wird. Als Ehepaar könnt ihr gemeinsam $38,000 pro Person schenken.

Steuersätze

Über dem Freibetrag:

  • Progressiver Steuersatz von 18 % bis 40 %
  • Ab etwa $1 Million über dem Freibetrag: 40 %

Besonderheiten für Nicht-US-Bürger

Wichtig: Als Non-US-Citizen mit US-Vermögen gelten deutlich niedrigere Freibeträge:

  • Nur $60,000 Freibetrag für US-Vermögen bei Tod
  • Betroffen sind US-Immobilien, US-Aktien etc.

Mit DBA können sich höhere Freibeträge ergeben. Das DBA Deutschland-USA ermöglicht eine anteilige Berechnung basierend auf deinem weltweiten Vermögen.

Steueroptimierung für Auswanderer:

Wenn du Green Card hast oder US-Bürger bist, solltest du bedenken:

  • Rechtzeitige Schenkungen zu Lebzeiten nutzen
  • Trusts zur Vermögensplanung erwägen
  • Estate Planning mit Anwalt (bei Vermögen über $5 Millionen empfohlen)

Spousal Exemption

Geschenke und Erbschaften zwischen US-Bürgern (Ehepartnern) sind unbegrenzt steuerfrei. Bei Nicht-US-Bürger-Ehegatten gilt ein jährlicher Freibetrag von $185,000 (2025) für Schenkungen.

7. Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer (Sales Tax)

Die USA haben keine bundesweite Mehrwertsteuer. Stattdessen erheben die meisten Bundesstaaten eine Sales Tax auf den Verkauf von Waren und bestimmten Dienstleistungen.

Sales Tax Sätze nach Bundesstaaten (Auswahl 2025)

Staaten ohne Sales Tax:

  • Alaska (aber lokale Sales Taxes möglich)
  • Delaware
  • Montana
  • New Hampshire
  • Oregon

Niedrige Sätze:

  • Colorado: 2,9 %
  • Hawaii: 4,0 %
  • Wyoming: 4,0 %

Hohe Sätze:

  • Kalifornien: 7,25 % (plus lokale Zuschläge, total oft 9 bis 10 %)
  • Tennessee: 7,0 %
  • Louisiana: 4,45 % (aber mit lokalen bis zu 11,5 %)

Die tatsächliche Belastung variiert stark, da Kommunen zusätzliche Local Sales Taxes erheben können.

Use Tax

Wenn du Waren aus anderen Bundesstaaten oder dem Ausland kaufst und keine Sales Tax zahlst, bist du theoretisch verpflichtet, Use Tax in deinem Wohnstaat zu zahlen. Diese wird praktisch selten durchgesetzt, außer bei großen Anschaffungen.

Sales Tax für Unternehmer

Als Unternehmer musst du:

  • In deinem Bundesstaat eine Sales Tax Permit beantragen (meist kostenlos)
  • Sales Tax von Kunden einziehen (auf den Verkaufspreis aufschlagen)
  • Monatlich, vierteljährlich oder jährlich an den Staat abführen

Sales Tax Nexus: Du musst nur in Bundesstaaten Sales Tax erheben, in denen du „Nexus“ hast (physische Präsenz oder wirtschaftliche Verbindung). Nach dem South Dakota v. Wayfair Urteil gilt auch wirtschaftlicher Nexus (z.B. über $100,000 Umsatz in einem Staat).

Kleinunternehmerregelung: Es gibt keine bundesweite Kleinunternehmerregelung. Jeder Bundesstaat hat eigene Schwellenwerte (meist $100,000 bis $500,000 Jahresumsatz), unter denen keine Sales Tax-Registrierung nötig ist.

Steuerfreie Produkte

Viele Bundesstaaten befreien bestimmte Waren von der Sales Tax:

  • Lebensmittel (in vielen Staaten)
  • Medikamente (meist)
  • Kleidung (in einigen Staaten wie Minnesota, New Jersey)
  • Zeitungen und Magazine (teilweise)

Dienstleistungen sind häufig nicht sales-tax-pflichtig, aber auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesstaaten.

