Steuersystem Irland für Auswanderer: Der komplette Guide 2026

Irland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vom wirtschaftlichen Sorgenkind Europas zu einem der attraktivsten Standorte für internationale Unternehmen und Auswanderer entwickelt. Der keltische Tiger, wie das Land aufgrund seines rasanten Wirtschaftswachstums genannt wird, lockt mit einem Steuersystem, das besonders für Unternehmer und hochqualifizierte Fachkräfte interessante Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Das Steuersystem von Irland kennen und richtig nutzen
Das Steuersystem von Irland kennen und richtig nutzen

Das irische Steuersystem unterscheidet sich in mehreren wesentlichen Punkten von den Systemen der DACH-Länder. Während Deutschland, Österreich und die Schweiz auf komplexe, vielschichtige Steuerstrukturen setzen, besticht Irland durch relative Einfachheit bei gleichzeitig niedrigen Unternehmenssteuersätzen. Die legendäre Körperschaftsteuer von 12,5 % hat zahlreiche multinationale Konzerne nach Dublin, Cork und Galway gelockt – und mit ihnen gut bezahlte Arbeitsplätze.

Für dich als potenziellen Auswanderer bedeutet das: Je nach deiner persönlichen Situation kann Irland steuerlich sehr attraktiv sein. Besonders Unternehmer, Selbstständige im Tech-Bereich und Angestellte internationaler Konzerne profitieren oft erheblich. Rentner und Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Einkommen sollten hingegen genauer hinschauen, denn die Einkommensteuer kann durchaus happig ausfallen.

1. Steuerresidenz und Steuerpflicht

Kriterien für unbeschränkte Steuerpflicht

Irland verwendet ein dreistufiges System zur Bestimmung der Steuerpflicht: Residency (Ansässigkeit), Ordinary Residence (gewöhnliche Ansässigkeit) und Domicile (steuerlicher Wohnsitz). Diese Begriffe klingen ähnlich, haben aber unterschiedliche steuerliche Konsequenzen.

Du wirst in Irland als steuerlich ansässig (Resident) betrachtet, wenn du:

  • 183 Tage oder mehr im Steuerjahr (Kalenderjahr) in Irland verbringst, oder
  • 280 Tage oder mehr in zwei aufeinanderfolgenden Steuerjahren in Irland verbringst, wobei du in jedem Jahr mindestens 30 Tage anwesend sein musst

Die gewöhnliche Ansässigkeit (Ordinary Residence) erwirbst du, wenn du drei aufeinanderfolgende Steuerjahre in Irland steuerlich ansässig warst. Dieser Status bleibt bestehen, bis du drei aufeinanderfolgende Jahre nicht mehr in Irland ansässig bist.

Das Domicile bezieht sich auf dein dauerhaftes Zuhause – den Ort, zu dem du eine tiefe, dauerhafte Verbindung hast. Für die meisten deutschen Auswanderer bleibt das Domicile zunächst in Deutschland, selbst wenn sie nach Irland ziehen.

Die Kombination dieser drei Faktoren bestimmt, welche Einkünfte du in Irland versteuern musst:

StatusIrische EinkünfteAusländische EinkünfteKapitalerträge weltweit
Resident + Irish DomicileJaJaJa
Resident + Foreign DomicileJaNur wenn nach Irland überwiesen (Remittance Basis)Nur wenn nach Irland überwiesen
Non-ResidentNur irische QuelleneinkünfteNeinNein

183-Tage-Regel und andere Faktoren

Die 183-Tage-Regel wird in Irland streng ausgelegt. Jeder Tag, an dem du zu irgendeinem Zeitpunkt in Irland anwesend bist, zählt als ganzer Tag. Es gibt keine Ausnahmen für Transitaufenthalte am Flughafen, wenn du das Flughafengelände nicht verlässt.

Wichtig zu wissen: Die irische Steuerbehörde Revenue kann auch andere Faktoren heranziehen, um deine steuerliche Ansässigkeit zu bestimmen:

  • Wo befindet sich dein Hauptwohnsitz?
  • Wo lebt deine Familie?
  • Wo übst du deinen Beruf aus?
  • Wo befinden sich deine wesentlichen wirtschaftlichen Interessen?

Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz

Irland hat mit allen drei DACH-Ländern umfassende Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen, die eine doppelte Besteuerung desselben Einkommens verhindern sollen.

DBA Deutschland-Irland: Das Abkommen von 2011 regelt die Besteuerungsrechte für verschiedene Einkunftsarten. Arbeitseinkommen wird grundsätzlich im Tätigkeitsstaat besteuert, Renten aus der gesetzlichen Sozialversicherung im Quellenstaat (Deutschland). Private Renten werden im Ansässigkeitsstaat (Irland) besteuert.

DBA Österreich-Irland: Ähnliche Struktur wie das deutsche Abkommen. Besonderheit: Öffentliche Pensionen werden ausschließlich in Österreich besteuert.

DBA Schweiz-Irland: Die Schweiz hat mit Irland ebenfalls ein DBA abgeschlossen. Schweizer Renten werden nach dem Kassenstaatsprinzip grundsätzlich in der Schweiz besteuert.

Wegzugsbesteuerung aus DACH-Ländern

Wenn du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Irland auswanderst, musst du die Wegzugsbesteuerung im Blick behalten.

Deutschland: Bei Wegzug werden unrealisierte Gewinne aus Anteilen an Kapitalgesellschaften (mindestens 1 % Beteiligung) besteuert, als wären sie verkauft worden. Bei Wegzug in einen EU-Staat wie Irland kannst du eine zinslose Stundung der Steuer beantragen, die in sieben gleichen Jahresraten zu zahlen ist.

