Steuersystem Samoa für Auswanderer 2026: Komplette Anleitung

Samoa, der kleine Inselstaat im Herzen des Südpazifiks, bietet nicht nur tropische Strände und eine entspannte Lebensweise, sondern auch ein Steuersystem, das für Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum durchaus interessante Aspekte bereithält. Mit rund 200.000 Einwohnern und einer Wirtschaft, die hauptsächlich auf Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus basiert, verfolgt Samoa einen pragmatischen Ansatz in der Steuerpolitik.

Das Steuersystem von Samoa kennen und verstehen
Das Steuersystem von Samoa kennen und verstehen

Das samoanische Steuersystem unterscheidet sich grundlegend von den komplexen Strukturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es gibt keine Vermögensteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Kapitalertragsteuer auf die meisten Anlageformen. Die Einkommensteuer ist mit einem Spitzensteuersatz von 27 % moderat, und die Gesamtsteuerbelastung fällt deutlich geringer aus als in den DACH-Ländern.

Für Auswanderer kann Samoa steuerlich attraktiv sein, allerdings mit Einschränkungen: Die geografische Abgeschiedenheit, begrenzte Infrastruktur und die überschaubaren wirtschaftlichen Möglichkeiten machen das Land eher für Rentner, ortsunabhängige Selbstständige oder Menschen mit passivem Einkommen interessant als für klassische Arbeitnehmer oder Unternehmer mit lokalen Geschäftsaktivitäten.

1. Steuerresidenz und Steuerpflicht

Kriterien für unbeschränkte Steuerpflicht

In Samoa wirst du als steuerlich ansässig betrachtet, wenn du dich dauerhaft im Land aufhältst oder dort deinen gewöhnlichen Aufenthalt hast. Die Steuerbehörde, das Ministry for Revenue, wendet dabei folgende Kriterien an:

Die 183-Tage-Regel spielt auch in Samoa eine zentrale Rolle. Verbringst du mehr als 183 Tage innerhalb eines Steuerjahres (das dem Kalenderjahr entspricht) in Samoa, giltst du grundsätzlich als steuerlich ansässig. Dabei werden auch kürzere Aufenthalte zusammengerechnet.

Zusätzlich prüft die Steuerbehörde, wo sich dein Lebensmittelpunkt befindet. Faktoren wie der Standort deiner Familie, dein Hauptwohnsitz und deine wirtschaftlichen Interessen werden berücksichtigt. Eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis oder samoanische Staatsbürgerschaft führt in der Regel automatisch zur unbeschränkten Steuerpflicht.

Doppelbesteuerungsabkommen

Samoa hat bisher keine Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz abgeschlossen. Das bedeutet für dich als Auswanderer, dass du bei der Vermeidung von Doppelbesteuerung auf die nationalen Regelungen der einzelnen Länder angewiesen bist.

Deutschland gewährt über § 34c EStG eine Anrechnung ausländischer Steuern auf die deutsche Steuerschuld. In Österreich gilt Ähnliches über § 48 BAO. Die Schweiz wendet bei fehlendem DBA die unilaterale Entlastungsmethode an.

Wegzugsbesteuerung aus DACH-Ländern

Wenn du Deutschland verlässt, kann die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG greifen, sofern du Anteile an Kapitalgesellschaften von mindestens 1 % hältst. Da Samoa nicht zur EU oder zum EWR gehört, wird die Steuer auf den fiktiven Veräußerungsgewinn sofort fällig und kann nicht gestundet werden.

Österreich erhebt ebenfalls eine Wegzugsbesteuerung auf stille Reserven in Kapitalanteilen. Auch hier ist bei einem Wegzug nach Samoa die Steuer grundsätzlich sofort zu entrichten.

In der Schweiz gibt es keine klassische Wegzugsbesteuerung, allerdings können Kantone bei Wegzug ins Ausland Sonderregelungen anwenden. Eine frühzeitige Beratung ist hier unerlässlich.

2. Einkommensteuer

Allgemeine Struktur

Samoa wendet ein progressives Einkommensteuersystem mit moderaten Sätzen an. Das Steuerjahr entspricht dem Kalenderjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.