8. Weitere relevante Steuern

Kfz-Steuer (Vehicle Registration und Licensing)

Es gibt keine jährliche Kfz-Steuer basierend auf Hubraum oder Emissionen wie in Deutschland. Stattdessen zahlst du:

Registration Fee: Jährliche Zulassungsgebühr, variiert nach Bundesstaat:

  • Arizona: 2,8 % des Fahrzeugwerts (assessed value, sinkt jährlich)
  • Kalifornien: $60 bis $200 (abhängig von Wert und Gewicht)
  • Florida: $14,50 bis $45
  • Texas: $50,75 bis $150,75

Personal Property Tax: Einige Bundesstaaten (z.B. Virginia, Connecticut) erheben eine jährliche Steuer auf den Wert deines Fahrzeugs, typischerweise 1 bis 4 % des Werts.

Gasoline Tax (Benzinsteuer)

In jedem Liter Benzin sind bereits Steuern enthalten:

  • Federal: $0,184 pro Gallone (ca. $0,05 pro Liter)
  • State: $0,15 bis $0,77 pro Gallone ($0,04 bis $0,20 pro Liter)

Die Gesamtsteuerbelastung auf Benzin ist in den USA deutlich niedriger als in Europa.

Luxussteuer

Es gibt keine allgemeine Luxussteuer auf Bundesebene mehr. Einige Bundesstaaten erheben jedoch spezielle Steuern auf:

  • Alkohol (Excise Tax)
  • Tabak (teilweise über $5 pro Packung in New York)
  • Besonders teure Fahrzeuge (z.B. Illinois: 7 % zusätzlich ab $250,000)

Hotel und Tourismusteuern

In touristischen Gebieten werden oft zusätzliche Steuern erhoben:

  • Hotel Occupancy Tax: 10 bis 15 % zusätzlich
  • Resort Fees: Nicht immer als Steuer, aber obligatorisch
  • Touristenabgaben in Städten wie Las Vegas, Orlando, New York

Sin Taxes (Sündensteuern)

Höhere Steuern auf als ungesund geltende Produkte:

  • Zuckerhaltige Getränke in einigen Städten (Philadelphia, San Francisco)
  • Cannabis (in legalen Staaten 15 bis 37 % Steuern)

9. Steueroptimierung für Auswanderer

Timing des Umzugs

Optimal: Umzug zu Jahresbeginn

  • Du bist für das gesamte Jahr in den USA resident
  • Keine komplizierte Dual-Status-Steuererklärung
  • Klarheit über Steuerpflicht

Ungünstig: Umzug Mitte des Jahres

  • Komplexere Steuererklärung (Teil-Jahr Deutschland, Teil-Jahr USA)
  • Eventuell Steuerpflicht in beiden Ländern für das gesamte Jahr
  • Höherer Beratungsbedarf

Wahl des Wohnsitzes (Bundesstaat)

Die Wahl deines Wohnstaates hat massive steuerliche Auswirkungen:

Steuerfreundliche Staaten (keine State Income Tax):

  • Florida: Keine Income Tax, moderate Property Tax, gutes Wetter
  • Texas: Keine Income Tax, höhere Property Tax, große Wirtschaft
  • Nevada: Keine Income Tax, Las Vegas, aber heiß
  • Washington: Keine Income Tax, aber höhere Sales Tax und Capital Gains Tax
  • Tennessee: Keine Income Tax, niedrige Lebenshaltungskosten
  • Wyoming: Keine Income Tax, dünn besiedelt

Bei gleichem Bundeseinkommen von $100,000:

  • In Kalifornien: ca. $5,500 State Tax
  • In Florida: $0 State Tax
  • Ersparnis: $5,500 pro Jahr

Wichtig für Rentner: Viele Staaten besteuern Renten nicht oder nur teilweise. Florida, Nevada und Texas sind daher bei Rentnern extrem beliebt.

Günstige Unternehmensformen

Für kleine Unternehmen:

  • Single-Member LLC in einem günstigen Staat (Delaware, Wyoming, Nevada)
  • Keine Corporate Income Tax für Pass-Through
  • Jährliche Kosten: $50 bis $300

Für wachsende Unternehmen:

  • S-Corporation zur Minimierung der Self-Employment Tax
  • Optimale Aufteilung Gehalt/Distribution
  • Erfordert Payroll und mehr Administration

Für internationale Strukturen:

  • Delaware C-Corporation (Standard für Startups und VC-Finanzierung)
  • Klare rechtliche Struktur
  • Erleichtert spätere Finanzierungsrunden

Nutzung von Steuerfreibeträgen

Standard Deduction maximieren:

  • Als Married Filing Jointly: $30,000 automatisch steuerfrei (2025)
  • Nur itemizen, wenn Abzüge darüber liegen

Retirement Accounts nutzen:

401(k): Arbeitgeber-gesponsert

  • Beitragslimit 2025: $23,500 (unter 50) / $31,000 (über 50)
  • Beiträge sind sofort vom zu versteuernden Einkommen absetzbar
  • Steuern fallen erst bei Auszahlung an

IRA (Individual Retirement Account):

  • Traditional IRA: Beiträge steuerlich absetzbar, Limit $7,000 (unter 50) / $8,000 (über 50)
  • Roth IRA: Beiträge nicht absetzbar, aber Auszahlungen steuerfrei

SEP-IRA für Selbstständige:

  • Bis zu 25 % des Einkommens oder $69,000 (2025)
  • Deutlich höhere Limits als normale IRA

Beispiel Steuerersparnis:

Einkommen: $150,000 401(k)-Beitrag: -$23,500 SEP-IRA: -$20,000 Taxable Income: $106,500 statt $150,000 Steuerersparnis: ca. $10,440 (24 % Bracket)

Health Savings Account (HSA):

Wenn du einen High-Deductible Health Plan hast:

  • Beitragslimit 2025: $4,300 (Single) / $8,550 (Family)
  • Dreifacher Steuervorteil: Einzahlung absetzbar, Wachstum steuerfrei, Auszahlung für medizinische Kosten steuerfrei
  • Kann als zusätzliche Altersvorsorge dienen

529 Education Savings Plan:

Für Bildungskosten deiner Kinder:

  • Keine bundesweite Absetzbarkeit, aber viele Staaten bieten State Tax Deduction
  • Wachstum steuerfrei
  • Auszahlungen für Bildungskosten steuerfrei

Holding-Strukturen (für Fortgeschrittene)

Wenn du internationale Geschäfte tätigst oder mehrere Unternehmen hast:

Delaware Holding Company:

  • Eignet sich als Dachgesellschaft
  • Keine State Corporate Income Tax auf außerhalb Delawares erwirtschaftete Gewinne
  • Jährliche Franchise Tax: mindestens $175

Wyoming LLC als Holding:

  • Keine Corporate Income Tax
  • Keine Franchise Tax
  • Hohe Anonymität (kein öffentliches Register der Eigentümer)

Achtung: Diese Strukturen erfordern professionelle Beratung. Falsch aufgesetzt können sie als „abusive tax shelter“ eingestuft werden.

10. Steuererklärung und Fristen

Form 1040 (Individual Income Tax Return)

Die Hauptsteuererklärung für Privatpersonen. Du reichst folgende Formulare ein:

Hauptformular:

  • Form 1040 (2 Seiten Grundformular)

Häufige Schedules (Anhänge):

  • Schedule 1: Zusätzliches Einkommen (z.B. Selbstständigkeit)
  • Schedule A: Itemized Deductions (statt Standard Deduction)
  • Schedule B: Zinsen und Dividenden über $1,500
  • Schedule C: Gewinn/Verlust aus Selbstständigkeit
  • Schedule D: Capital Gains and Losses
  • Schedule E: Mieteinnahmen, Partnerships
  • Schedule SE: Self-Employment Tax

Fristen 2026

15. April 2026: Steuererklärung für 2025 fällig

Verlängerung möglich:

  • Automatische 6-Monats-Verlängerung bis 15. Oktober durch Einreichung von Form 4868
  • Gilt nur für die Abgabe, nicht für die Zahlung (fällige Steuern müssen bis 15. April geschätzt und gezahlt werden)

Quarterly Estimated Taxes: Wenn du selbstständig bist oder andere Einkünfte ohne Withholding hast, musst du vierteljährlich Steuern vorauszahlen:

  • 15. April (Q1)
    1. Juni (Q2)
    1. September (Q3)
    1. Januar des Folgejahres (Q4)

Benötigte Unterlagen

  • Alle W-2 (Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber)
  • Alle 1099er (1099-INT, 1099-DIV, 1099-B, 1099-NEC etc.)
  • Belege für absetzbare Ausgaben
  • Nachweise über Spenden (über $250 braucht schriftliche Bestätigung)
  • Mortgage Interest Statement (Form 1098)
  • Property Tax Records
  • Retirement Account Contributions
  • Health Insurance Coverage (Form 1095)

Online-Portale und Software

Kostenlose Software (für einfache Returns):

  • IRS Free File (für Einkommen unter ca. $79,000)
  • FreeTaxUSA
  • Credit Karma Tax (jetzt Cash App Taxes)

Bezahlte Software (umfassender):

  • TurboTax (beliebteste, aber teuer: $60 bis $120)
  • H&R Block
  • TaxAct

Für komplexe Fälle:

  • TurboTax Premium oder Self-Employed ($90 bis $120)
  • Direkter CPA (Certified Public Accountant)

Wann brauchst du einen Steuerberater?