Österreich: Ähnliche Regelung wie in Deutschland. Bei Wegzug in die EU kann eine Ratenzahlung über sieben Jahre beantragt werden.

Schweiz: Die Schweiz kennt keine klassische Wegzugsbesteuerung, allerdings können bei der Aufgabe der Steuerpflicht bestimmte stille Reserven aufgedeckt werden.

2. Einkommensteuer

Allgemeine Struktur

Das irische Einkommensteuersystem besteht aus zwei Hauptkomponenten: der eigentlichen Income Tax und dem Universal Social Charge (USC). Hinzu kommen PRSI-Beiträge (Pay Related Social Insurance), die den Sozialversicherungsbeiträgen entsprechen.

Steuersätze 2025:

Die Einkommensteuer in Irland kennt nur zwei Steuersätze:

  • 20 % auf Einkommen bis zum Standard Rate Cut-Off Point
  • 40 % auf darüber hinausgehendes Einkommen

Der Standard Rate Cut-Off Point liegt 2025 bei:

FamilienstandStandard Rate Band
Alleinstehend44.000 €
Verheiratet, ein Einkommen53.000 €
Verheiratet, zwei EinkommenBis zu 88.000 € (max. 53.000 € pro Person)
Alleinerziehend48.000 €

Universal Social Charge (USC) 2025:

EinkommensbereichUSC-Satz
Bis 12.012 €0,5 %
12.012 € bis 25.760 €2 %
25.760 € bis 70.044 €4 %
Über 70.044 €8 %
Selbstständige über 100.000 €zusätzlich 3 %

Wer weniger als 13.000 € Jahreseinkommen hat, ist vom USC befreit.

Freibeträge und Tax Credits:

Anders als in Deutschland arbeitet Irland vorwiegend mit Tax Credits (Steuergutschriften), die direkt von der errechneten Steuer abgezogen werden:

Tax Credit 2025Betrag
Single Person Tax Credit1.875 €
Married Person Tax Credit3.750 €
Employee Tax Credit (PAYE)1.875 €
Earned Income Tax Credit (Selbstständige)1.875 €
Home Carer Tax Credit1.800 €

Steuerjahr und Zahlungsmodalitäten:

Das irische Steuerjahr entspricht dem Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember). Arbeitnehmer zahlen ihre Steuern über das PAYE-System (Pay As You Earn) direkt über die Gehaltsabrechnung. Selbstständige leisten Vorauszahlungen und eine Abschlusszahlung.

Arbeitnehmer

Lohnsteuer und Abzugsverfahren:

Als Arbeitnehmer in Irland wirst du über das PAYE-System besteuert. Dein Arbeitgeber zieht Einkommensteuer, USC und PRSI direkt von deinem Gehalt ab und führt sie an Revenue ab. Du erhältst von Revenue ein Tax Credit Certificate, das deine Freibeträge und den anwendbaren Steuersatz enthält.

Beispielrechnung für einen Angestellten mit 60.000 € Bruttojahresgehalt (ledig):

Bruttoeinkommen: 60.000 €

Einkommensteuer:
44.000 € × 20 % = 8.800 €
16.000 € × 40 % = 6.400 €
Summe: 15.200 €
Abzgl. Tax Credits (1.875 + 1.875) -3.750 €
Einkommensteuer netto: 11.450 €

USC:
12.012 € × 0,5 % = 60 €
13.748 € × 2 % = 275 €
34.240 € × 4 % = 1.370 €
Summe USC: 1.705 €

PRSI (4 %): 2.400 €

Gesamtabzüge: 15.555 €
Nettoeinkommen: 44.445 €
Effektive Steuerbelastung: 25,9 %

Sozialversicherungsbeiträge (PRSI):

Arbeitnehmer zahlen PRSI der Klasse A mit einem Satz von 4 % auf das gesamte Einkommen. Es gibt keine Beitragsbemessungsgrenze. Arbeitgeber zahlen zusätzlich 8,8 % bis 11,05 % je nach Einkommenshöhe.

Absetzbare Werbungskosten:

Das irische System ist weniger großzügig bei Werbungskosten als das deutsche. Absetzbar sind unter anderem:

  • Beiträge zu anerkannten Pensionsplänen (je nach Alter 15 bis 40 % des Einkommens)
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Bestimmte medizinische Ausgaben (20 % Erstattung)
  • Studiengebühren für genehmigte Kurse

Pendlerpauschale/Fahrtkosten:

Irland kennt keine generelle Pendlerpauschale wie Deutschland. Allerdings gibt es steuerfreie Fahrtkostenzuschüsse vom Arbeitgeber:

  • Tax Saver Commuter Ticket: Der Arbeitgeber kann ein Jahresticket für öffentliche Verkehrsmittel steuerfrei zur Verfügung stellen
  • Cycle to Work Scheme: Fahrräder und Zubehör bis 3.000 € (E-Bikes) bzw. 1.500 € (normale Fahrräder) können steuerfrei über den Arbeitgeber bezogen werden

Digitale Nomaden

Besteuerung ausländischer Einkünfte:

Für digitale Nomaden ist Irlands Remittance-Basis-System besonders interessant. Wenn du steuerlich ansässig bist, aber dein Domicile außerhalb Irlands liegt (was für die meisten deutschen Auswanderer zunächst der Fall ist), werden ausländische Einkünfte nur besteuert, wenn du sie nach Irland überweist.

Das bedeutet: Wenn du als digitaler Nomade für ausländische Kunden arbeitest und deine Einnahmen auf einem ausländischen Konto belässt, zahlst du in Irland darauf keine Steuern. Sobald du das Geld nach Irland transferierst, wird es jedoch steuerpflichtig.