Die aktuellen Steuersätze für natürliche Personen gestalten sich wie folgt:

  • Für Einkommen bis 15.000 WST (Samoanische Tala, ca. 5.100 Euro) beträgt der Steuersatz 0 %. Dieser Grundfreibetrag stellt sicher, dass Geringverdiener von der Einkommensteuer befreit sind.
  • Für Einkommen von 15.001 bis 30.000 WST gilt ein Steuersatz von 20 %.
  • Für Einkommen über 30.000 WST wird ein Spitzensteuersatz von 27 % angewandt.

Die Steuerzahlung erfolgt in der Regel quartalsweise für Selbstständige und monatlich über den Lohnsteuerabzug für Arbeitnehmer. Die endgültige Steuererklärung ist bis zum 31. März des Folgejahres einzureichen.

Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer in Samoa wird dein Einkommen direkt an der Quelle besteuert. Dein Arbeitgeber führt die PAYE (Pay As You Earn) Lohnsteuer monatlich an das Ministry for Revenue ab.

Die Sozialversicherungsbeiträge sind in Samoa vergleichsweise niedrig. Der Samoa National Provident Fund (SNPF) verlangt von Arbeitnehmern einen Beitrag von 7 % des Bruttogehalts, wobei der Arbeitgeber ebenfalls 7 % beiträgt. Diese Beiträge fließen in eine Art Rentenversicherung.

Absetzbare Werbungskosten sind in Samoa weniger differenziert als in den DACH-Ländern. Grundsätzlich kannst du berufsbedingte Ausgaben geltend machen, allerdings gibt es keine detaillierte Katalogisierung wie in Deutschland. Fahrtkosten zur Arbeit werden nicht gesondert berücksichtigt, was angesichts der kurzen Distanzen auf den Inseln auch praktisch weniger relevant ist.

Digitale Nomaden

Samoa hat bisher kein spezielles Visum für digitale Nomaden eingeführt. Als ortsunabhängig Arbeitender kannst du theoretisch mit einem Touristenvisum einreisen, das bis zu 60 Tage gültig ist und verlängert werden kann. Für längere Aufenthalte benötigst du eine Aufenthaltserlaubnis.

Die Besteuerung ausländischer Einkünfte hängt von deinem Steuerresidenzstatus ab. Bist du nicht in Samoa steuerlich ansässig, werden nur deine samoanischen Einkünfte besteuert. Wirst du jedoch zum Steuerresidenten, unterliegt dein Welteinkommen der samoanischen Besteuerung.

Samoanische Einkünfte sind solche, die aus samoanischen Quellen stammen oder für in Samoa erbrachte Leistungen gezahlt werden. Arbeitest du remote für Kunden außerhalb Samoas, könnte diese Unterscheidung relevant werden. Die Praxis der Steuerbehörde ist hier nicht immer eindeutig, weshalb eine Klärung im Einzelfall ratsam ist.

Für die Nachweispflichten solltest du Verträge mit ausländischen Auftraggebern, Zahlungsnachweise und eine klare Dokumentation deiner Einkunftsquellen vorhalten.

Selbstständige und Unternehmer

Als Selbstständiger in Samoa unterliegst du der normalen Einkommensteuer auf deine Gewinne. Die gleichen progressiven Steuersätze wie für Arbeitnehmer gelten auch für dich.

Bei Gründung einer Kapitalgesellschaft in Samoa fällt Körperschaftsteuer von 27 % auf die Unternehmensgewinne an. Dieser Satz liegt unter dem deutschen Niveau (ca. 30 % inklusive Gewerbesteuer), entspricht aber in etwa dem österreichischen Körperschaftsteuersatz.

Eine Gewerbesteuer im deutschen Sinne existiert in Samoa nicht. Allerdings musst du dein Gewerbe beim Ministry of Commerce, Industry and Labour registrieren und eine Geschäftslizenz erwerben.

Buchführungspflichten bestehen für alle Unternehmen. Du musst ordnungsgemäße Bücher führen und Belege mindestens sieben Jahre aufbewahren. Bei größeren Unternehmen ist eine Wirtschaftsprüfung vorgeschrieben.