Unbedingt empfohlen bei:

  • Selbstständigkeit mit hohem Einkommen
  • Mehreren Immobilien
  • Internationalen Einkünften
  • Komplexen Investments
  • Erstmaligem Filing als Resident Alien
  • S-Corporation oder Partnership
  • Ausländischen Konten über $10,000 (FBAR-Pflicht)

Kosten: $300-$1,000 für einfache bis mittlere Komplexität, $1,000 bis $5,000+ für komplexe Situationen.

Strafen bei Verspätung

Failure to File: 5 % der geschuldeten Steuern pro Monat (maximal 25 %)

Failure to Pay: 0,5 % der geschuldeten Steuern pro Monat

Zusätzlich: Zinsen auf unbezahlte Steuern (aktuell ca. 8 % p.a.)

Beispiel: Geschuldete Steuern: $10,000 3 Monate verspätet eingereicht und gezahlt:

  • Failure to File: $1,500 (15 %)
  • Failure to Pay: $150 (1,5 %)
  • Zinsen: ca. $200
  • Gesamtstrafe: $1,850

Tipp: Wenn du absehst, dass du nicht rechtzeitig zahlen kannst, reiche trotzdem pünktlich ein und beantrage einen Zahlungsplan. Die Strafen sind dann deutlich niedriger.

11. Sozialversicherungsbeiträge

Das US-Sozialversicherungssystem unterscheidet sich fundamental von europäischen Systemen – es ist deutlich schlanker und bietet weniger Leistungen.

Social Security (Rentenversicherung)

Beitragssatz 2025:

  • 6,2 % Arbeitnehmer + 6,2 % Arbeitgeber = 12,4 % gesamt
  • Beitragsbemessungsgrenze: $176,100

Selbstständige: 12,4 % bis zur Bemessungsgrenze (aber 50 % davon als Betriebsausgabe absetzbar)

Leistungen:

  • Altersrente ab 62 (reduziert) oder 67 (volle Höhe)
  • Invaliditätsrente (Social Security Disability)
  • Hinterbliebenenrente

Anwartschaft: Du brauchst mindestens 40 Credits (entspricht etwa 10 Arbeitsjahren) für Anspruch auf Altersrente.

Durchschnittliche Social Security Rente 2025: ca. $2,000 pro Monat

Zum Vergleich: Die deutsche gesetzliche Rente liegt im Durchschnitt bei etwa €1,500 pro Monat, allerdings bei höheren Einzahlungen.

Medicare (Krankenversicherung für über 65-Jährige)

Beitragssatz 2025:

  • 1,45 % Arbeitnehmer + 1,45 % Arbeitgeber = 2,9 % gesamt
  • Keine Beitragsbemessungsgrenze
  • Additional Medicare Tax: 0,9 % auf Einkommen über $200,000 (Single) / $250,000 (Married)

Selbstständige: 2,9 % (plus 0,9 % Additional Tax bei hohem Einkommen)

Leistungen:

  • Part A: Krankenhausversicherung (meist premium-free)
  • Part B: Arztbesuche (monatliche Prämie ca. $185 in 2025)
  • Part D: Medikamente (zusätzliche Prämie)
  • Medicare Advantage (Part C): Alternative durch private Versicherer

Krankenversicherung für unter 65-Jährige

Es gibt KEINE gesetzliche Krankenversicherungspflicht mehr (Mandate wurde 2019 abgeschafft auf Bundesebene, existiert aber noch in einigen Staaten wie Kalifornien).

Du musst dich privat versichern:

Optionen:

  1. Employer-Sponsored Insurance: Arbeitgeber bietet Versicherung an (meist teilweise vom Arbeitgeber bezahlt)
  2. Healthcare Marketplace (Obamacare): Private Versicherungen mit staatlichen Zuschüssen für niedrige Einkommen
  3. Private Versicherung: Direkt bei Versicherern
  4. Medicaid: Staatliche Versicherung für sehr niedrige Einkommen

Kosten:

  • Einzelperson: $400 bis $800/Monat (ohne Arbeitgeberzuschuss)
  • Familie: $1,200 bis $2,500/Monat
  • Hohe Selbstbeteiligungen üblich ($3,000 bis $8,000 pro Jahr)

Arbeitslosenversicherung (Unemployment Insurance)

Beiträge: Ausschließlich vom Arbeitgeber gezahlt (0,6 % Federal + 0,5 bis 5,4 % State)

Arbeitnehmer zahlen nichts.