Achtung: Diese Regelung gilt nur, wenn:

  1. Du in Irland steuerlich ansässig bist
  2. Dein Domicile außerhalb Irlands liegt
  3. Die Einkünfte außerhalb Irlands entstanden sind
  4. Das Geld nicht nach Irland überwiesen wird

Home-Office-Regelungen:

Irland bietet eine Remote Working Relief: Du kannst bis zu 30 % der anteiligen Kosten für Heizung, Strom und Breitband als Arbeitsausgaben geltend machen, wenn du von zu Hause arbeitest. Die Berechnung basiert auf der Anzahl der Tage, die du im Home-Office verbringst.

Relevante Visa und Aufenthaltsprogramme:

Als EU-Bürger benötigst du kein Visum für Irland. Du kannst dich frei niederlassen und arbeiten. Für Nicht-EU-Bürger hat Irland kein spezielles Digital-Nomad-Visum, aber verschiedene andere Optionen:

  • Critical Skills Employment Permit: Für hochqualifizierte Fachkräfte mit Jobangebot
  • Start-up Entrepreneur Programme: Für Gründer mit innovativen Geschäftsideen und mindestens 50.000 € Kapital
  • Immigrant Investor Programme: Wurde 2023 eingestellt

Selbstständige und Unternehmer

Besteuerung von Unternehmensgewinnen:

Als Einzelunternehmer (Sole Trader) versteuerst du deine Gewinne über deine persönliche Einkommensteuererklärung. Die Steuersätze entsprechen denen der Einkommensteuer (20 % bzw. 40 %) plus USC. Selbstständige mit Einkommen über 100.000 € zahlen zusätzlich 3 % USC.

Selbstständige können den Earned Income Tax Credit von 1.875 € nutzen, was dem Employee Tax Credit der Angestellten entspricht.

PRSI für Selbstständige:

Selbstständige zahlen PRSI der Klasse S mit 4 % auf ihr Einkommen. Der Mindestbeitrag beträgt 500 € pro Jahr. Die Beiträge berechtigen zu weniger Leistungen als bei Arbeitnehmern, insbesondere gibt es kein Arbeitslosengeld.

Körperschaftsteuer bei Firmengründung:

Hier liegt Irlands große Stärke. Die Körperschaftsteuer (Corporation Tax) beträgt:

  • 12,5 % auf Handelsgewinne (Trading Income)
  • 25 % auf passive Einkünfte (Zinsen, Mieten, ausländische Dividenden)
  • Mindestens 15 % für große Unternehmen (ab 750 Mio. € Konzernumsatz) aufgrund der OECD-Mindeststeuer

Für kleine und mittlere Unternehmen bleibt der 12,5 %-Satz unangetastet – ein erheblicher Vorteil gegenüber deutschen Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuersätzen von zusammen rund 30 %.

Gewerbesteuer:

Irland kennt keine Gewerbesteuer. Es gibt lediglich eine Commercial Rates genannte Grundsteuer für Gewerbeimmobilien, die an die lokalen Behörden gezahlt wird.

Buchführungspflichten:

Alle Unternehmen müssen ordnungsgemäße Bücher führen und aufbewahren. Limited Companies müssen ihre Jahresabschlüsse beim Companies Registration Office (CRO) einreichen und veröffentlichen. Kleine Unternehmen können vereinfachte Abschlüsse (Abridged Accounts) einreichen.

Absetzbare Betriebsausgaben:

Grundsätzlich sind alle Ausgaben absetzbar, die ausschließlich für geschäftliche Zwecke entstanden sind:

  • Büro- und Geschäftsräume (Miete, Nebenkosten)
  • Personal- und Gehaltskosten
  • Arbeitsmittel und Ausstattung
  • Fahrzeugkosten (mit Einschränkungen bei PKW)
  • Marketing und Werbung
  • Professionelle Dienstleistungen (Steuerberater, Anwalt)
  • Abschreibungen auf Anlagevermögen

Finanziell Unabhängige und Investoren

Kapitalertragssteuer:

Zinsen und Dividenden werden in Irland als Teil des Einkommens versteuert und unterliegen den regulären Einkommensteuersätzen. Bei irischen Zinsen und Dividenden wird eine Quellensteuer (Deposit Interest Retention Tax – DIRT) von 33 % einbehalten.

Besteuerung von Kursgewinnen (Capital Gains Tax – CGT):

Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten werden mit 33 % besteuert. Es gibt einen jährlichen Freibetrag von 1.270 € pro Person.

Ausnahmen und Erleichterungen:

  • Hauptwohnsitz (Principal Private Residence) ist von der CGT befreit
  • Entrepreneur Relief: Reduzierter Satz von 10 % auf Gewinne bis 1 Mio. € bei Verkauf von Geschäftsanteilen (unter bestimmten Bedingungen)
  • Retirement Relief: Steuerfreiheit bei Unternehmensverkauf für Personen über 55 unter bestimmten Bedingungen

Immobilienertragsteuer:

Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien unterliegen der CGT von 33 %. Die selbst genutzte Hauptwohnung ist befreit. Bei vermieteten Immobilien können Anschaffungskosten und bestimmte Verbesserungen berücksichtigt werden.

Besonderheiten bei ausländischen Depots und der Remittance-Basis:

Wenn du nicht in Irland domiziliert bist, können ausländische Kapitalerträge unter die Remittance-Basis fallen. Das bedeutet:

  • Kursgewinne aus ausländischen Wertpapieren sind nur steuerpflichtig, wenn sie nach Irland transferiert werden
  • Dividenden ausländischer Aktien ebenso
  • Dies gilt nur, solange du dein Domicile außerhalb Irlands behältst

Achtung bei ETFs und Investmentfonds:

Irland hat besondere Regeln für Investmentfonds. Nicht-irische EU-Fonds (einschließlich vieler gängiger ETFs) werden als „Offshore Funds“ behandelt und unterliegen einer Steuer von 41 % auf Gewinne und Ausschüttungen. Zusätzlich gibt es eine „Deemed Disposal“-Regel: Alle acht Jahre wird ein fiktiver Verkauf angenommen und versteuert, auch wenn du nicht verkauft hast.

