Wenn du an die Philippinen als Auswanderungsziel denkst, landest du fast automatisch bei Metro Manila – und dort ganz besonders bei Makati und Bonifacio Global City (BGC). Diese beiden Bezirke sind das moderne Gesicht der Philippinen: Wolkenkratzer statt Nipa-Hütten, internationale Restaurants statt Streetfood-Stände an jeder Ecke, und eine Infrastruktur, die in weiten Teilen Südostasiens ihresgleichen sucht. Wer sich vor dem chaotischen Verkehr, der drückenden Hitze oder dem Gedränge der Millionenmetropole fürchtet, findet ausgerechnet hier ruhige, grüne und sichere Enklaven, die sich fast wie eine eigene kleine Stadt in der Stadt anfühlen.

Der große Vorteil dieser Region liegt in ihrer Vielseitigkeit. Berufstätige finden in Makati und BGC die Zentralen internationaler Konzerne, Coworking-Spaces und ein Networking-Umfeld, das seinesgleichen sucht. Familien profitieren von internationalen Schulen, Kinderärzten auf Weltklasseniveau und sicheren Wohnanlagen mit Pool und Spielplatz. Rentner schätzen die kurzen Wege zu erstklassigen Krankenhäusern, während Selbstständige und digitale Nomaden von stabilem Highspeed-Internet und einer wachsenden Community Gleichgesinnter profitieren. Und über allem steht ein Faktor, der das Leben hier für Deutsche besonders erleichtert: Englisch ist Amtssprache und wird von praktisch jedem verstanden, von der Kassiererin im Supermarkt bis zum Facharzt.
In diesem Artikel nehmen wir dich mit durch die wichtigsten Teilregionen von Makati und BGC, zeigen dir, für wen welches Viertel geeignet ist, und liefern dir alle praktischen Informationen, die du für deinen Umzug brauchst – von Visum über Steuern und Krankenversicherung bis hin zu den tatsächlichen Lebenshaltungskosten vor Ort.
Die wichtigsten Teilregionen
Makati Central Business District (CBD)
Das Herzstück von Makati ist gleichzeitig das traditionelle Finanzzentrum der Philippinen. Hier reihen sich Bürotürme, Fünf-Sterne-Hotels und Einkaufszentren wie das Glorietta oder Greenbelt aneinander. Tagsüber pulsiert das Viertel vor geschäftigem Leben, abends verwandeln sich die Straßen rund um die Ayala Avenue in eine Ausgeh- und Restaurantmeile. Die Infrastruktur ist exzellent: breite Bürgersteige, klimatisierte Skywalks zwischen den Gebäuden und eine hohe Dichte an internationalen Bankfilialen.
Für wen geeignet: Berufstätige, die kurze Wege ins Büro brauchen, sowie Singles und Paare, die urbanes Leben mit viel Gastronomie und Nachtleben schätzen.
Besonderheit: Die klimatisierten Skywalks verbinden viele Gebäude direkt miteinander – ideal, um der tropischen Hitze zu entgehen.
Bonifacio Global City (BGC)
BGC ist das jüngere, aufgeräumtere Gegenstück zu Makati und gilt als das planvollste Stadtviertel der Philippinen. Breite Alleen, viel Grünfläche, Fahrradwege und eine fast schon europäisch anmutende Ordnung prägen das Bild. Hier haben sich zahlreiche internationale Firmen, aber auch Expat-Familien niedergelassen, die Wert auf ein modernes, sauberes Umfeld legen. Die Bürgersteige sind breit genug für Kinderwagen, die Parks laden zum Verweilen ein.
Für wen geeignet: Familien mit Kindern, die Wert auf Sicherheit, Sauberkeit und internationale Schulen in der Nähe legen, sowie Berufstätige internationaler Unternehmen.
Besonderheit: BGC wurde komplett neu geplant und wirkt dadurch deutlich strukturierter und grüner als die meisten anderen Teile Manilas.
Rockwell Center (Makati)
Rockwell ist eine geschlossene, gepflegte Enklave im Osten von Makati, bekannt für ihre gehobenen Wohntürme und das Einkaufszentrum Power Plant Mall. Wer Ruhe inmitten der Millionenstadt sucht, findet sie hier: private Sicherheitsdienste, gepflegte Grünanlagen und ein spürbar langsameres Lebenstempo als im hektischen CBD nebenan.
Für wen geeignet: Rentner und Familien, die gehobenen Wohnkomfort und Privatsphäre suchen, ohne auf städtische Annehmlichkeiten zu verzichten.