Absetzbare Betriebsausgaben umfassen alle Kosten, die zur Erzielung des Einkommens notwendig sind: Miete, Gehälter, Materialkosten, Abschreibungen auf Anlagevermögen und Zinsen auf Geschäftskredite. Bewirtungskosten sind teilweise abzugsfähig, Repräsentationsausgaben in der Regel nicht.

Finanziell Unabhängige und Investoren

Für Menschen, die von Kapitalerträgen leben, bietet Samoa einige Vorteile. Dividenden von samoanischen Unternehmen unterliegen einer Quellensteuer von 15 %. Bei Dividenden aus ausländischen Unternehmen hängt die Besteuerung vom Steuerresidenzstatus ab.

Zinseinkünfte werden ebenfalls mit 15 % Quellensteuer belegt, wenn sie aus samoanischen Quellen stammen.

Kursgewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren sind in Samoa grundsätzlich nicht steuerbar, sofern du nicht gewerbsmäßig mit Wertpapieren handelst. Das macht Samoa für Anleger mit Aktienportfolios interessant.

Für die Besteuerung von Immobilienerträgen gelten gesonderte Regeln, die weiter unten erläutert werden.

Bei ausländischen Depots musst du beachten, dass diese in deinem Herkunftsland möglicherweise weiterhin steuerpflichtig sind, insbesondere wenn du dort noch beschränkt steuerpflichtig bist oder die Wegzugsbesteuerung greift.

Rentner

Rentner stellen eine interessante Zielgruppe für die Auswanderung nach Samoa dar. Die Besteuerung von Renten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz richtet sich mangels Doppelbesteuerungsabkommen nach den jeweiligen nationalen Regelungen.

Deutsche gesetzliche Renten werden in Deutschland mit dem Besteuerungsanteil (83 %, steigend) versteuert. Du bleibst als Rentner mit deutschem Wohnsitzaufgabe beschränkt steuerpflichtig in Deutschland. In Samoa wird die Rente als ausländisches Einkommen behandelt und unterliegt bei Steuerresidenz ebenfalls der Besteuerung.

Österreichische Pensionen werden bei Wegzug nach Samoa weiterhin in Österreich besteuert, da Österreich das Quellenstaatsprinzip für Pensionen anwendet.

Schweizer AHV-Renten werden grundsätzlich in der Schweiz besteuert. Pensionskassenrenten können je nach Regelung unterschiedlich behandelt werden.

Private Renten und Lebensversicherungsauszahlungen unterliegen in Samoa der normalen Einkommensteuer, sofern du dort steuerlich ansässig bist.

Spezifische Altersfreibeträge gibt es in Samoa nicht, allerdings profitieren auch Rentner vom allgemeinen Grundfreibetrag von 15.000 WST.

3. Vermögensteuer

Samoa erhebt keine Vermögensteuer. Weder auf Bankguthaben noch auf Wertpapiere, Immobilien oder andere Vermögenswerte wird eine jährliche Vermögensabgabe fällig.

Das unterscheidet Samoa deutlich von der Schweiz, wo Kantone eine Vermögensteuer erheben. Im Vergleich zu Deutschland und Österreich, wo die Vermögensteuer zwar nicht mehr erhoben wird, aber immer wieder diskutiert wird, bietet Samoa hier Planungssicherheit.

Für wohlhabende Auswanderer kann das Fehlen einer Vermögensteuer ein wichtiger Faktor sein, insbesondere wenn größere liquide Mittel oder Immobilienvermögen vorhanden sind.

4. Kapitalertragssteuer

Steuersätze für verschiedene Anlageformen

Die Kapitalertragsbesteuerung in Samoa ist für Investoren günstig gestaltet:

  • Dividenden aus samoanischen Quellen unterliegen einer Quellensteuer von 15 %, die direkt von der ausschüttenden Gesellschaft einbehalten und abgeführt wird.
  • Zinsen aus samoanischen Bankeinlagen oder Anleihen werden ebenfalls mit 15 % Quellensteuer belegt.
  • Kursgewinne aus dem Verkauf von Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren sind in Samoa nicht steuerbar. Es gibt keine Kapitalertragsteuer auf realisierte Wertsteigerungen, was einen erheblichen Vorteil gegenüber der deutschen Abgeltungsteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag) oder der österreichischen KESt (27,5 %) darstellt.