Dies macht das passive Investieren über ETFs in Irland steuerlich deutlich unattraktiver als in Deutschland.

Rentner

Besteuerung gesetzlicher Renten aus DACH-Ländern:

Deutsche Rente: Nach dem DBA Deutschland-Irland werden Renten aus der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung im Quellenstaat (Deutschland) besteuert. In Irland werden sie unter Progressionsvorbehalt freigestellt. Das bedeutet, du zahlst auf die deutsche Rente in Irland keine Steuern, aber die Rente erhöht den Steuersatz auf dein übriges irisches Einkommen.

Österreichische Pension: Ähnliche Regelung. Öffentliche Pensionen werden ausschließlich in Österreich besteuert.

Schweizer Rente: AHV-Renten werden in der Schweiz besteuert. BVG-Renten (berufliche Vorsorge) können je nach Ausgestaltung anders behandelt werden.

Private Renten und Pensionen:

Private Renten und Betriebsrenten werden grundsätzlich im Ansässigkeitsstaat (Irland) besteuert. Sie unterliegen der normalen Einkommensteuer mit Steuersätzen von 20 % bzw. 40 %.

Altersfreibeträge:

Irland bietet erhöhte Freibeträge für ältere Steuerzahler:

Status65 bis 74 JahreAb 75 Jahre
AlleinstehendFreibetrag 18.000 €Freibetrag 18.000 €
VerheiratetFreibetrag 36.000 €Freibetrag 36.000 €

Wer unter diesen Grenzen liegt, zahlt keine Einkommensteuer (USC und PRSI können dennoch anfallen).

Zusätzlich gibt es den Age Tax Credit:

  • 245 € für Alleinstehende ab 65
  • 490 € für Ehepaare, wenn beide 65 oder älter sind

3. Vermögensteuer

Existenz und Höhe:

Irland erhebt keine allgemeine Vermögensteuer. Es gibt weder eine Steuer auf Bankguthaben noch auf Wertpapierdepots oder andere bewegliche Vermögenswerte.

Allerdings werden bestimmte Vermögenswerte indirekt besteuert:

  • Immobilien unterliegen der jährlichen Local Property Tax
  • Vermögenserträge (Zinsen, Dividenden, Mieten) werden über die Einkommensteuer erfasst
  • Bei Veräußerung von Vermögenswerten fällt Capital Gains Tax an

Bewertungsgrundlagen:

Da keine Vermögensteuer existiert, erfolgt keine systematische Vermögensbewertung. Bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie der CGT werden Vermögenswerte zum Marktwert bewertet.

4. Kapitalertragssteuer im Detail

Steuersätze für verschiedene Anlageformen:

AnlageformSteuersatz
Kursgewinne aus Aktien33 % CGT
DividendenEinkommensteuer (20 bis 40 %)
ZinsenEinkommensteuer (20 bis 40 %)
Irische Bankzinsen33 % DIRT
Gewinne aus ETFs (Offshore Funds)41 %

Quellensteuer:

Irland erhebt auf inländische Dividenden eine Quellensteuer (Dividend Withholding Tax – DWT) von 25 %. Diese wird auf die Einkommensteuerschuld angerechnet.

Auf Bankzinsen wird DIRT von 33 % einbehalten.

Anrechnung ausländischer Quellensteuer:

Wenn du Dividenden oder Zinsen aus dem Ausland erhältst, auf die bereits Quellensteuer einbehalten wurde, kann diese auf die irische Steuerschuld angerechnet werden. Die Anrechnung ist auf den irischen Steuersatz begrenzt.

Beispiel: Du erhältst deutsche Dividenden mit 26,375 % Quellensteuer. In Irland werden maximal 25 % (DWT-Satz) angerechnet. Der Unterschied geht verloren, sofern du ihn nicht in Deutschland zurückfordern kannst.

Meldepflichten:

Ausländische Einkünfte und Vermögenswerte müssen in der jährlichen Steuererklärung deklariert werden. Irland nimmt am Common Reporting Standard (CRS) teil, sodass Informationen über ausländische Konten automatisch ausgetauscht werden.

5. Immobiliensteuer

Local Property Tax (Grundsteuer):

Seit 2013 erhebt Irland eine jährliche Grundsteuer auf Wohnimmobilien. Die Steuer wird vom Eigentümer geschuldet, unabhängig davon, ob die Immobilie selbst genutzt oder vermietet wird.

Die Steuersätze 2025:

ImmobilienwertSteuersatz
Bis 1 Mio. €0,1029 %
Über 1 Mio. €0,25 % auf den übersteigenden Betrag

Beispiel: Eine Immobilie im Wert von 400.000 € kostet etwa 412 € Grundsteuer pro Jahr.

Lokale Behörden können die Grundsteuer um bis zu 15 % erhöhen oder senken.

Stamp Duty (Grunderwerbsteuer):

Beim Kauf von Immobilien fällt Stamp Duty an:

ImmobilientypSteuersatz
Wohnimmobilien bis 1 Mio. €1 %
Wohnimmobilien über 1 Mio. €2 % auf den übersteigenden Teil
Gewerbeimmobilien7,5 %
Kauf von mehr als 10 Wohneinheiten (Bulk-Käufe)10 %

Wertzuwachssteuer beim Verkauf:

Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien unterliegen der Capital Gains Tax von 33 %. Der selbst genutzte Hauptwohnsitz ist vollständig befreit (Principal Private Residence Relief).