Besonderheit: Der Zugang zu den Wohntürmen ist streng kontrolliert, was Rockwell zu einer der sichersten Wohngegenden der Stadt macht.
Poblacion (Makati)
Poblacion war früher ein eher heruntergekommenes Viertel, hat sich in den letzten Jahren aber zum kreativen und alternativen Ausgehviertel Manilas gewandelt. Street Art, Craft-Beer-Bars, Boutique-Hotels und eine bunte, internationale Mischung aus Einheimischen und Expats prägen das Straßenbild. Die Mieten sind hier spürbar günstiger als in BGC oder Rockwell.
Für wen geeignet: Jüngere Auswanderer, digitale Nomaden und alle, die ein lebendiges, unangepasstes Viertel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen.
Besonderheit: Die dichteste Bar- und Restaurantszene der ganzen Region – Poblacion gilt als das inoffizielle Nachtleben-Zentrum von Metro Manila.
Salcedo & Legazpi Village (Makati)
Diese beiden benachbarten Viertel liegen ruhiger als der eigentliche CBD, sind aber trotzdem fußläufig erreichbar. Bekannt sind sie vor allem für ihre Wochenmärkte – der Salcedo Saturday Market gehört zu den beliebtesten Treffpunkten der Expat-Community. Viele Botschaften und Konsulate haben hier ihren Sitz, was dem Viertel eine internationale, aber gediegene Atmosphäre verleiht.
Für wen geeignet: Alleinstehende Berufstätige und Paare, die eine ruhigere Wohnlage mit kurzem Weg zu Restaurants und Wochenmärkten suchen.
Besonderheit: Der Salcedo Saturday Market ist ein fester sozialer Treffpunkt der internationalen Community – ein guter Startpunkt, um Kontakte zu knüpfen.
McKinley Hill & McKinley West (BGC-Umgebung)
Direkt an BGC angrenzend liegen diese beiden Wohnviertel, die deutlich familienfreundlicher und weniger dicht bebaut sind. Hier findest du geschlossene Wohnanlagen mit eigenem Pool, Spielplatz und Gartenanlage – ein Stück Vorstadtgefühl inmitten der Metropole. Die International School Manila liegt in direkter Nähe, was das Viertel besonders bei Familien mit Kindern beliebt macht.
Für wen geeignet: Familien, die eine grüne, ruhige Wohnlage mit kurzem Schulweg suchen.
Besonderheit: Zahlreiche geschlossene Wohnkomplexe mit eigener Infrastruktur wirken fast wie kleine Vorortsiedlungen – ungewöhnlich für eine Millionenstadt.
Ortigas Center (angrenzend an Makati/BGC)
Ortigas liegt etwas außerhalb des eigentlichen Makati-BGC-Korridors, ist aber über den Skyway und die EDSA-Schnellstraße gut angebunden und daher für viele Expats eine preisgünstigere Alternative. Das Viertel ist ein weiteres Geschäftszentrum mit eigenen Einkaufszentren, Krankenhäusern und internationalen Schulen, hat aber ein etwas raueres, weniger poliertes Flair als BGC.
Für wen geeignet: Preisbewusste Auswanderer, die dennoch städtische Infrastruktur und gute Anbindung an Makati/BGC wünschen.
Besonderheit: Deutlich günstigere Mieten bei vergleichbarer Infrastruktur – ein guter Kompromiss für alle, die ihr Budget im Blick behalten.
Klima & Naturrisiken
Metro Manila liegt im tropischen Klimagürtel und kennt im Wesentlichen zwei Jahreszeiten: die Trockenzeit von November bis April und die Regenzeit von Mai bis Oktober. Die Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen 24 und 34 Grad, wobei die Monate März bis Mai als besonders heiß und schwül gelten. Wer aus Deutschland kommt, sollte sich auf eine hohe Luftfeuchtigkeit einstellen, die den gefühlten Temperaturen oft mehr zusetzt als die reinen Gradzahlen.
Die Regenzeit bringt nicht nur täglichen, oft heftigen Regen, sondern auch die philippinische Taifunsaison, die typischerweise von Juni bis November verläuft. Metro Manila selbst wird seltener von direkten Volltreffern getroffen als die östlichen Küstenregionen des Landes, muss aber regelmäßig mit Starkregen, lokalen Überschwemmungen und gelegentlichen Verkehrsausfällen rechnen. Makati und BGC gehören dabei zu den Stadtteilen mit vergleichsweise gutem Entwässerungssystem, weshalb Überschwemmungen hier seltener und weniger gravierend ausfallen als in tiefer gelegenen Vierteln Manilas.