Leistungen:

  • 26 Wochen Arbeitslosengeld (variiert nach Bundesstaat)
  • Höhe: ca. 40 bis 50 % des letzten Gehalts, gedeckelt (z.B. $450/Woche in Florida, $900/Woche in Massachusetts)

Pflegeversicherung

Es gibt keine gesetzliche Pflegeversicherung in den USA.

Optionen:

  • Private Long-Term Care Insurance (teuer, oft $3,000 bis $7,000 pro Jahr)
  • Medicaid deckt Pflegeheimkosten für Bedürftige (aber erst nach Aufbrauchen des eigenen Vermögens)

Gesamtbelastung Vergleich zu DACH-Ländern

Beispiel: Arbeitnehmer mit $80,000 Jahreseinkommen (Single, Kalifornien)

USA:

  • Federal Income Tax: $9,215 (11,5 %)
  • California State Tax: $3,400 (4,3 %)
  • Social Security: $4,960 (6,2 %)
  • Medicare: $1,160 (1,45 %)
  • Gesamt: $18,735 (23,4 %)
  • Krankenversicherung (zusätzlich): ca. $6,000/Jahr

Deutschland (zum Vergleich bei €74,000 = ca. $80,000):

  • Einkommensteuer + Soli: ca. €18,500 (25 %)
  • Rentenversicherung: €6,845 (9,3 %)
  • Krankenversicherung: €5,400 (7,3 %)
  • Pflegeversicherung: €1,110 (1,5 %)
  • Arbeitslosenversicherung: €925 (1,25 %)
  • Gesamt: ca. €32,780 (44,3 %)

Die Gesamtbelastung in Deutschland ist etwa 20 Prozentpunkte höher – allerdings mit deutlich umfassenderen Sozialleistungen (gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, höhere Renten).

12. Vergleich zu Deutschland, Schweiz und Österreich

Tabellarischer Steuervergleich

SteuerartUSADeutschlandÖsterreichSchweiz
Max. Einkommensteuersatz37 % (Bund) + 0 bis 13,3 % (Staat)45 % + 5,5 % Soli55 %11,5 % (Bund) + bis 40 % (Kantone)
Kapitalertragssteuer0 bis 20 % (langfristig)25 % + Soli27,5 %Vermögenssteuer statt Kapitalertragssteuer
Körperschaftsteuer21 % (Bund) + 0 bis 12 % (Staat)15 % + Gewerbesteuer23 %12 bis 21 % (je nach Kanton)
Mehrwertsteuer0 bis 10 % (State Sales Tax)19 % / 7 %20 % / 10 %8,1 % / 2,6 %
VermögensteuerKeineKeineKeine0,3 bis 1,0 % (kantonal)
ErbschaftsteuerAb $13,99 Mio.Ab €400k (je nach Verwandtschaftsgrad)Keine (nur in Wien und einigen Ländern)Je nach Kanton, oft keine
Sozialabgaben Arbeitnehmer7,65 %ca. 20 %ca. 18 %ca. 6 %

Beispielrechnungen für verschiedene Einkommensklassen

Szenario 1: Single, Arbeitnehmer, $50,000 / €46,000 Jahreseinkommen

LandEinkommensteuerSozialabgabenGesamtNetto
USA (Florida)$2,857 (5,7 %)$3,825 (7,65 %)$6,682 (13,4 %)$43,318
USA (Kalifornien)$4,457 (8,9 %)$3,825 (7,65 %)$8,282 (16,6 %)$41,718
Deutschland€8,300 (18 %)€9,200 (20 %)€17,500 (38 %)€28,500
Österreich€7,700 (17 %)€8,300 (18 %)€16,000 (35 %)€30,000
Schweiz (Zürich)CHF 5,200 (11 %)CHF 2,800 (6 %)CHF 8,000 (17 %)CHF 38,500

Szenario 2: Verheiratet, 2 Kinder, $150,000 / €138,000 Haushaltseinkommen

LandEinkommensteuerSozialabgabenGesamtNetto
USA (Texas)$13,100 (8,7 %)$11,475 (7,65 %)$24,575 (16,4 %)$125,425
USA (New York)$21,600 (14,4 %)$11,475 (7,65 %)$33,075 (22 %)$116,925
Deutschland€38,000 (27,5 %)€27,600 (20 %)€65,600 (47,5 %)€72,400
Österreich€41,400 (30 %)€24,840 (18 %)€66,240 (48 %)€71,760
Schweiz (Zug)CHF 13,800 (10 %)CHF 8,280 (6 %)CHF 22,080 (16 %)CHF 116,000