Bei teilweiser Nutzung als Hauptwohnsitz wird der befreite Anteil anteilig berechnet. Wer eine Immobilie zeitweise vermietet und zeitweise selbst bewohnt hat, muss den Gewinn aufteilen.

Vermietungseinkünfte:

Mieteinnahmen werden als Einkommen versteuert (20 bis 40 % plus USC). Absetzbar sind:

  • Hypothekenzinsen (100 % für Wohnimmobilien, sofern beim PRTB registriert)
  • Reparaturen und Instandhaltung (nicht Verbesserungen)
  • Versicherung
  • Verwaltungskosten
  • Local Property Tax
  • Abschreibung auf Einrichtungsgegenstände

Steuervorteile bei Eigennutzung:

Die Hauptwohnung ist von der CGT beim Verkauf befreit. Zusätzlich gibt es das Help to Buy Scheme für Erstkäufer: Sie können bis zu 30.000 € ihrer gezahlten Einkommensteuer der letzten vier Jahre als Zuschuss zum Hausbau oder -kauf einer Neubauwohnung zurückerhalten.

6. Erbschafts- und Schenkungssteuer

Capital Acquisitions Tax (CAT):

Irland erhebt eine einheitliche Erbschafts- und Schenkungssteuer (Capital Acquisitions Tax) von 33 % auf Vermögensübertragungen oberhalb bestimmter Freibeträge.

Freibeträge (Thresholds) 2025:

GruppeBeziehungFreibetrag
Gruppe AKinder, minderjährige Enkel verstorbener Kinder400.000 €
Gruppe BEltern, Geschwister, Nichten, Neffen, Großeltern, Enkel40.000 €
Gruppe CAlle anderen (einschl. Lebenspartner)20.000 €

Wichtig: Diese Freibeträge sind Lebenszeit-Freibeträge. Alle Schenkungen und Erbschaften derselben Gruppe werden zusammengerechnet.

Besonderheiten:

  • Übertragungen zwischen Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern sind vollständig steuerfrei
  • Es gibt keine unbegrenzten Freibeträge für andere Verwandte
  • Die Dwelling House Exemption befreit den Hauptwohnsitz von der CAT unter bestimmten Bedingungen
  • Business Relief: 90 % Ermäßigung bei Übertragung aktiver Unternehmensbeteiligungen
  • Agricultural Relief: 90 % Ermäßigung bei Übertragung landwirtschaftlicher Betriebe

Bewertung von Vermögen:

Vermögen wird zum Marktwert am Tag der Übertragung bewertet. Bei Immobilien ist dies der geschätzte Verkaufspreis auf dem freien Markt.

Internationale Aspekte:

CAT wird fällig, wenn entweder der Schenker/Erblasser oder der Empfänger in Irland ansässig oder domiziliert ist, oder wenn sich der übertragene Vermögenswert in Irland befindet.

Für deutsche Auswanderer bedeutet das: Erbschaften von Verwandten in Deutschland können sowohl in Deutschland als auch in Irland steuerpflichtig sein. Es gibt kein DBA für Erbschaftssteuern zwischen Deutschland und Irland, aber die irische Steuer kann auf die deutsche angerechnet werden.

7. Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer

Steuersätze:

KategorieSteuersatzAnwendungsbereich
Regelsteuersatz23 %Die meisten Waren und Dienstleistungen
Ermäßigt I13,5 %Bauleistungen, Brennstoffe, Zeitungen
Ermäßigt II9 %Gastronomie, Tourismus, Zeitungen (digital)
Stark ermäßigt0 %Lebensmittel, Kinderbekleidung, Bücher, orale Medikamente

Kleinunternehmerregelung:

Die VAT-Registrierungsschwellen in Irland sind:

  • 80.000 € Jahresumsatz für Warenlieferungen
  • 40.000 € Jahresumsatz für Dienstleistungen

Unter diesen Schwellen kannst du dich von der VAT befreien lassen. Du stellst dann keine Mehrwertsteuer in Rechnung, kannst aber auch keine Vorsteuer abziehen.

Umsatzsteuerpflicht für Unternehmer:

Sobald du die Schwellenwerte überschreitest (oder voraussichtlich überschreiten wirst), musst du dich für VAT registrieren. Die Registrierung erfolgt online über das Revenue Online Service (ROS).

VAT-Erklärungen werden in der Regel zweimonatlich abgegeben. Kleine Unternehmen können jährliche Erklärungen mit Vorauszahlungen beantragen.

Reverse-Charge-Verfahren:

Bei grenzüberschreitenden B2B-Dienstleistungen innerhalb der EU gilt das Reverse-Charge-Verfahren. Der Leistungsempfänger schuldet die VAT und kann sie gleichzeitig als Vorsteuer abziehen.

8. Weitere relevante Steuern

Vehicle Registration Tax (VRT):

Bei der Zulassung eines Fahrzeugs in Irland wird VRT fällig. Die Höhe richtet sich nach dem CO2-Ausstoß und dem Fahrzeugwert:

CO2-KategorieVRT-Satz
A (0 bis 80 g/km)7 %
B (81 bis 100 g/km)9 %
C bis G11 bis 37 %

Elektrofahrzeuge sind bis zu einem Fahrzeugwert von 50.000 € von VRT befreit.

Motor Tax (Kfz-Steuer):

Die jährliche Kfz-Steuer richtet sich nach CO2-Emissionen (für ab 2008 zugelassene Fahrzeuge) oder Hubraum (für ältere Fahrzeuge). Beispiel: Ein Auto mit 120 g/km CO2 kostet 280 € pro Jahr.