Quellensteuer und Anrechnung

Bei Einkünften aus dem Ausland, etwa Dividenden von deutschen Aktien, behält der ausländische Staat in der Regel eine Quellensteuer ein. Da kein DBA mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz besteht, ist die Anrechnung dieser ausländischen Quellensteuer in Samoa nicht automatisch geregelt.

In der Praxis bedeutet das: Deutsche Aktien werden mit 26,375 % Kapitalertragsteuer belastet (25 % plus Soli), die du in Samoa nicht anrechnen kannst, wenn du dort als Steuerresident keine entsprechende Steuerschuld hast. Eine doppelte Belastung lässt sich hier nur durch sorgfältige Strukturierung vermeiden.

Meldepflichten

Als Steuerresident in Samoa musst du deine weltweiten Einkünfte deklarieren. Ausländische Kapitalerträge sind in der jährlichen Steuererklärung anzugeben, auch wenn sie im Ausland bereits versteuert wurden. Eine automatische Meldung im Rahmen des Common Reporting Standard (CRS) erfolgt auch nach Samoa, da das Land dem internationalen Informationsaustausch beigetreten ist.

5. Immobiliensteuer

Grundsteuer und jährliche Abgaben

In Samoa gibt es keine klassische Grundsteuer im deutschen Sinne. Stattdessen wird bei einigen Landnutzungen eine nominale jährliche Gebühr erhoben, die jedoch minimal ist.

Das samoanische Landsystem unterscheidet zwischen drei Kategorien: Customary Land (ca. 81 % der Landfläche), das nur an Samoaner verpachtet werden kann, Freehold Land (ca. 4 %), das frei erworben werden kann, und Public Land (ca. 15 %), das dem Staat gehört.

Als Ausländer kannst du nur Freehold Land erwerben, und auch das nur mit Genehmigung des Cabinet. Diese Beschränkung reduziert die praktische Relevanz von Immobilieninvestitionen für die meisten Auswanderer erheblich.

Grunderwerbsteuer beim Kauf

Beim Erwerb von Grundeigentum fällt eine Stamp Duty (Stempelsteuer) an. Diese beträgt in der Regel 2 % des Kaufpreises oder des Marktwertes, je nachdem, welcher Wert höher ist.

Zusätzlich können Registrierungsgebühren und Anwaltskosten anfallen. Insgesamt solltest du mit Kaufnebenkosten von etwa 3 bis 5 % rechnen.

Wertzuwachssteuer beim Verkauf

Samoa erhebt keine spezifische Spekulationssteuer oder Wertzuwachssteuer auf Immobilienverkäufe. Gewinne aus dem Verkauf von Grundeigentum sind grundsätzlich nicht steuerbar, sofern du nicht gewerbsmäßig mit Immobilien handelst.

Das unterscheidet Samoa deutlich von Deutschland, wo Immobilienverkäufe innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerpflichtig sind.

Vermietungseinkünfte

Einkünfte aus der Vermietung von Immobilien in Samoa unterliegen der normalen Einkommensteuer mit progressiven Sätzen bis 27 %. Du kannst Werbungskosten wie Instandhaltung, Versicherung und Finanzierungszinsen abziehen. Abschreibungen auf Gebäude sind ebenfalls möglich.

Steuervorteile bei Eigennutzung

Spezifische Steuervorteile für selbstgenutztes Wohneigentum gibt es in Samoa nicht. Da ohnehin keine Grundsteuer und keine Vermögensteuer erhoben werden, ist die Eigennutzung steuerlich neutral.

6. Erbschafts- und Schenkungssteuer

Samoa erhebt keine Erbschaftssteuer und keine Schenkungssteuer. Vermögensübertragungen zu Lebzeiten oder von Todes wegen sind vollständig steuerfrei.

Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Deutschland, wo je nach Verwandtschaftsgrad Erbschaftsteuersätze von 7 bis 50 % anfallen können, und Österreich, wo seit 2008 ebenfalls keine Erbschaftsteuer mehr erhoben wird, aber eine Grunderwerbsteuer bei Immobilienerbschaften anfällt.

