Mexiko im Februar 2026: Aktuelle Sicherheitslage – Warnung vor Reisen

Stand: Februar 2026 | Auswandern-Info.com

Mexiko zieht seit Jahren Auswanderer, Rentner und Abenteuerlustige aus dem deutschsprachigen Raum an. Warmes Klima, niedrige Lebenshaltungskosten, reiche Kultur – die Argumente für eine Auswanderung nach Mexiko klingen verlockend. Doch die Realität im Jahr 2026 zeichnet ein deutlich düstereres Bild. Seit der Tötung des mächtigen Kartellchefs „El Mencho“ am 22. Februar 2026 erschüttert eine beispiellose Gewaltwelle das Land. Wir erklären dir, was gerade in Mexiko passiert – und warum wir derzeit von Reisen und Auswanderung dringend abraten.


El Mencho ist tot – und Mexiko versinkt im Chaos

Am Wochenende des 22./23. Februar 2026 führten mexikanische Sicherheitskräfte eine Militäroperation durch, die das Land grundlegend erschüttern sollte: Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, der Anführer des berüchtigten Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG), kam dabei ums Leben. Der 59-Jährige galt als Mexikos mächtigster und gefährlichster Drogenboss – jahrelang hatte er sich den Behörden entzogen und das CJNG zu einem der brutalsten Kartelle der Welt aufgebaut.

Die unmittelbaren Folgen der Operation waren verheerend: Bei dem Einsatz selbst kamen mindestens 74 Menschen ums Leben, darunter Sicherheitskräfte und Kartellmitglieder. Doch damit begann das eigentliche Problem erst. Nach dem Tod von El Mencho brachen landesweite Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Kartellgruppen aus.

⚠️ Wichtig: Seit dem 22. Februar 2026 kommt es in ganz Mexiko zu massiven Gewaltausbrüchen. Urlauber und Expats sind von den Auswirkungen direkt betroffen.


Was passiert gerade in Mexiko?

Die Tötung eines Kartellchefs bedeutet in Mexiko selten das Ende der Gewalt – im Gegenteil. Wenn eine Führungsfigur wegfällt, beginnen Nachfolger und rivalisierende Gruppen sofort damit, das Machtvakuum zu füllen. Das CJNG hatte unter El Mencho seine Tentakel in nahezu alle mexikanischen Bundesstaaten ausgestreckt. Nun kämpfen verschiedene Fraktionen um die Kontrolle über Drogenrouten, Territorien und Schutzgelderpressungsgebiete.

Besonders betroffen sind aktuell: Jalisco und Guadalajara (das Heimatterritorium des CJNG erlebt offene Straßenschlachten), Colima (gilt seit Jahren als eine der gefährlichsten Städte der Welt), Michoacán (umkämpftes Terrain zwischen mehreren Kartellen), Guanajuato (stark betroffen durch CJNG-Expansion) sowie Sinaloa (bereits durch interne Auseinandersetzungen geschwächt, nun erneut unter Druck).

Selbst DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich besorgt und beschrieb die Lage als „erschreckend“ – angesichts der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft, deren Spiele auch in Mexiko stattfinden sollen. Wenn selbst internationale Sportfunktionäre öffentlich ihre Bedenken äußern, sollte das als deutliches Warnsignal verstanden werden.


Die Sicherheitslage in Mexiko im Überblick

Kartellgewalt als Dauerzustand

Was mit El Mencho deutlich sichtbar wird, ist kein Einzelereignis, sondern die Spitze eines jahrelangen Trends. Kartelle haben in vielen Regionen mehr Macht als der Staat selbst. Sie kontrollieren lokale Wirtschaft, Infrastruktur und mancherorts sogar Behörden. Diese Strukturen verschwinden nicht mit dem Tod eines Anführers.

Mexiko verzeichnete in den vergangenen Jahren zwischen 25.000 und 35.000 Morde pro Jahr – eine der höchsten Mordraten der Welt. Hinzu kommen Tausende von Entführungen, Erpressungen und das Phänomen der „Desaparecidos“: Menschen, die verschwinden und nie wieder auftauchen. Die Dunkelziffer ist enorm.

Regionen mit besonderer Gefährdung

Das Auswärtige Amt unterteilt Mexiko in Risikazonen. Praktisch gibt es kaum einen Bundesstaat, in dem keine erhöhte Vorsicht angebracht wäre. Besonders kritisch eingestuft sind Tamaulipas (Grenzgebiet zu Texas, stark von Kartellen kontrolliert – mit Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts), Guerrero inklusive Acapulco (trotz Tourismusinfrastruktur eine der gewalttätigsten Regionen), Michoacán, Zacatecas und Colima.

Selbst in eigentlich touristischen Regionen wie der Riviera Maya, Cancún oder Los Cabos kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Schießereien in Hotels, auf Stränden und in der Innenstadt – oft als Kollateralschäden bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen.