Elektrofahrzeuge zahlen 120 € jährlich.

Zollabgaben:

Als EU-Mitglied erhebt Irland Zölle auf Waren aus Nicht-EU-Ländern gemäß dem gemeinsamen Außenzolltarif. Innerhalb der EU fallen keine Zölle an.

Touristensteuer:

Irland erhebt keine allgemeine Touristensteuer oder Bettensteuer. Einige lokale Abgaben können bei bestimmten Dienstleistungen anfallen.

Carbon Tax:

Irland erhebt eine CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe, die in den Kraftstoff- und Heizölpreisen enthalten ist. Der Satz liegt bei 56 € pro Tonne CO2 und steigt jährlich.

9. Steueroptimierung für Auswanderer

Legale Gestaltungsmöglichkeiten:

Irland bietet mehrere attraktive Möglichkeiten zur legalen Steueroptimierung:

1. Remittance-Basis nutzen: Wenn du als Auswanderer nach Irland kommst, behältst du zunächst dein nicht-irisches Domicile. Damit werden ausländische Einkünfte und Kapitalerträge nur besteuert, wenn du sie nach Irland überweist. Diese Regelung kann für mehrere Jahre genutzt werden, bis Revenue dein Domicile als irisch ansieht.

2. Pensionsbeiträge maximieren: Beiträge zu anerkannten Pensionsplänen sind großzügig absetzbar:

AlterMax. absetzbare Beiträge (% des Einkommens)
Unter 3015 %
30 bis 3920 %
40 bis 4925 %
50 bis 5430 %
55 bis 5935 %
Ab 6040 %

Die absolute Obergrenze liegt bei Beiträgen auf ein Einkommen von 115.000 €.

3. Unternehmensstruktur optimieren: Die Gründung einer Irish Limited Company mit 12,5 % Körperschaftsteuer ist für Unternehmer oft günstiger als die Selbstständigkeit als Sole Trader. Allerdings muss das Gehalt, das du dir selbst zahlst, wieder der Einkommensteuer unterliegen.

4. Holding-Strukturen: Irland ist wegen seiner umfangreichen DBA-Netzwerke und der günstigen Behandlung von Dividenden beliebter Holding-Standort. Die Participation Exemption befreit qualifizierte Dividenden von Tochtergesellschaften von der irischen Steuer.

Timing des Umzugs:

Der Zeitpunkt deines Umzugs kann steuerliche Auswirkungen haben:

  • Ziehe nach Irland, nachdem du in deinem Herkunftsland steuerpflichtige Gewinne realisiert hast (z.B. Aktienverkauf)
  • Plane die Auflösung von Altersvorsorgeverträgen (Riester, bAV) vor dem Umzug, um die deutsche Besteuerung zu nutzen
  • Berücksichtige die 183-Tage-Regel: Ein Umzug Mitte des Jahres kann zu einer Steuerpflicht in beiden Ländern führen

Günstige Unternehmensformen:

UnternehmensformSteuersatzGeeignet für
Sole Trader20 bis 40 % plus USCKleine Nebeneinkünfte
Limited Company12,5 % KöStUnternehmer mit Gewinnen über 50.000 €
Designated Activity Company12,5 % KöStSpezielle Geschäftszwecke

10. Steuererklärung und Fristen

Abgabefristen:

SteuerpflichtigerFrist
Arbeitnehmer (nur PAYE)Keine Pflicht zur Abgabe (aber empfohlen für Erstattungen)
Selbstständige und Vermieter31. Oktober des Folgejahres (Papier)
Online über ROSMid-November des Folgejahres
Vorauszahlung31. Oktober des laufenden Jahres

Beispiel: Für das Steuerjahr 2025 ist die Steuererklärung bis 31. Oktober 2026 (Papier) bzw. Mitte November 2026 (online) fällig.

Revenue Online Service (ROS):

Die Steuererklärung erfolgt über ROS, das Online-Portal der irischen Steuerbehörde. Du benötigst:

  • Eine ROS-Registrierung mit digitaler Signatur
  • PPS Number (Personal Public Service Number – entspricht der Steuernummer)
  • Alle Einkommensnachweise und Belege

Arbeitnehmer können das einfachere System „myAccount“ nutzen, um ihre Steuerdaten einzusehen und Erstattungen zu beantragen.

Benötigte Unterlagen:

  • P60/Employment Detail Summary vom Arbeitgeber
  • Kontoauszüge für Zinsen und Dividenden
  • Mietverträge und Abrechnungen bei Vermietung
  • Rechnungen und Ausgabenbelege bei Selbstständigkeit
  • Pensionsbescheinigungen
  • Nachweise über medizinische Ausgaben

Notwendigkeit eines Steuerberaters:

Für einfache Angestelltenverhältnisse kannst du deine Steuern selbst erledigen. In folgenden Fällen empfiehlt sich professionelle Hilfe:

  • Selbstständigkeit oder Unternehmensführung
  • Vermietungseinkünfte
  • Einkünfte aus mehreren Ländern
  • Nutzung der Remittance-Basis
  • Komplexe Vermögensstrukturen

Die Kosten für einen Steuerberater liegen bei 200 bis 500 € für eine einfache Einkommensteuererklärung und deutlich höher für Unternehmenssteuer.

Strafen bei Verspätung:

VerstoßStrafe
Verspätete AbgabeZuschlag von 5 % der Steuerschuld (max. 12.695 €)
Verspätete ZahlungZinsen von 8 % p.a. auf ausstehende Beträge
Unvollständige ErklärungBis zu 100 % der hinterzogenen Steuer plus Zinsen

11. Sozialversicherungsbeiträge

Pay Related Social Insurance (PRSI):

Das irische Sozialversicherungssystem ist beitragsbasiert. Die Leistungsansprüche hängen von den eingezahlten PRSI-Beiträgen ab.