Szenario 3: Selbstständiger, $200,000 / €184,000 Gewinn

LandEinkommensteuerSozialabgabenGesamtNetto
USA (Nevada)$32,350 (16,2 %)$23,100* (11,55 %)$55,450 (27,7 %)$144,550
Deutschland€63,000 (34%)€28,000** (15 %)€91,000 (49 %)€93,000
Österreich€69,000 (37,5 %)€20,700 (11,2 %)**€89,700 (49 %)€94,300
Schweiz (Schwyz)CHF 24,000 (12 %)CHF 12,000 (6 %)CHF 36,000 (18 %)CHF 164,000

*Self-Employment Tax nur bis Beitragsbemessungsgrenze, 50 % davon absetzbar **Vereinfachte Annahme, tatsächliche Sätze variieren

Pro und Contra aus steuerlicher Sicht

PRO USA:
✅ Niedrigere Gesamtsteuerbelastung, besonders bei hohen Einkommen
✅ Sehr niedrige Kapitalertragssteuern (0 bis 20 % vs. 25 bis 27,5 % in DACH)
✅ Keine Vermögensteuer
✅ Hohe Freibeträge bei Erbschaftsteuer ($13,99 Mio.)
✅ Steuerfreie Bundesstaaten verfügbar (Florida, Texas, Nevada etc.)
✅ Großzügige Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmer
✅ Niedrigere Sozialabgaben (7,65 % vs. 18 bis 20 % in DACH)
✅ Retirement Accounts mit hohen Einzahlungsgrenzen (401k, IRA)

CONTRA USA:
❌ Extrem komplexes Steuersystem (Federal + State + Local)
❌ Hohe Kosten für professionelle Steuerberatung notwendig
❌ Citizenship-Based Taxation (als US-Bürger lebenslang steuerpflichtig)
❌ Strenge Meldepflichten für ausländische Konten (FBAR, FATCA)
❌ Keine gesetzliche Krankenversicherung, hohe private Kosten ($6,000 bis $12,000/Jahr)
❌ Weniger umfassendes Sozialsystem
❌ Property Tax kann sehr hoch sein (bis zu 2,5 % des Immobilienwerts jährlich)
❌ Komplizierte staatliche Unterschiede erschweren Umzüge
❌ Self-Employment Tax von 15,3 % für Selbstständige

PRO Deutschland/Österreich:
✅ Umfassendes Sozialsystem (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung)
✅ Höhere und sicherere Renten
✅ Einfacheres Steuersystem (ein Finanzamt, eine Steuererklärung)
✅ Niedrigere Krankenversicherungskosten
✅ Mehr Arbeitnehmerschutz

CONTRA Deutschland/Österreich:
❌ Deutlich höhere Gesamtsteuerbelastung (35 bis 50 % vs. 20 bis 35 %)
❌ Hohe Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge (25 bis 27,5 %)
❌ Progressionsvorbehalt bei ausländischen Einkünften
❌ Geringere Freibeträge bei Erbschaftsteuer (€400k vs. $13,99 Mio.)

PRO Schweiz:
✅ Niedrigste Gesamtsteuerbelastung in Europa
✅ Kantone mit sehr niedrigen Steuern verfügbar (Zug, Schwyz)
✅ Keine Kapitalertragssteuer für Privatpersonen
✅ Hohe Lebensqualität bei moderater Steuerbelastung

CONTRA Schweiz:
❌ Vermögensteuer (0,3 bis 1 % jährlich je nach Kanton)
❌ Höhere Lebenshaltungskosten
❌ Komplexe kantonale Unterschiede

Fazit: Für wen lohnt sich die USA steuerlich?

Das US-Steuersystem ist ein zweischneidiges Schwert: Es bietet enorme Einsparpotenziale, erfordert aber auch viel Eigenverantwortung und Know-how.

