Wohnmobil mieten in Island: Fahrzeugtypen und worauf du achten solltest

Wenn du in Island unterwegs sein willst, entscheidet die Fahrzeugwahl darüber, wie entspannt du fährst, wie viel du täglich schaffst und welche Regionen realistisch sind, weshalb du diese Entscheidung nicht nur nach dem Preis treffen solltest. Grundsätzlich hast du drei typische Optionen, die sich klar nach Route, Komfortbedarf und Erfahrung unterscheiden.

Wohnmobil in Island
Das richtige Wohnmobil in Island

Der Campervan für deine günstige Island-Reise

Ein kompakter Van oder Island Camper ist die günstigste Variante, wenn du hauptsächlich auf Asphalt bleibst und die Island Ringstraße als Rückgrat nutzt. In der Hauptsaison liegen die Preise häufig bei etwa 150 bis 250 Euro pro Tag, wobei Ausstattung, Fahrzeugalter und Saisonfenster den Ausschlag geben, und du solltest einkalkulieren, dass du ohne Bad stärker von Campingplätzen abhängig bist. Wenn du einen Camper mieten und Island im Sinne einer klassischen Inselrunde erkunden möchtest, reicht diese Option oft aus, sofern du unkompliziert reist und dich mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen arrangieren kannst.

Das Wohnmobil für Alltagsluxus

Ein Wohnmobil mit Bad, Küche und autonomer Heizung bringt dir mehr Alltagstauglichkeit, gerade wenn du länger unterwegs bist oder als Familie reist. In der Hauptsaison bewegen sich solche Modelle häufig im Bereich von etwa 250 bis 400 Euro pro Tag, weshalb du früh kalkulieren solltest, ob dieser Komfort die Mehrkosten ausgleicht. Wer sich für ein Island Wohnmobil mieten entscheidet, investiert vor allem in Unabhängigkeit bei schwierigen Wetterbedingungen.

Der 4×4-Camper für die F-Roads

Ein 4×4-Camper ist die Option für die Island Highlands und Island F-Roads, weil auf den Hochlandpisten nur Allradfahrzeuge gesetzlich zugelassen sind und du ohne 4×4 weder die F35 Kjölur noch die F26 Sprengisandur seriös planen solltest. Preise liegen häufig bei etwa 280 bis 350 Euro pro Tag, dafür erreichst du Ziele wie Landmannalaugar mit seinen farbigen Rhyolith-Bergen und heißen Quellen, das Gletschertal Þórsmörk und den Vulkankrater Askja, die viele Reisende als den ursprünglichsten Teil der Insel beschreiben.

Was du bei der Buchung wissen musst

Bei der Buchung gelten je nach Anbieter Mindestalter und Dokumente, häufig wird mindestens 23 Jahre verlangt und bei größeren Fahrzeugen oft 25 Jahre, außerdem brauchst du einen gültigen Führerschein und eine Kreditkarte für die Kaution. Für die Hauptsaison solltest du vier bis sechs Monate im Voraus buchen.

Bei Versicherungen ist Island speziell, weil Wetter und Schotterstraßen Schäden verursachen, die anderswo seltener sind. CDW ist meist die Basis, SCDW reduziert die Selbstbeteiligung und Sand- sowie Ascheschutz ist vor allem in der Nähe von Vulkangebieten wichtig. Wenn du Preise und Verfügbarkeiten verschiedener Anbieter vergleichen möchtest, findest du auf spezialisierten Vergleichsportalen zum Wohnmobil mieten in Island eine übersichtliche Zusammenstellung der verfügbaren Fahrzeuge, Preise und Versicherungsoptionen.

Die wichtigsten Routen für deine Entscheidungsreise durch Island

Wenn du Island nicht nur bereisen, sondern als möglichen Lebensmittelpunkt prüfen möchtest, solltest du deine Route strategisch wählen. Jede Region zeigt dir einen anderen Aspekt des Landes.

Von Keflavík über Reykjavík zum Golden Circle

Startest du am internationalen Flughafen in Keflavík und fährst nach Reykjavík, merkst du sofort, dass die Hauptstadtregion mit rund 140.000 Einwohnern eine ganz andere Dynamik hat als der Rest der Insel. Bevor du weiterfährst, lohnt sich ein Abstecher zur Blauen Lagune nahe Keflavík. Wenn du später über Auswandern nach Island nachdenkst, solltest du diese Region bewusst erleben.

Fährst du von Reykjavík in Richtung Golden Circle mit Þingvellir, dem UNESCO-Welterbe, dem Geothermalgebiet Geysir mit dem Strokkur-Geysir und dem Wasserfall Gullfoss, bekommst du einen Eindruck davon, wie stark Tourismus einzelne Regionen prägt. Das ist relevant, wenn du über Arbeitsmöglichkeiten im Dienstleistungsbereich nachdenkst.

Leben und Erleben an der Südküste

An der Südküste mit Seljalandsfoss, Skógafoss und Vík í Mýrdal am schwarzen Strand Reynisfjara siehst du, wie stark die Ortschaften von Wetter und Naturgewalten geprägt sind. Hier passierst du auch den Eyjafjallajökull, dessen Ausbruch 2010 den europäischen Flugverkehr lahmlegte. An der Gletscherlagune Jökulsárlón treiben Eisberge vom Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas, langsam Richtung Meer.

Genießen im Norden

Im Norden bei Akureyri, der zweitgrößten Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern, bekommst du ein Gefühl für das Leben außerhalb der Hauptstadtregion und merkst, wie die Versorgung vor Ort funktioniert.