Arbeitnehmer (Klasse A):

BeitragszahlerBeitragssatzBemerkungen
Arbeitnehmer4 %Auf gesamtes Einkommen
Arbeitgeber8,8 bis 11,05 %Je nach Einkommenshöhe

Arbeitnehmer mit wöchentlichem Einkommen unter 352 € sind vom Arbeitnehmerbeitrag befreit, der Arbeitgeberbeitrag fällt dennoch an.

Selbstständige (Klasse S):

  • Beitragssatz: 4 %
  • Mindestbeitrag: 500 € pro Jahr
  • Eingeschränkte Leistungsansprüche (kein Arbeitslosengeld)

Krankenversicherung:

Irland hat ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem (HSE). Die Basisversorgung ist für alle Einwohner kostenlos, allerdings mit Zuzahlungen:

  • Hausarztbesuch: 50 bis 70 € (außer für Medical Card Inhaber)
  • Notaufnahme ohne Überweisung: 100 €
  • Krankenhausaufenthalt: 80 € pro Nacht (max. 800 € pro Jahr)

Viele Iren haben zusätzliche private Krankenversicherungen. Die Prämien sind zum Teil steuerlich absetzbar (20 % der Beiträge als Tax Relief).

Rentenversicherung:

Die staatliche Rente (State Pension Contributory) basiert auf den PRSI-Beiträgen:

  • Volle Rente 2025: ca. 289 € pro Woche (ca. 15.000 € pro Jahr)
  • Voraussetzung: Mindestens 520 Beitragswochen und bestimmter Jahresdurchschnitt

Die irische Staatsrente ist deutlich niedriger als deutsche Renten. Eine private oder betriebliche Altersvorsorge ist daher unerlässlich.

Arbeitslosenversicherung:

Arbeitnehmer mit ausreichend PRSI-Beiträgen haben Anspruch auf Jobseeker’s Benefit:

  • Maximalbetrag 2025: 232 € pro Woche
  • Dauer: 9 oder 6 Monate je nach Beitragshistorie

Selbstständige haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, können aber Jobseeker’s Allowance (bedarfsabhängig) beantragen.

Vergleich Gesamtbelastung:

LandArbeitnehmerArbeitgeberGesamt
Irland4 % PRSI8,8 bis 11,05 %12,8 bis 15,05 %
Deutschlandca. 20 %ca. 20 %ca. 40 %
Österreichca. 18 %ca. 21 %ca. 39 %
Schweizca. 6 % AHV/IVca. 6 % AHV/IVca. 12 % (plus BVG)

Die Sozialversicherungsbelastung in Irland ist deutlich niedriger als in Deutschland oder Österreich. Allerdings sind auch die Leistungen geringer, insbesondere bei der Rente und beim Krankengeld.

12. Vergleich zu Deutschland, Österreich und Schweiz

Tabellarischer Vergleich:

SteuerartIrlandDeutschlandÖsterreichSchweiz
Einkommensteuer max.40 % (+ 8 % USC)45 % (+ Soli)55 %11,5 % (Bund) + Kanton
Körperschaftsteuer12,5 %ca. 30 %25 %12 bis 24 %
KapitalertragssteuerIm Einkommen (+ 33 % CGT)26,375 %27,5 %Im Einkommen
Mehrwertsteuer23 %19 %20 %8,1 %
Erbschaftsteuer max.33 %50 %0 %Kantonal (0 bis 49 %)
VermögensteuerKeineKeineKeineKantonal

Beispielrechnungen:

Szenario 1: Angestellter mit 80.000 € Bruttojahresgehalt (ledig)

LandEinkommensteuerSozialabgabenNettoEff. Belastung
Irland17.590 €3.200 €59.210 €26,0 %
Deutschland19.500 €16.400 €44.100 €44,9 %
Österreich21.700 €14.400 €43.900 €45,1 %
Schweiz (Zürich)12.000 €5.000 €63.000 €21,3 %

Szenario 2: Selbstständiger mit 100.000 € Gewinn

LandEinkommensteuerSozialabgabenNettoEff. Belastung
Irland31.300 €4.000 €64.700 €35,3 %
Deutschland33.000 €20.000 €47.000 €53,0 %
Österreich36.500 €22.000 €41.500 €58,5 %
Schweiz (Zürich)17.000 €10.500 €72.500 €27,5 %

Szenario 3: Unternehmer mit 200.000 € Unternehmensgewinn (Thesaurierung)

LandUnternehmenssteuerVerbleib im UnternehmenEff. Steuersatz
Irland25.000 €175.000 €12,5 %
Deutschland60.000 €140.000 €30 %
Österreich46.000 €154.000 €23 %
Schweiz (Zürich)35.000 €165.000 €17,5 %

Pro und Contra Irland aus steuerlicher Sicht:

Vorteile:

  • Niedrige Körperschaftsteuer (12,5 %)
  • Remittance-Basis für Nicht-Domizilierte
  • Keine Vermögensteuer
  • Geringe Sozialabgaben
  • Kein Solidaritätszuschlag
  • Umfangreiches DBA-Netzwerk
  • EU-Mitglied mit Zugang zum Binnenmarkt

Nachteile:

  • Hohe Grenzsteuersätze bei Einkommen (bis 48 % mit USC)
  • Hohe Kapitalertragssteuer (33 % CGT)
  • Ungünstige Besteuerung von Investmentfonds (41 % + Deemed Disposal)
  • Hohe Immobilienpreise (nicht Steuer, aber relevant)
  • Niedrige Freibeträge bei Erbschaftsteuer
  • Lebenshaltungskosten in Dublin sehr hoch

Fazit

Das irische Steuersystem bietet echte Vorteile für bestimmte Auswandererprofile, während es für andere weniger attraktiv ist.