Internationale Aspekte

Auch wenn Samoa keine Erbschaftsteuer erhebt, kann eine Steuerpflicht im Herkunftsland bestehen. Deutschland besteuert Erbschaften, wenn Erblasser oder Erbe in den letzten fünf Jahren vor dem Erbfall ihren Wohnsitz in Deutschland hatten oder deutsche Staatsbürger sind.

Für dich als Auswanderer bedeutet das: Mindestens fünf Jahre nach Aufgabe des deutschen Wohnsitzes und der deutschen Staatsbürgerschaft (falls zutreffend) solltest du prüfen, ob deutsche Erbschaftsteuer noch anfallen kann.

Schweizer Kantone erheben teilweise Erbschaftssteuern, deren Anwendung bei Wegzug individuell zu prüfen ist.

7. Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer

Regelsteuersatz

Samoa erhebt eine Value Added Goods and Services Tax (VAGST) von 15 %. Diese Umsatzsteuer gilt für die meisten Waren und Dienstleistungen.

Im Vergleich zur deutschen Mehrwertsteuer von 19 % ist der samoanische Satz niedriger. Gegenüber der Schweiz (8,1 %) liegt er jedoch deutlich höher.

Ermäßigte Sätze und Befreiungen

Einige Waren und Dienstleistungen sind von der VAGST befreit oder unterliegen einem ermäßigten Satz:

Grundnahrungsmittel wie lokales Obst und Gemüse sind teilweise steuerbefreit. Medizinische Leistungen und Bildungsdienstleistungen unterliegen keiner VAGST. Finanzdienstleistungen sind ebenfalls ausgenommen.

Kleinunternehmerregelung

Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 130.000 WST (ca. 44.000 Euro) können von der VAGST-Registrierung befreit werden. Sie dürfen dann keine Umsatzsteuer ausweisen und haben keinen Vorsteuerabzug.

Überschreitest du die Grenze, musst du dich beim Ministry for Revenue für die VAGST registrieren und monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.

Reverse-Charge-Verfahren

Bei Dienstleistungen aus dem Ausland kann das Reverse-Charge-Verfahren Anwendung finden. Als samoanisches Unternehmen, das Leistungen aus dem Ausland bezieht, musst du die VAGST selbst berechnen und abführen. Diese kann dann als Vorsteuer geltend gemacht werden, sofern die Leistung für unternehmerische Zwecke genutzt wird.

8. Weitere relevante Steuern

Zölle und Einfuhrabgaben

Als Inselstaat erhebt Samoa erhebliche Zölle auf importierte Waren. Die Sätze variieren je nach Produktkategorie zwischen 0 und 20 %. Zusätzlich fällt eine Excise Tax (Verbrauchssteuer) auf bestimmte Waren wie Alkohol, Tabak und Kraftfahrzeuge an.

Kfz-Steuer

Die Einfuhr von Fahrzeugen unterliegt hohen Abgaben. Neben dem Importzoll fällt eine Excise Tax an, die je nach Motorleistung und Fahrzeugalter erheblich sein kann. Jährliche Kfz-Steuern gibt es in geringem Umfang für die Fahrzeugzulassung.

Touristensteuer

Hotels und Unterkünfte erheben eine Departure Tax, die in Flugtickets für internationale Flüge enthalten ist. Eine separate Bettensteuer wie in einigen europäischen Städten gibt es nicht.

Sondersteuern

Die Excise Tax betrifft neben Fahrzeugen auch Luxusgüter, alkoholische Getränke und Tabakwaren. Für Unternehmen in bestimmten Branchen können zusätzliche Lizenzgebühren anfallen.

9. Steueroptimierung für Auswanderer

Legale Gestaltungsmöglichkeiten

Die steuerliche Optimierung bei einer Auswanderung nach Samoa beginnt bereits vor dem Umzug. Einige legale Strategien können die Gesamtsteuerbelastung reduzieren:

Die Vermeidung der Wegzugsbesteuerung sollte frühzeitig geplant werden. Reduziere Beteiligungen an Kapitalgesellschaften unter die relevanten Schwellenwerte, bevor du Deutschland oder Österreich verlässt.

Realisiere Kursgewinne noch im DACH-Land, wenn der dortige Steuersatz günstiger ist als eine potenzielle spätere Besteuerung. Da Samoa keine Kapitalertragsteuer erhebt, könnte es auch vorteilhaft sein, mit dem Verkauf zu warten, bis du in Samoa steuerlich ansässig bist.