Tourismus ist hier vor allem in Húsavík stark ausgeprägt, das für sein Whale Watching bekannt ist. Rund um den Mývatn erlebst du eine aktive Vulkanlandschaft, die dich daran erinnert, dass Island geologisch permanent in Bewegung ist.

Mögliche Heimat auf der Halbinsel

Die Halbinsel Snæfellsnes, oft als „Island in Miniatur“ bezeichnet, bietet dir mit dem Gletscher-Vulkan Snæfellsjökull auf engem Raum ein Abbild vieler Landschaftsformen der Insel. Wenn du wenig Zeit hast, kannst du hier verschiedene Naturtypen vergleichen und prüfen, welche Umgebung dir langfristig zusagt, ohne die komplette Ringstraße zu fahren.

Erfahrungstrip Richtung Highlands

Die Highlands, also das zentrale Hochland, erreichst du nur mit 4×4-Fahrzeug, weil auf F-Roads gesetzliche Allradpflicht gilt. Strecken wie die F35 Kjölur oder die F26 Sprengisandur führen durch nahezu unbewohntes Gebiet. Orte wie Landmannalaugar, Þórsmörk oder der Krater Askja sind beeindruckend, gleichzeitig zeigen sie dir, wie abgeschieden Teile Islands sind. Die F-Roads öffnen in der Regel Ende Juni und schließen im September. Wenn du hier unterwegs bist, verstehst du schnell, warum Versorgung, Erreichbarkeit und Wetterresistenz zentrale Themen des Lebens auf der Insel sind.

Island Camping: Regeln, Versorgung und Alltagsrealität

Wenn du Island mit dem Wohnmobil erkundest, musst du dich an das Wildcamping-Verbot seit 2015 halten, denn Übernachten mit Fahrzeugen außerhalb offizieller Plätze ist nicht erlaubt. Das bedeutet, dass du deine Etappen bewusst planst und dich auf die über 170 ausgewiesenen Campingplätze in Island konzentrierst.

Rechne pro Nacht und Person mit etwa 15 bis 20 Euro Kosten, wobei weitere Gebühren für die Nutzung der Duschen und Strom dazukommen können. Wenn du dich für die Camping Card Iceland entscheidest, kannst du für rund 159 Euro bis zu 28 Nächte auf den rund 30 teilnehmenden Plätzen verbringen. Bei einem längeren Aufenthalt lohnt sich das finanziell.

Die Lebensmittelpreise sind hoch, daher solltest du deine Einkäufe bewusst planen. Die Supermärkte Bónus und Krónan gelten als die günstigsten Optionen. Wenn du länger unterwegs bist, solltest du größere Vorräte in Reykjavík oder Akureyri besorgen, bevor du in dünner besiedelte Regionen oder in die Island Highlands fährst. In abgelegenen Gebieten gibt es oft weder Tankstellen noch Einkaufsmöglichkeiten, weshalb du mit vollem Tank und ausreichend Proviant starten solltest.

Gezahlt wird in Isländischer Krone (ISK), Kartenzahlung ist nahezu überall möglich, selbst auf vielen Campingplätzen. Bargeld brauchst du in der Praxis kaum.

Wetter, Sicherheit und realistische Selbsteinschätzung

Das Klima in Island ist wechselhaft und selbst im Sommer nicht stabil planbar. Sonne, Regen, Sturm und Schnee können am selben Tag auftreten. Tagsüber liegen die Temperaturen meist zwischen 10 und 15 Grad, nachts kann es auf 3 bis 5 Grad abkühlen. Wenn du ein Wohnmobil mieten, Island bereisen und dabei sicher unterwegs sein willst, ist eine funktionierende autonome Heizung im Fahrzeug Pflicht, kein Luxus.

In Island wird es unabhängig von der Jahreszeit schnell windig. Geschwindigkeiten von 35 m/s (rund 130 km/h) sind keine Seltenheit, bei Stürmen werden 45 bis 50 m/s (fast 200 km/h) erreicht. Türen solltest du immer vorsichtig öffnen, besonders wenn der Wind von der Seite kommt. Schäden an Fahrzeugen entstehen häufig durch unachtsames Verhalten bei starkem Wind.

Für deine Planung sind offizielle Informationsquellen entscheidend. Auf vedur.is findest du aktuelle Wetterdaten, road.is informiert dich über Straßenzustände und die Öffnung der F-Roads, und safetravel.is bietet Warnungen und Sicherheitshinweise. Wenn du Furten oder andere Flussdurchquerungen auf F-Roads planst, brauchst du Erfahrung und ein geeignetes Fahrzeug, denn mit einem 2WD-Fahrzeug darfst du diese Strecken nicht befahren.

Ein ehrlicher Hinweis: Wer noch nie mit einem Wohnmobil oder Camper gereist ist, sollte die erste Tour nicht unbedingt in Island machen. Das subarktische Klima, die Schotterpisten und die Abgeschiedenheit erfordern ein Minimum an Erfahrung.

Island mit dem Wohnmobil zu entdecken ist dennoch eine der intensivsten Reiseerfahrungen, die Europa zu bieten hat. Für viele ist diese Reise der erste Schritt: Wer die Insel einmal auf diese Weise kennengelernt hat, kann fundiert entscheiden, ob Island auch als dauerhaftes Zuhause infrage kommt. Wenn du nach der Reise über den nächsten Schritt nachdenkst, findest du auf den Seiten zu Einwanderungsbestimmungen, Lebenshaltungskosten und Arbeiten in Island alle weiteren Informationen.