Die USA lohnen sich steuerlich besonders für:

1. Gut verdienende Arbeitnehmer ($80k+)

  • Deutlich niedrigere Gesamtbelastung als in DACH-Ländern
  • Besonders attraktiv in Staaten ohne State Income Tax
  • Bei $150k Jahresgehalt sparst du ca. $20 bis 30k pro Jahr gegenüber Deutschland

2. Unternehmer und Selbstständige

  • Großzügige Abschreibungsmöglichkeiten
  • Flexible Unternehmensformen (LLC, S-Corp)
  • Niedrige Körperschaftsteuern (21 % Federal vs. 30 %+ in DACH)
  • Steueroptimierung durch geschickte Aufteilung Gehalt/Distribution

3. Investoren und Vermögende

  • Niedrige Kapitalertragssteuern (0 bis 20 % bei langfristigen Gewinnen)
  • Keine Vermögensteuer
  • Hohe Erbschaftssteuerfreibeträge ($13,99 Mio.)
  • Strategisches Investieren kann fast steuerfrei sein

4. Rentner (mit Einschränkungen)

  • Viele Staaten besteuern Renten nicht
  • Standard Deduction erhöht ab 65
  • Aber: Eigene Krankenversicherung ab 65 über Medicare (ca. $2,000 bis $5,000/Jahr)
  • Lohnt sich hauptsächlich bei höheren Renten ($40k+)

5. Digitale Nomaden

  • Als Selbstständiger mit US-Aufenthaltsgenehmigung
  • Niedrige Steuern bei geschickter Strukturierung
  • Kombination mit Foreign Tax Credit bei internationalen Kunden

Die USA lohnen sich NICHT steuerlich für:

1. Niedrigverdiener (unter $40k)

  • Soziale Absicherung in DACH deutlich besser
  • Krankenversicherungskosten in USA können Steuerersparnis auffressen
  • Working-Poor-Problematik in USA real

2. Personen mit chronischen Gesundheitsproblemen

  • Deutsches/österreichisches Gesundheitssystem deutlich besser
  • US-Krankenversicherung kann schnell $10k bis $30k+ pro Jahr kosten
  • Selbstbeteiligung oft $5k bis $8k zusätzlich

3. Menschen, die viel Sicherheit schätzen

  • DACH-Sozialsysteme bieten deutlich mehr Absicherung
  • In USA musst du selbst vorsorgen (Altersvorsorge, Arbeitslosigkeit, Pflege)

4. Wer ein einfaches Steuersystem bevorzugt

  • US-Steuersystem ist eines der komplexesten weltweit
  • Jährliche Steuerberaterkosten: $500 bis $5,000+
  • Hoher Zeitaufwand und Fehleranfälligkeit

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Die Steuerbelastung ist in den USA deutlich niedriger als in Deutschland oder Österreich, besonders bei mittleren und hohen Einkommen (20 bis 35 % vs. 35 bis 50 %).
  2. Die Wahl des Bundesstaates ist entscheidend. Florida, Texas, Nevada haben keine State Income Tax und können weitere 5 bis 10 % Ersparnis bringen.
  3. Kapitalerträge werden begünstigt besteuert (0 bis 20 % bei langfristigen Investments), was die USA besonders für Investoren attraktiv macht.
  4. Das Sozialsystem ist deutlich schlanker. Du zahlst weniger ein, bekommst aber auch weniger raus. Krankenversicherung ist teuer und muss privat organisiert werden.
  5. Citizenship-Based Taxation ist eine Falle. Wenn du US-Staatsbürger wirst, bist du lebenslang weltweit steuerpflichtig – auch nach Wegzug.
  6. Steuerplanung ist komplex, aber lohnenswert. Mit der richtigen Struktur (S-Corp, Retirement Accounts, HSA) kannst du noch einmal 10 bis 30 % zusätzlich sparen.
  7. Die Kosten für professionelle Beratung sind höher als in DACH, aber notwendig. Budget: $1,000 bis $3,000 pro Jahr für gute Steuerberatung.

Unsere Empfehlung:

Lass dich VOR dem Umzug professionell beraten! Ein guter Cross-Border Tax Advisor (spezialisiert auf US-German/Austrian/Swiss Taxes) kostet dich einmalig $2,000 bis $5,000, kann dir aber langfristig Zehntausende sparen und schwerwiegende Fehler verhindern.

Wichtige Fragen, die du klären solltest:

  • Wann ist der optimale Umzugszeitpunkt?
  • Welcher Bundesstaat passt zu deiner Situation?
  • Wie strukturierst du dein Business optimal?
  • Was passiert mit deinen Altersvorsorgekonten in Deutschland/Österreich?
  • Wie vermeidest du Doppelbesteuerung?
  • Welche Meldepflichten hast du?

Die USA können steuerlich ein Paradies sein – aber nur wenn du es richtig angehst. Mit der falschen Herangehensweise drohen Strafen, Doppelbesteuerung und böse Überraschungen.