Ein weiteres Naturrisiko, das du auf dem Radar haben solltest, ist Erdbebengefahr. Die Philippinen liegen im pazifischen Feuerring und erleben regelmäßig leichte bis mittlere Erdstöße. Moderne Hochhäuser in Makati und BGC werden nach entsprechenden Baustandards errichtet, dennoch lohnt sich vor dem Einzug ein Blick auf die Baujahr und Erdbebensicherheit des jeweiligen Gebäudes.
Visum & Aufenthalt
Für Deutsche, die dauerhaft in Metro Manila leben möchten, gibt es mehrere realistische Wege. Der bekannteste ist das Special Resident Retiree’s Visa (SRRV), das seit einer Reform im September 2025 bereits ab 40 Jahren beantragt werden kann und nicht mehr zwingend an den Ruhestand gekoppelt ist – auch wer remote arbeitet oder sein eigenes Unternehmen führt, kann sich qualifizieren. Je nach Altersgruppe und Nachweis einer lebenslangen Rente unterscheiden sich die geforderten Bankeinlagen: Ohne qualifizierende Rente liegen sie deutlich höher als mit einer nachgewiesenen monatlichen Zahlung von mindestens 800 US-Dollar (Einzelperson) beziehungsweise 1.000 US-Dollar (Paar). Das SRRV bietet dafür unbefristeten Aufenthalt, mehrfache Ein- und Ausreise und den Wegfall der jährlichen Meldepflicht bei der Einwanderungsbehörde – für viele Auswanderer der komfortabelste Weg überhaupt.
Wer nicht die Voraussetzungen für das SRRV erfüllt, kann alternativ mit einem Touristenvisum einreisen und dieses schrittweise vor Ort verlängern lassen – ein gängiger, wenn auch bürokratisch aufwendigerer Weg, den viele Langzeit-Expats in Metro Manila nutzen. Wer eine philippinische Staatsangehörige oder einen philippinischen Staatsangehörigen heiratet, kann über das 13(a)-Visum einen dauerhaften Aufenthaltstitel erhalten. Ein reguläres Freizügigkeitsrecht wie innerhalb der EU gibt es hingegen nicht, und Ausländer dürfen grundsätzlich kein Land in eigenem Namen erwerben – Eigentumswohnungen (Condos) sind davon jedoch ausgenommen und für Ausländer erwerbbar.
Steuern
Die Philippinen verfolgen ein sogenanntes territoriales Steuersystem: Als „Resident Alien“ musst du grundsätzlich nur Einkommen versteuern, das aus philippinischen Quellen stammt. Ausländische Renten, Kapitalerträge oder Einkünfte aus dem Ausland bleiben in der Regel steuerfrei – ein spürbarer Vorteil gegenüber vielen anderen Auswanderungszielen.
Zwischen Deutschland und den Philippinen besteht seit 2016 ein aktuelles Doppelbesteuerungsabkommen, das die vorherige Fassung aus dem Jahr 1983 abgelöst hat. Für gesetzliche Renten aus der Deutschen Rentenversicherung gilt dabei: Das Besteuerungsrecht verbleibt bei Deutschland, auch wenn du deinen Wohnsitz auf die Philippinen verlegst. Betriebliche und private Altersvorsorgeleistungen werden dagegen häufig anders behandelt und können unter bestimmten Voraussetzungen in den Philippinen zu versteuern sein. Wichtig für alle, die sich in Deutschland abmelden: Ohne unbeschränkte Steuerpflicht entfällt oft der deutsche Grundfreibetrag, was die steuerliche Gesamtbelastung erhöhen kann. Da die konkrete steuerliche Behandlung stark von der Art deines Einkommens abhängt, ersetzt dieser Überblick keine individuelle Steuerberatung – für eine verbindliche Einschätzung solltest du einen auf internationales Steuerrecht spezialisierten Berater hinzuziehen.
Krankenversicherung
Die gesetzliche deutsche Krankenversicherung greift auf den Philippinen grundsätzlich nicht, da das Land außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums liegt und kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland besteht. Wer dauerhaft in Metro Manila leben möchte, benötigt daher eine private internationale Krankenversicherung, die Behandlungen vor Ort abdeckt.