Timing des Umzugs

Der Zeitpunkt deines Umzugs kann erhebliche steuerliche Auswirkungen haben. Ein Umzug zum Jahresbeginn gibt dir in der Regel mehr Planungssicherheit als ein unterjähriger Wechsel.

Beachte die Fünfjahresfristen bei der deutschen Erbschaftsteuer und der erweiterten beschränkten Steuerpflicht. Erst nach fünf Jahren ohne deutschen Wohnsitz entfallen einige steuerliche Bindungen an Deutschland vollständig.

Günstige Unternehmensformen

Für selbstständige Tätigkeiten in Samoa bietet sich je nach Umfang die Einzelunternehmerschaft oder eine Limited Company an. Die Körperschaftsteuer von 27 % entspricht dem Spitzensatz der Einkommensteuer, sodass die Rechtsformwahl primär von haftungsrechtlichen Überlegungen abhängt.

Internationale Strukturen mit Holdinggesellschaften sind für Samoa weniger relevant, da das Land keine speziellen Holdingprivilegien bietet.

Nutzung von Steuerfreibeträgen

Der Grundfreibetrag von 15.000 WST ist automatisch anwendbar. Bei Ehepaaren werden die Einkommen grundsätzlich getrennt besteuert, sodass jeder Partner den vollen Freibetrag nutzen kann.

10. Steuererklärung und Fristen

Abgabefristen

Das samoanische Steuerjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Steuererklärung (Income Tax Return) muss bis zum 31. März des Folgejahres eingereicht werden.

Für Unternehmen mit abweichendem Geschäftsjahr können andere Fristen gelten. Quartalsweise Vorauszahlungen sind für Selbstständige und Unternehmen vorgeschrieben.

Benötigte Unterlagen

Für die Steuererklärung benötigst du:

Einkommensnachweise aus allen Quellen (Gehaltsabrechnungen, Geschäftsabschlüsse, Mieteinnahmen). Nachweise über ausländische Einkünfte und dort gezahlte Steuern. Belege für abzugsfähige Ausgaben. Bei Unternehmern die vollständige Buchführung und einen Jahresabschluss.

Online-Portale

Das Ministry for Revenue bietet einige Online-Services an, allerdings ist das System weniger entwickelt als in europäischen Ländern. Viele Prozesse erfordern noch persönliche Vorsprache oder Papierformulare.

Notwendigkeit eines Steuerberaters

Für einfache Steuersituationen kannst du die Erklärung selbst erstellen. Bei komplexeren Verhältnissen, insbesondere mit ausländischen Einkünften oder Unternehmensstrukturen, ist ein lokaler Steuerberater empfehlenswert. Die Anzahl qualifizierter Berater in Samoa ist begrenzt, sodass frühzeitige Kontaktaufnahme ratsam ist.

Strafen bei Verspätung

Verspätete Steuererklärungen und Zahlungen führen zu Säumniszuschlägen und Zinsen. Die Penalties können bis zu 100 % der geschuldeten Steuer betragen, werden in der Praxis aber oft niedriger angesetzt. Wiederholte Verstöße können strafrechtliche Konsequenzen haben.

11. Sozialversicherungsbeiträge

Samoa National Provident Fund

Das samoanische Sozialversicherungssystem ist deutlich schlanker als in den DACH-Ländern. Der Samoa National Provident Fund (SNPF) bildet das Kernstück der sozialen Absicherung.

Arbeitnehmer zahlen 7 % ihres Bruttogehalts in den SNPF ein, Arbeitgeber ebenfalls 7 %. Die Gesamtbelastung von 14 % liegt weit unter den deutschen Sozialversicherungsbeiträgen von über 40 % (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen).

Die SNPF-Beiträge fließen in ein individuelles Konto und werden bei Renteneintritt, Auswanderung oder in bestimmten Notfällen ausgezahlt.

Krankenversicherung

Eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht wie in Deutschland existiert in Samoa nicht. Das öffentliche Gesundheitssystem ist kostenlos, aber mit eingeschränkten Kapazitäten. Für Auswanderer ist eine private internationale Krankenversicherung dringend empfohlen.