Stand: Dezember 2025 – Steuergesetze ändern sich regelmäßig. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick, ersetzt aber keine individuelle Steuerberatung.

FAQ: Häufige Fragen zum US-Steuersystem

1. Muss ich als Green-Card-Inhaber mein deutsches Bankkonto dem IRS melden?

Ja, unbedingt. Als Resident Alien (Green Card Holder) musst du alle ausländischen Konten melden, wenn der Gesamtwert im Jahr $10,000 überschreitet (FBAR). Zusätzlich gilt ab höheren Schwellenwerten die FATCA-Meldepflicht (Form 8938). Versäumnisse können zu drastischen Strafen führen (bis zu 50 % des Kontowerts).

2. Kann ich meine deutsche Rentenversicherung weiter einzahlen, wenn ich in die USA auswandere?

Als Pflichtversicherter nicht mehr, aber du kannst freiwillig weiterzahlen. Das lohnt sich oft, um Lücken zu vermeiden. Die Beiträge sind in den USA nicht absetzbar, aber die spätere Rente wird nur teilweise versteuert (Ertragsanteil). Das Totalisation Agreement zwischen Deutschland und USA sorgt dafür, dass Beiträge in beiden Ländern angerechnet werden.

3. Welcher Bundesstaat ist steuerlich am günstigsten?

Das kommt auf deine Situation an. Für die meisten sind Florida, Texas, Nevada oder Wyoming optimal (keine State Income Tax). Florida ist besonders beliebt bei Rentnern, Texas bei Unternehmern. Wyoming bietet zusätzlich niedrige Property Taxes. Vermeide Hochsteuerstaaten wie Kalifornien, New York oder Hawaii, wenn Steuern deine Priorität sind.

4. Was passiert steuerlich, wenn ich später wieder nach Deutschland zurückkehre?

Du wirst wieder in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Eventuelle US-Renten (Social Security) werden in Deutschland versteuert, können aber nach DBA von der US-Besteuerung freigestellt sein. Wichtig: Wenn du US-Staatsbürger geworden bist, bleibst du auch nach Rückkehr in den USA steuerpflichtig (Citizenship-Based Taxation). Dann musst du in beiden Ländern Steuererklärungen abgeben.

5. Lohnt sich eine LLC-Gründung in Delaware, auch wenn ich in Kalifornien lebe?

Für rein steuerliche Zwecke meist nicht. Wenn du in Kalifornien lebst und dort dein Geschäft betreibst, bist du trotzdem in Kalifornien steuerpflichtig (plus zusätzliche Kosten für Delaware-Registrierung). Delaware lohnt sich hauptsächlich für überregionale oder internationale Unternehmen und wenn du Investoren suchst (Standard für VC-Finanzierung). Für lokale Geschäfte ist eine LLC in deinem Wohnstaat meist die einfachste Lösung.

6. Wie hoch sind die Steuern auf Kryptowährungen in den USA?

Krypto wird wie Property behandelt. Verkaufsgewinne sind Capital Gains: Short-Term (unter 1 Jahr Haltedauer) mit 10 bis 37 %, Long-Term (über 1 Jahr) mit 0 bis 20 %. Jede Transaktion (auch Krypto-zu-Krypto-Tausch) ist ein steuerpflichtiges Ereignis. Du musst alle Trades dokumentieren – bei vielen Transaktionen wird das aufwändig. Mining-Einkünfte werden als Self-Employment Income mit 15,3 % Self-Employment Tax plus normaler Einkommensteuer belastet.

7. Kann ich meine deutschen Steuerberaterkosten in den USA absetzen?

Seit der Steuerreform 2018 leider nicht mehr. Früher waren Misc Itemized Deductions absetzbar (inkl. Steuerberatung), diese wurden aber gestrichen. Nur wenn die Steuerberatung direkt mit selbstständiger oder unternehmerischer Tätigkeit zusammenhängt, kannst du sie als Business Expense absetzen (Schedule C). Private Steuerberatungskosten sind nicht mehr absetzbar.


Hilfen für einen sorglosen Umzug in die USA

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Dieser Artikel wurde sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine individuelle Steuerberatung. Die Steuersätze und Regelungen beziehen sich auf das Steuerjahr 2025 und können sich ändern. Konsultiere immer einen qualifizierten Cross-Border Tax Advisor für deine spezifische Situation.

Zuletzt aktualisiert: 2. Dezember 2025 von Jan Harmening (2005 ausgewandert)