Metro Manila punktet dabei mit einer im südostasiatischen Vergleich sehr guten medizinischen Infrastruktur: Krankenhäuser wie das Makati Medical Center oder St. Luke’s Medical Center in BGC genießen einen exzellenten Ruf und werden auch von vielen internationalen Patienten aufgesucht. Die Kosten für Behandlungen liegen dabei deutlich unter deutschem Niveau, was private Versicherungsprämien im Vergleich zu Policen für europäische Länder oft günstiger ausfallen lässt. Zusätzlich existiert mit PhilHealth ein staatliches Versicherungssystem, in das auch Inhaber eines SRRV-Visums teilweise eingebunden werden – es deckt jedoch nur einen Teil der Kosten ab und ersetzt keine umfassende private Absicherung. Für Auswanderer empfiehlt sich in der Regel eine Kombination aus einer soliden internationalen Krankenversicherung mit ausreichender Deckungssumme und gegebenenfalls einer zusätzlichen lokalen Absicherung.
Lebenshaltungskosten
Innerhalb von Metro Manila gibt es deutliche Preisunterschiede – und Makati sowie BGC gehören dabei zu den teuersten Vierteln des Landes, was angesichts ihrer Infrastruktur und Sicherheit aber auch nicht überraschend ist. Eine möblierte Ein-Zimmer-Wohnung in einem gehobenen Condo-Turm in BGC oder im Makati CBD bewegt sich häufig im Bereich, der einer mittelgroßen deutschen Stadt entspricht, während vergleichbare Wohnungen in Poblacion oder Ortigas spürbar günstiger zu haben sind. Insgesamt bleibt das Preisniveau für Miete, Lebensmittel und Dienstleistungen aber meist unterhalb dessen, was du für eine deutsche Großstadt wie München oder Hamburg kalkulieren würdest – wenn auch der Abstand in Makati und BGC geringer ausfällt als im Rest des Landes.
Die größten Kostentreiber sind neben der Miete vor allem importierte Waren, internationale Schulgebühren und der Besuch westlich geprägter Restaurants und Cafés. Lokales Essen, Streetfood und Dienstleistungen wie Reinigungskräfte oder Fahrer sind dagegen im Vergleich zu Deutschland sehr günstig. Wer regelmäßig Klimaanlagen betreibt – bei den tropischen Temperaturen kaum vermeidbar – sollte zudem höhere Stromkosten einplanen, als er es aus Deutschland gewohnt ist. Wer bewusst kalkuliert und nicht ausschließlich auf importierte Produkte setzt, kommt in Makati und BGC insgesamt deutlich günstiger über die Runden als in vielen europäischen Metropolen.
Deutschsprachige Community
Metro Manila beherbergt die größte deutschsprachige Community der Philippinen, was angesichts der Konzentration deutscher Unternehmen, der Deutschen Botschaft und zahlreicher Bildungseinrichtungen wenig überrascht. Die Deutsche Botschaft mit Sitz nahe dem Makati CBD ist ein natürlicher Anlaufpunkt für viele Auswanderer, ebenso die Europäische Handelskammer, die regelmäßig Networking-Veranstaltungen organisiert.
Feste Stammtische und Vereinstreffen deutschsprachiger Expats finden regelmäßig in Restaurants und Bars rund um Makati und BGC statt, häufig organisiert über soziale Netzwerke und Expat-Gruppen. Auch die deutsche Auslandsschule sowie mehrere deutschsprachige Kirchengemeinden bieten feste Anlaufpunkte für Familien. Deutschsprachige Dienstleister – von Steuerberatern über Immobilienmakler bis hin zu Ärzten mit deutschen Sprachkenntnissen – haben sich in den letzten Jahren zunehmend in der Region angesiedelt, sodass du dich in praktischen Alltagsfragen nicht zwangsläufig ausschließlich auf Englisch verständigen musst.
Autorenkommentar
Makati und BGC sind für mich der Beweis, dass Auswandern nach Südostasien nicht zwangsläufig bedeutet, auf westlichen Komfort zu verzichten. Ich habe selbst Jahre in Regionen verbracht, wo Infrastruktur und Sicherheit zur täglichen Herausforderung wurden – hier ist genau das kein Thema. Wer sich für BGC oder Rockwell entscheidet, bekommt saubere Straßen, funktionierendes Internet und erstklassige medizinische Versorgung, ohne die südostasiatische Lebendigkeit ganz hinter sich zu lassen.
Was ich dir trotzdem mitgeben möchte: Metro Manila ist nicht die günstigste Option im Land, und wer nur wegen niedriger Lebenshaltungskosten kommt, sollte lieber eine der Provinzstädte in Betracht ziehen. Wer aber Wert auf eine funktionierende internationale Infrastruktur, kurze Wege und eine aktive Community legt, findet in Makati und BGC eine der komfortabelsten Startbasen Asiens.
Jan Harmening, Expat seit 2005 – Mehr über mich
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