Entführungen und Erpressungen

Für Ausländer – und insbesondere für sichtbar wohlhabende Expats aus dem DACH-Raum – besteht ein erhöhtes Risiko, Ziel von Entführungen zu werden. Diese reichen von kurzen „Express-Entführungen“, bei denen Opfer zur Geldautomaten-Ausleerung gezwungen werden, bis hin zu langwierigen Kidnapping-Fällen mit Lösegeldforderungen. Auch Fälle, in denen Ausländer in Kartellkonflikte gerieten, ohne selbst beteiligt zu sein, sind dokumentiert.


Politische und wirtschaftliche Lage

Claudia Sheinbaum und der „Plan México“

Seit Oktober 2024 regiert Claudia Sheinbaum als erste Präsidentin Mexikos – und steht vor enormen Herausforderungen. Ihr Vorgänger López Obrador hatte eine Politik der „Abrazos, no Balazos“ (Umarmungen statt Kugeln) verfolgt, die von Kritikern als faktische Kapitulation vor den Kartellen gesehen wurde. Sheinbaum versucht nun, eine neue Sicherheitsstrategie zu etablieren, doch die strukturellen Probleme – Korruption im Sicherheitsapparat, Armut und fehlende Staatlichkeit in ganzen Regionen – lassen sich nicht kurzfristig lösen.

Erste Erfolge wie die Tötung von El Mencho sind spektakulär, können aber die zugrundeliegenden Probleme nicht beseitigen.

US-Mexiko-Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheit

Hinzu kommen erhebliche Spannungen mit den USA unter der Trump-Administration. Einfuhrzölle, Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen Kartelle und grundsätzliche Unstimmigkeiten im bilateralen Verhältnis belasten die Lage zusätzlich. Da Mexikos Wirtschaft massiv vom Export in die USA abhängt – rund 80 Prozent aller Exporte gehen in den Norden – erzeugen diese Unsicherheiten erhebliche wirtschaftliche Risiken.

Für Auswanderer bedeutet das konkret: Wechselkursschwankungen, mögliche wirtschaftliche Abschwünge und eine allgemeine Unsicherheit über die Zukunft des Landes. Der mexikanische Peso hat in den vergangenen Jahren bereits stark an Wert verloren.


Was bedeutet das für Reisende und potenzielle Auswanderer?

Für Urlauber

Kurzreisen in touristische Regionen sind grundsätzlich anders zu bewerten als ein Leben als Expat. Dennoch gilt auch für Touristen: Informiere dich vor Reiseantritt akribisch über die aktuelle Sicherheitslage in deiner Zielregion. Konkret solltest du aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts täglich prüfen, regionale Unterschiede sehr ernst nehmen, dich nicht in der Sicherheit touristischer Resorts in falscher Sicherheit wiegen, nachts keine unsicheren Gebiete aufsuchen und immer offizielle Taxis oder Apps nutzen sowie eine Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherung abschließen.

Für potenzielle Auswanderer

Wer ernsthaft über eine Auswanderung nach Mexiko nachdenkt, muss die Frage stellen: Kann ich dort sicher und würdevoll leben? Die ehrliche Antwort lautet derzeit: In vielen Teilen des Landes nicht ohne erhebliche Einschränkungen und Risiken.

Expats berichten immer wieder von einem Phänomen: Man gewöhnt sich an die Zustände, normalisiert sie – und erkennt erst aus der Distanz, wie viel mentale Energie die Auseinandersetzung mit Sicherheitsfragen kostet. Das gilt selbst für beliebte Expat-Hotspots wie San Miguel de Allende, Oaxaca-Stadt oder Puerto Vallarta.


Fazit: Derzeit von Mexiko abraten – mit gutem Grund

Wir möchten klar und direkt sein: Wir raten derzeit sowohl von Reisen als auch von einer Auswanderung nach Mexiko ab.

Die Tötung von „El Mencho“ am 22. Februar 2026 hat keine Ruhe gebracht – sie hat das Gegenteil bewirkt. Die daraus resultierende Gewaltwelle ist keine kurzfristige Erscheinung, sondern der Beginn einer möglicherweise monatelangen Phase der Instabilität, in der Kartelle um die Nachfolge kämpfen. 74 Tote allein am Tag der Operation, landesweite Unruhen und besorgte Stimmen aus aller Welt – das sind keine Zeichen, dass man jetzt nach Mexiko reisen oder dort sesshaft werden sollte.

🔴 Unser klarer Rat: Verschiebe alle nicht notwendigen Reisen nach Mexiko auf unbestimmte Zeit. Wenn du eine Auswanderung planst, warte mindestens 12–18 Monate ab und beobachte die Entwicklung der Sicherheitslage sorgfältig.

Mexiko wird auch in Zukunft ein attraktives Land bleiben – mit seiner Kultur, seinem Klima und seinen Menschen. Aber die strukturellen Probleme mit Kartellgewalt, Korruption und staatlicher Schwäche sind nicht über Nacht zu lösen. Wer auswandern möchte, sollte sich in dieser Phase nach sichereren Alternativen umsehen.

Wenn du eine persönliche Einschätzung zu deiner individuellen Situation wünschst, stehen unsere erfahrenen Auswanderungsberater gerne für ein Coaching-Gespräch zur Verfügung.


Stand: Februar 2026 | Quellen: n-tv, Auswärtiges Amt, eigene Recherche | © Auswandern-Info.com