Rentenversicherung

Neben dem SNPF gibt es keine staatliche Rentenversicherung. Die Altersvorsorge basiert primär auf den angesammelten SNPF-Beiträgen und privater Vorsorge. Eine gesetzliche Rente wie in Deutschland wird nicht gezahlt.

Arbeitslosenversicherung

Eine Arbeitslosenversicherung existiert in Samoa nicht. Im Falle von Arbeitslosigkeit gibt es keine staatlichen Leistungen.

Pflegeversicherung

Eine Pflegeversicherung wie in Deutschland gibt es nicht. Die Pflege von Angehörigen wird traditionell innerhalb der Familie organisiert.

Gesamtbelastung im Vergleich

Die Sozialversicherungsbelastung in Samoa ist mit 14 % (7 % Arbeitnehmer, 7 % Arbeitgeber) deutlich geringer als in Deutschland (ca. 40 % gesamt), Österreich (ca. 38 % gesamt) oder der Schweiz (ca. 12 bis 15 % gesamt, je nach Kanton).

Allerdings bedeutet die niedrige Belastung auch weniger soziale Absicherung. Du musst private Krankenversicherung und Altersvorsorge selbst organisieren und finanzieren.

12. Vergleich zu Deutschland, Schweiz und Österreich

Tabellarischer Vergleich Steuerbelastung

SteuerartSamoaDeutschlandÖsterreichSchweiz
Einkommensteuer Spitzensatz27 %45 % (+ Soli)55 %ca. 40 % (kantonsabhängig)
Körperschaftsteuer27 %ca. 30 %25 %ca. 18 % (kantonsabhängig)
Kapitalertragsteuer0 % (Kursgewinne)26,375 %27,5 %Einkommensteuer
Vermögensteuer0 %0 %0 %ja (kantonal)
Erbschaftsteuer0 %7 bis 50 %0 bis 2,5 %kantonal
Mehrwertsteuer15 %19 %20 %8,1 %
Sozialabgaben gesamt14 %ca. 40 %ca. 38 %ca. 12 bis 15 %

Beispielrechnungen

Beispiel 1: Arbeitnehmer mit 60.000 Euro Jahresgehalt

In Samoa (ca. 176.000 WST): Einkommensteuer: ca. 38.600 WST (ca. 13.100 Euro) SNPF: 12.320 WST (ca. 4.200 Euro) Gesamtbelastung: ca. 17.300 Euro (29 %)

In Deutschland: Einkommensteuer: ca. 13.500 Euro Sozialabgaben Arbeitnehmeranteil: ca. 12.600 Euro Gesamtbelastung: ca. 26.100 Euro (43,5 %)

Beispiel 2: Kapitalanleger mit 100.000 Euro Dividenden und Kursgewinnen

In Samoa: Dividenden (50.000 Euro aus Samoa): 7.500 Euro (15 % Quellensteuer) Kursgewinne (50.000 Euro): 0 Euro Gesamtbelastung: 7.500 Euro (7,5 %)

In Deutschland: Gesamte Kapitalerträge: 26.375 Euro (26,375 %)

Pro und Contra aus steuerlicher Sicht

Vorteile Samoa:

  • Keine Kapitalertragsteuer auf Kursgewinne
  • Keine Vermögen- und Erbschaftsteuer
  • Niedrige Sozialabgaben
  • Moderater Einkommensteuerspitzensatz

Nachteile Samoa:

  • Keine DBA mit DACH-Ländern (Risiko Doppelbesteuerung)
  • Wegzugsbesteuerung aus DE/AT greift sofort
  • Begrenzte soziale Absicherung
  • Eingeschränkte wirtschaftliche Möglichkeiten

Fazit

Samoa bietet ein einfaches und in vielen Bereichen steuergünstiges System. Die fehlende Kapitalertragsteuer auf Kursgewinne, die Abwesenheit von Vermögen- und Erbschaftsteuer sowie die niedrigen Sozialabgaben machen das Land auf dem Papier attraktiv.

Für welche Auswanderer lohnt sich Samoa steuerlich?