Irland lohnt sich steuerlich besonders für:

  • Unternehmer und Gründer: Die 12,5 % Körperschaftsteuer sind ein enormer Vorteil. Wer ein skalierbares Geschäft aufbaut und Gewinne im Unternehmen thesauriert, spart im Vergleich zu Deutschland erheblich.
  • Hochqualifizierte Angestellte internationaler Konzerne: Zwar sind die Steuersätze nicht niedrig, aber die geringen Sozialabgaben und die vielen multinationalen Arbeitgeber mit guten Gehältern machen Irland attraktiv.
  • Personen mit ausländischen Vermögenswerten: Die Remittance-Basis ermöglicht steuerfreie Akkumulation von Auslandseinkünften, solange das Geld nicht nach Irland transferiert wird.

Irland ist weniger attraktiv für:

  • Passive Investoren mit ETF-Portfolios: Die 41 %-Besteuerung und die Deemed-Disposal-Regel alle acht Jahre machen langfristiges passives Investieren teuer.
  • Rentner mit moderaten Einkünften: Die Steuervorteile sind gering, die Lebenshaltungskosten (besonders Gesundheit und Wohnen) hoch.
  • Arbeitnehmer mit durchschnittlichen Gehältern: Der 40 %-Steuersatz greift schon ab relativ niedrigen Einkommen, kombiniert mit USC kann die Belastung über 50 % liegen.

Empfehlung zur professionellen Beratung:

Das irische Steuersystem ist in seinen Grundzügen einfacher als das deutsche, aber die Interaktion mit dem DACH-Steuersystem – insbesondere bei Wegzugsbesteuerung, Doppelbesteuerungsabkommen und der Remittance-Basis – erfordert sorgfältige Planung. Eine Beratung durch einen auf internationale Steuerfragen spezialisierten Steuerberater vor dem Umzug ist dringend empfohlen. Die Kosten dafür sind eine Investition, die sich mehrfach auszahlen kann.

FAQ

Muss ich in Irland Steuern zahlen, wenn ich remote für eine deutsche Firma arbeite?

Ja, wenn du in Irland steuerlich ansässig bist (mehr als 183 Tage im Jahr dort lebst), musst du dein weltweites Einkommen in Irland versteuern. Das gilt auch für Gehälter von ausländischen Arbeitgebern. Allerdings kann es zu Komplikationen bei den Sozialversicherungsbeiträgen kommen, die im Einzelfall zu klären sind.

Wie lange kann ich die Remittance-Basis nutzen?

Es gibt keine feste zeitliche Begrenzung. Du kannst die Remittance-Basis nutzen, solange dein Domicile außerhalb Irlands liegt. Dies wird durch deine Absichten, Verbindungen zum Herkunftsland und Lebensumstände bestimmt. Nach längerer Zeit in Irland (oft nach 10 bis 15 Jahren) kann Revenue argumentieren, dass dein Domicile nach Irland gewechselt ist.

Kann ich meine deutsche Riester-Rente in Irland weiter besparen?

Die Riester-Förderung steht nur unbeschränkt Steuerpflichtigen in Deutschland zu. Nach dem Wegzug verlierst du den Anspruch auf Zulagen und musst erhaltene Förderung möglicherweise zurückzahlen. Eine Beratung vor dem Umzug ist hier besonders wichtig.

Wie werden Kryptowährungen in Irland besteuert?

Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen unterliegen der Capital Gains Tax von 33 %. Der Freibetrag von 1.270 € gilt auch hier. Mining und Staking können als Einkommen behandelt werden und der Einkommensteuer unterliegen.

Gibt es in Irland ein Ehegattensplitting wie in Deutschland?

Nein, aber Ehepaare können zwischen Einzelveranlagung und gemeinsamer Veranlagung wählen. Bei gemeinsamer Veranlagung wird der Standard Rate Band erhöht (auf bis zu 88.000 € bei zwei Einkommen), aber es findet kein Splitting im deutschen Sinne statt.

Was passiert mit meiner deutschen Krankenversicherung, wenn ich nach Irland auswandere?

Als EU-Bürger kannst du grundsätzlich in das irische Gesundheitssystem wechseln. Eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bietet vorübergehend Schutz. Für langfristige Auswanderer empfiehlt sich eine private internationale Krankenversicherung, da das irische System Zuzahlungen erfordert und Wartezeiten lang sein können.

Lohnt sich die Gründung einer irischen Limited für mein Online-Business?

Das hängt von deiner Gewinnhöhe ab. Bei Gewinnen unter 30.000 € ist der Verwaltungsaufwand einer Limited oft nicht gerechtfertigt. Ab etwa 50.000 € Jahresgewinn kann sich die Struktur lohnen, insbesondere wenn du Gewinne reinvestieren möchtest, anstatt sie komplett auszuschütten. Bedenke aber, dass du für Gehaltszahlungen an dich selbst wieder Einkommensteuer zahlst.

Hilfen für einen sorglosen Umzug nach Irland

Nachfolgend findest du alle Hilfen für deine sorglose Auswanderung nach Irland, vom ersten Schritt bis zur erfolgreichen Integration. Die Links führen zu den jeweiligen Angeboten, Hilfen und Dienstleistungen.

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Zuletzt aktualisiert: 2. Januar 2026 von Jan Harmening (2005 ausgewandert)