Rentner mit überschaubaren Einkünften können von den niedrigen Steuersätzen und dem fehlenden Zugriff auf Kapitalgewinne profitieren. Allerdings sollte die Besteuerung der Rente im Herkunftsland berücksichtigt werden.

Kapitalanleger und finanziell Unabhängige haben die größten Vorteile, insbesondere bei Aktienportfolios mit regelmäßigen Umschichtungen.

Digitale Nomaden können profitieren, müssen aber die unsichere Visasituation und die eingeschränkte Infrastruktur bedenken.

Klassische Arbeitnehmer und lokale Unternehmer finden in Samoa einen überschaubaren Markt mit begrenzten Möglichkeiten.

Wichtigste Punkte zusammengefasst:

Samoa besteuert Einkommen mit maximal 27 %, erhebt keine Kapitalertragsteuer auf Kursgewinne und keine Vermögen- oder Erbschaftsteuer. Die Sozialabgaben sind mit 14 % sehr niedrig. Das fehlende Doppelbesteuerungsabkommen mit den DACH-Ländern kann jedoch zu Komplikationen führen.

Empfehlung:

Eine Auswanderung nach Samoa aus rein steuerlichen Gründen ist für die meisten Menschen nicht sinnvoll. Die geografische Isolation, die begrenzte Infrastruktur und die eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten überwiegen in der Regel die Steuervorteile. Wer jedoch aus anderen Gründen nach Samoa ziehen möchte, findet ein unkompliziertes Steuersystem mit moderaten Belastungen vor.

Eine professionelle Beratung durch Steuerexperten sowohl im Herkunftsland als auch in Samoa ist vor dem Umzug unbedingt empfehlenswert.

Hilfen für einen sorglosen Umzug nach Samoa

Nachfolgend findest du alle Hilfen für deine sorglose Auswanderung nach Samoa, vom ersten Schritt bis zur erfolgreichen Integration. Die Links führen zu den jeweiligen Angeboten, Hilfen und Dienstleistungen.

FAQ

Muss ich als deutscher Rentner meine Rente in Samoa versteuern?

Deutsche gesetzliche Renten werden zunächst in Deutschland besteuert (beschränkte Steuerpflicht). Bist du in Samoa steuerlich ansässig, kann zusätzlich samoanische Steuer anfallen. Da kein DBA existiert, ist eine Anrechnung nicht automatisch geregelt.

Gibt es ein spezielles Visum für Rentner oder Investoren in Samoa?

Samoa hat kein spezielles Rentnervisum. Du benötigst eine reguläre Aufenthaltserlaubnis, die beim Immigration Department beantragt wird. Diese setzt in der Regel Nachweise über ausreichende finanzielle Mittel voraus.

Kann ich als Ausländer Immobilien in Samoa kaufen?

Ausländer können nur Freehold Land erwerben (ca. 4 % der Landfläche), und auch das nur mit Genehmigung des Cabinet. Customary Land, das den Großteil der Fläche ausmacht, kann nur gepachtet werden.

Wie hoch ist die Steuerlast für digitale Nomaden in Samoa?

Wirst du zum Steuerresidenten, unterliegt dein Welteinkommen der samoanischen Einkommensteuer bis 27 %. Bei nicht-samoanischer Steuerresidenz werden nur samoanische Einkünfte besteuert.

Werden Kryptowährungen in Samoa besteuert?

Samoa hat keine spezifische Regelung für Kryptowährungen. In der Praxis dürften Kursgewinne analog zu anderen Wertpapiergewinnen behandelt werden und damit steuerfrei sein. Bei gewerbsmäßigem Handel können andere Regeln gelten.

Wie funktioniert die Krankenversicherung in Samoa?

Es gibt keine Pflichtversicherung. Das öffentliche Gesundheitssystem ist kostenlos, aber eingeschränkt. Eine private internationale Krankenversicherung ist für Auswanderer unverzichtbar.

Kann ich die in Deutschland gezahlte Quellensteuer auf Dividenden in Samoa anrechnen?

Da kein DBA besteht, gibt es keine automatische Anrechnung. Du könntest theoretisch nach samoanischem Recht eine Anrechnung beantragen, die Praxis ist jedoch unsicher.

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Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026 von Jan Harmening (2005 ausgewandert)